Veröffentlicht von am 6. August 2014 0 Kommentare

Automatenkunst

Handarbeit für unseren Kunstautomaten

Ein Mann mit weißen Handschuhen zieht an einem Fach des Kunstautomaten

Unser Kunstautomat wird von Jens Eisenberg (Ausstellungstechnikfirma Leitwerk) bestückt.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Wer durch unsere Dauerausstellung läuft und eine Etage geschafft hat, der wird unweigerlich auf den ›Kunstautomaten‹ stoßen. Leise scheint der Automat ihm zweisprachig zuzuflüstern: »Kauf mich, buy me«. Diese Aufschriften blinken bunt aus den Fächern des Automaten, mehr ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Neugierig geworden, tritt man näher und liest die Beschriftungen: »Kunst / Art« steht in großen Lettern auf dem Automaten und an seinen Seitenflächen findet sich: »60 x Kunst von jüdischen Künstlern in Berlin«. Jetzt wird der Blick auf die Münzschlitze gelenkt, in die man vier Euro einwerfen soll.

Mit dem passenden Kleingeld in der Tasche und etwas Wagemut kann nun das Experiment starten. Die Münzen fallen klackernd in den Schacht, dann muss man kräftig an der Klappe ziehen, das Fach öffnet sich und gibt das geheimnisvoll Verpackte frei. Da die Rückseite durchsichtig gestaltet ist, erfasst man das soeben Gekaufte auf den ersten Blick und schließt es spontan ins Herz oder ist befremdet. Die bunte Verpackung lässt sich leicht entfernen und alles nun ganz genau erforschen. In der durchsichtigen Tüte findet man nicht nur das Unikat, das man soeben erworben hat, sondern auch noch einen pinkfarbenen Zettel mit Geschichten und Informationen über das Kunstwerk und den Künstler oder die Künstlerin. Alle Arbeiten des Kunstautomaten stammen von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern, die derzeit in Berlin leben und arbeiten.

Jeden Tag prüfen unsere Ausstellungstechniker von der externen Firma Leitwerk, ob der Automat noch gut funktioniert, ziehen bei Bedarf die eine oder andere Schraube nach und bestücken die Fächer mit Kunstwerken.

Weiß behandschuhte Hände setzen verpackte Kunst in den Automaten ein.

Eine Tür ist geöffnet und nach links umgeschlagen, der Mechanismus für den Münzeinwurf und die Fachverriegelung ist zu sehen. Ein Kunstwerk wird nachgelegt. © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Die Kunstwerke werden aber nicht schon in der bunten Verpackung angeliefert, sondern kommen in großen und kleinen Kisten in unser Haus.

In Plastik verpackte kleine Figuren aus Gleisschotter und Draht

Blick in eine Kiste mit Kunstwerken von Deborah Wargon
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Die Kunstwerke werden dann zusammen mit den pinkfarbenen Informationszetteln verpackt, die vorher auch noch klein zusammengefalzt werden müssen.

Pinkfarbene Faltblätter auf denen »Kunst / Art« steht

Die Künstlerin Claudia Rannow packt für uns die Kunstwerke ein.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Ein Tisch mit dem Kunstwerk, den pinken Zetteln und einer Plastikhülle

© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Das Handwerkszeug: schwarzes Heftgerät (umgangssprachlich ›Tacker‹), daneben ein (weißes) Falzbein zum exakten Falzen der Kanten und Heftklammern für den ›Tacker‹ in einer kleinen Schachtel.

Hände stecken einen gefalteten pinken Zettel in einem Plastiktüte.

© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Eine Plastikhülle wird verschlossen.

© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Hände legen eine Pappkante um die Plastikhülle.

Die Kante der bunten Hülle wird nach hinten gebogen.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Hände verwenden einen Tacker.

Zum Schluss werden Verpackung und die durchsichtige Tüte ›getackert‹.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Ein Tacker neben der Verpackung

© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Eine Kiste mit Verpackungen, auf denen »Buy me« steht

Die Kunstwerke sind fertig eingepackt.
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Diese Kunstwerke finden sich ab August 2014 in unserem Automaten, natürlich sind alle schön geheimnisvoll verpackt. Von sieben Künstlerinnen und Künstlern wird es insgesamt 1400 Werke geben. Lassen Sie sich überraschen!

Ein Tisch mit verschiedenen kleinen Kunstwerken, z.B. Figuren aus Draht, Anhänger aus zerbrochenen Bowlingkugeln sowie Fotografien

© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Gelia Eisert

Gelia Eisert, Dauerausstellung

PS: Blog-Artikel über die Künstlerinnen und Künstler, die bisher Werke für den Kunstautomaten geschaffen haben, finden Sie hier.

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