Kurz vor der Zeit:

was wir dann doch nicht zeigen

In wenigen Tagen, ja Stunden eröffnet unsere Sonderausstellung »Alles hat seine Zeit«, die Zeremonialobjekte und profane Gegenstände als »Rituale gegen das Vergessen« inszeniert. Die Objekte sind nun beinahe alle im Haus, die Wände gestrichen, die Texte geschrieben, die Vitrinen aufgebaut sowie eingerichtet und die Website zur Ausstellung gelauncht.

Vieles sieht in den letzten Tagen allerdings anders aus, als ursprünglich erdacht und geplant. Bis zuletzt gilt es zu entscheiden, was wie gemacht werden soll, und sich von Vorstellungen zu verabschieden, die sich als untragbar erweisen. Zurzeit drehen wir einen Trailer zur Ausstellung und haben diverse Szenen ›im Kasten‹, die in der unmittelbaren Drehsituation interessant und vielversprechend wirkten. Einige davon werden jedoch dem Schnitt zum Opfer fallen. So auch dieses Statement von Cilly Kugelmann zu dem Ausstellungstitel und der Bedeutung von Zeit:

Dem Thema Zeit, genauer gesagt: der jüdischen Perspektive auf die Zeiten widmet sich auch unser kommendes JMB-Journal. Neben Essays zur heiligen und zur messianischen Zeit, zu einer außergewöhnlichen Bar Mizwa und zum Zeitdruck am sechsten Tag wird es hier um das Buch Kohelet gehen. Der bekannteste Text aus diesem Buch, dem der Ausstellungstitel sowie die Ausstellungsthemen entlehnt sind, sollte ursprünglich Eingang in die Gestaltung unserer Website zur Sonderausstellung finden. Doch auch dies gehört zu den Konzepten, die wir verwerfen mussten. Deshalb sei hier noch einmal in musikalischer Form an das biblische Gedicht erinnert, das Martin Buber und Franz Rosenzweig mit den Worten beginnen lassen: »Für alles ist eine Zeit, eine Frist für alles Anliegen unter dem Himmel«:

Mirjam Wenzel, Medien

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