Bedřich Fritta

Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt

Bedřich Fritta, Varieté, 1943/44 Tusche, Feder und Pinsel, laviert, 55,7 x 83,5 cm; Dauerleihgabe von Thomas Fritta-Haas, Foto: Jens Ziehe

Bedřich Fritta. Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt

Bislang wurden die zwischen 1942 und 1944 im Konzentrationslager »Ghetto Theresienstadt« entstandenen Werke des tschechisch-jüdischen Künstlers und Karikaturisten Bedřich Fritta (1906–1944) vor allem als zeithistorische Quelle gezeigt. Im Gegensatz dazu legte diese Ausstellung den Fokus auf die künstlerischen Mittel, mit denen Frittas Zeichnungen den Lageralltag deuten und kommentieren. Sie betrachtete die Vielfalt seiner Bildsprache und die künstlerische Qualität der Blätter.

Ausstellung bereits beendet
Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus
Ort

Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Bedřich Fritta wurde am 4. Dezember 1941 nach Theresienstadt deportiert und dort von der Lager-SS als Leiter des Zeichenstudios der »Jüdischen Selbstverwaltung« eingesetzt. Bis zu zwanzig inhaftierte Künstler*innen mussten dort im Auftrag der SS Propagandamaterial erstellen, um das offizielle Bild vom reibungslosen Funktionieren dieses »Ghettos« zu stützen.

Heimlich hielten die Künstler*innen auch den realen Lageralltag fest. Im Oktober 1944 wurde Fritta nach Auschwitz deportiert, wo er wenig später an den Folgen einer Krankheit starb.

Der Großteil seiner inoffiziellen Arbeiten, etwa einhundert Blätter, blieb in einem Versteck erhalten und gelangte später in den Besitz seines Sohnes Tomáš Fritta-Haas (1944–2015). Dieses Konvolut aus großformatigen Tuschezeichnungen und kleineren Skizzen wurde im Rahmen der Ausstellung zum ersten Mal in seiner ganzen Breite zugänglich gemacht.

Eine Vielzahl der ausgestellten Zeichnungen können Sie weiterhin online auf der Website zur Ausstellung (www.jmberlin.de/fritta) einsehen.

Informationen zur Ausstellung im Überblick

  • Wann

    17. Mai bis 29. September 2013
    sowie
    28. Februar bis 4. Mai 2014 (im Rahmen des Themenschwerpunkts Ghetto Theresienstadt)

  • Wo

    Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie
    
Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin Zum Lageplan

Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus
Ort

Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Montagskinoprogramm zur Ausstellung (2) Bedřich Fritta. Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt Alle anzeigen

Bedřich Fritta. Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt

Filme, die sich thematisch an die Ausstellung anschließen und während der Ausstellungslaufzeit im Jüdischen Museum Berlin gezeigt wurden

Kurt Gerrons Karussell

3. Juni 2013, 19:30 Uhr
Dokumentarfilm. Regie: Ilona Ziok, Deutschland/Niederlande/Tschechische Republik, 1999, 65 Min

»Das ist kein Märchen, das ist die Wahrheit«

17. Juni 2013, 19:30 Uhr
Regie: Angelika Kettelhack, Deutschland 1988, 45 Min

Begleitprogramm Defiant Requiem (6) Themenwoche Theresienstadt Alle anzeigen

Themenwoche Theresienstadt

Das Defiant Requiem ist eine ungekürzte Inszenierung von Verdis Totenmesse mit gelesenen Zeitzeugenberichten und Auszügen aus einem NS-Propagandafilm über Theresienstadt. Mit dem Konzert-Drama, das seit 2002 international präsentiert wird, greift der amerikanische Dirigent Murry Sidlin die Aufführungen von Verdis Messa da Requiem im Ghetto Theresienstadt auf. Am 4. März 2014 findet die Deutschlandpremiere im Konzerthaus Berlin statt. Im Begleitprogramm finden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema statt.

Studienreise Prag und Theresienstadt

31. Januar – 2. Februar 2014
Aus Anlass der Aufführung von Verdis Totenmesse, inszeniert als Konzert-Drama »Defiant Requiem«, bieten wir eine Studienreise nach Prag und Theresienstadt an.

»Als ob’s ein Leben wär«

27. Februar 2014, 19:30 Uhr
Lesung aus dem Tatsachenbericht von Philipp Manes aus dem Ghetto Theresienstadt 1942-1944

Transport aus dem Paradies

1. März 2014, 19:30 Uhr
Regie: Zbyněk Brynych, ČSSR 1963, 98 Min.

Kunst und Kultur im Ghetto Theresienstadt

2. März 2014, 11–18 Uhr
Das Symposion greift in vier Vorträgen die Geschichte des »Ausnahmeghettos« Theresienstadt unter einem jeweils unterschiedlichen Blickwinkel auf.

Defiant Requiem (Dokumentarfilm)

3. März 2014, 19:30 Uhr
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des tschechischen Dirigenten und Pianisten Rafael Schächter und seiner Aufführung von Verdis Messa da Requiem in Theresienstadt

Verdis Messa da Requiem im Ghetto Theresienstadt

4. März 2014, 20 Uhr
Das Konzert-Drama Defiant Requiem ist dem tschechischen Dirigenten und Pianisten Rafael Schächter gewidmet, der vor rund 70 Jahren mit Hunderten von Häftlingen im Ghetto Theresienstadt Verdis Messa da Requiem aufführte.

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