Veröffentlicht von am 21. August 2014 0 Kommentare

»Best Blog«-Blogstöckchen

Best-Blog-Award-Bildchen, auf dem eine gezeichnete Frau einen großen Blumentstrauß hältVor einiger Zeit haben Christopher und Johannes von einem unserer Lieblingsblogs, der Koscheren Melange, uns ein Best-Blockstöckchen mit Fragen zugeworfen. Wir, die beiden Mirjams, die den Blog seit eineinhalb Jahren redaktionell betreuen, haben uns darüber sehr gefreut, aber leider – mitten im Sommer – ein bisschen länger gebraucht, um unsere Antworten aufzuschreiben. Hier sind sie:

1. Wer bloggt und warum bloggt ihr?

Hier bloggen Kolleginnen und Kollegen des Jüdischen Museums Berlin zu Themen, die ihnen am Herzen liegen, zu Fragen, die sie sich oder anderen gestellt haben, und über Dinge, die ansonsten nicht sichtbar sind. Wir bloggen, weil wir bei unserer täglichen Arbeit immer wieder auf Fragen stoßen, Entdeckungen machen oder Überlegungen haben, die wir mit-teilen wollen.

2. Was macht eigentlich ein (sehr) gutes Blogpost aus?


Wir mögen pointierte und informative Blogtexte, die mitreißend und humorvoll geschrieben sind und in denen die Person sichtbar wird, die sie verfasst hat. Außerdem gefallen uns Blogposts, die ein Anliegen verfolgen, das aktuell sein kann, aber nicht unbedingt sein muss.

3. Wie lange arbeitest du durchschnittlich (!) an einem Blogpost?

Ein Schreibtisch mit PC Bildschrim, Tastatur, Büchern und einer Kaffeetasse

Arbeitsplatz einer gestressten Online-Redakteurin © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Mirjam Wenzel

Texte aus aktuellem Anlass (Hinweise auf Filme, Nachrufe, kleinere Beobachtungen aus dem Museumsalltag) verfassen wir zwischendurch, also zwischen Meetings, klingelnden Telefonen und zu beantwortenden Mails. Für längere Beiträge (über 3.000 Zeichen) benötigen wir etwas mehr Ruhe und etwa zwei Stunden, um sie schreiben. Hinzu kommt dann noch das Lektorat, die Klärung von Copyrightfragen, die Bildbearbeitung und die Kommunikation mit den Übersetzerinnen. Alles in allem brauchen wir häufig länger als zunächst gedacht.

4. Wie wichtig sind dir Kommentare bzw. erwartest du bei jedem Blogpost welche?

Wir freuen uns über jeden Kommentar, der sich auf einen Beitrag bezieht, erwarten aber bei vielen Posts nicht unbedingt einen. Wie Mirjam vor einigen Monaten beschrieb, erhalten wir sehr viel Lob, das eigentlich darauf zielt, irgendeine URL zu Werbezwecken zu veröffentlichen, und mittlerweile von unserem Spamschutz abgefangen wird.

5. Hast du einen Artikelfavoriten? Wenn ja, warum?

Wir freuen uns, dass viele Kolleginnen und Kollegen des Museums mittlerweile Bloggerinnen und Blogger geworden sind und finden, dass die Vielfalt ihrer Beiträge einen guten Einblick in die unterschiedlichen Themen, Fragen und Überlegungen geben, die den Alltag am Jüdischen Museum Berlin prägen. Da wir beide Literaturwissenschaftlerinnen sind, liegt uns die Auseinandersetzung mit literarischen Texten besonders am Herzen, die wir in der Serie »Junge jüdische Autoren« führen. Besonders beliebt bei unseren Leserinnen und Lesern waren die »Fragen des Monats« zur Ausstellung »Die ganze Wahrheit«, der Beitrag »Fußball und Erster Weltkrieg«, den Leonore Maier anlässlich der aktuellen Sonderausstellung verfasst hat, sowie der Bericht über die »Sicherstellung einer Katze« von Ariane Kwasigroch.

6. Pflegst du eine Blogroll? Warum (nicht)?

Wir pflegen eine Blogroll mit anderen Museumsblogs, weil wir es wichtig finden, unseren Blog zu vernetzen.

Menschen stehen im Rreien und haben sich so hingestellt, dass sie die Zahl Zehn bilden. Aufgenommen aus einer erhöhten Position

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jüdischen Museums am Tag des zehnjährigen Jubiläums © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

7. Hast du ein (Blog-) Vorbild?

Nicht wirklich, aber als wir diesen Blog vor etwa 2 Jahren launchten, haben wir intensiv darüber diskutiert, was uns an den Blogs anderer Museen gefällt. Besonders gerne lesen wir die Beiträge der Koschere Melange und im Blog des Contemporary Jewish Museum San Francisco. Interessant finden wir den Blog des Historischen Museums Frankfurt und des Museums Neukölln und empfehlenswert Gottfried Friedls »Museologien« und Jenny Fuchs’ »Museum Diary«.

8. Wenn du dir eine/n prominente/n Gastautor/in für dein Blog aussuchen dürftest – wer wäre es?

Nicole Krauss, weil wir ihre Bücher und Erzählungen sehr mögen.

9. Wie wichtig ist dir das Design des Blogs bzw. nach welchen Kriterien wurde das Design ausgewählt?

Wir haben diesem Blog vor Kurzem ein neues Design verliehen und dabei die Typografie, den Aufbau des Texts, die Navigationselemente und das Logo neu gestalten lassen. Wir legen bei allen unseren Veröffentlichungen großen Wert auf das Design; bei der Gestaltung des Blogs lag unser Augenmerk auf der Typografie.

10. Kennst du einige/viele deiner Kommentatoren/Kommentatorinnen auch persönlich?

Leider nein. Bislang haben wir nur ganz selten Kommentare von Leserinnen und Lesern erhalten, die wir persönlich kennen. Manchmal erreichen uns über die Kommentarfunktion oder die Blogmail auch ganz unverhoffte Fragen – wie etwa vor Kurzem die Anfrage von der Al Jazeera Show »The Stream«, ob wir uns an einer Sendung über eine mögliche Neuauflage von Hitlers»Mein Kampf« in Deutschland beteiligen wollen. Da diese Frage von anderen Institutionen und Personen sehr viel kompetenter diskutiert werden kann, haben wir abgesagt, die Aufzeichnung dann aber natürlich angesehen:

11. Gibt es dein Blog im Jahr 2025 noch – und wenn ja, in welcher Form? Und wenn nein, warum nicht?

Diesen Blog und vermutlich das Publikationsformat Blog an sich gibt es in 11 Jahren vermutlich nicht mehr, weil das Social Web dann ganz andere Formen angenommen haben und neue kommunikative Kanäle entstanden sein werden.


Das »Best-Blogstöcken« soll wandern und wir würden es gerne an Juliane Grossmann weiterleiten, die einmal unsere Kollegin war und nun mit »irgendwie jüdisch« einen abwechslungsreichen Blog über ihren Alltag schreibt. Außerdem interessiert uns, wie das Jüdische Museum München, das als erstes jüdisches Museum in Deutschland einen Blog gelauncht hat, und Jennifer Rasch bzw.der Blog des Museums Neukölln auf das »Best-Blogstöcken« reagieren. Dieses ist mit 11 neuen Fragen verbunden, die wir gerne auch Nina Gorgus, deren »Feststellungen über Ausstellungen« wir gerne lesen, und Michal Fuchs mit dem illustrierten Blog http://fuchsalach.blogspot.de/ stellen wollen. Nämlich:

  1. Warum bloggt ihr?
  2. Gibt es einem Anlass, der zu erstem Blogpost geführt hat, eine Geschichte, die Ihr mit ihm verbindet?
  3. Gebt Ihr Eure Texte vor der Veröffentlichung noch jemandem zu lesen?
  4. Wie sieht das Zusammenspiel zwischen Eurem Blog und Euren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aus?
  5. Habt Ihr einen festen Kreis an Leserinnen und Lesern und kennt diese?
  6. Gibt es ein Thema oder ein Anliegen, das Euch besonders am Herzen liegt und das Ihr mit Eurem Blog verfolgt?
  7. Wo schreibt Ihr Eure Texte? Im Büro, zuhause, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Café …?
  8. Wie vernetzt Ihr Euch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern?
  9. Was war das aufregendste Ereignis, das Ihr mit Eurem Blog verbindet?
  10. Was war Euer Medium, bevor Ihr anfingt zu bloggen? Das persönliche Gespräch, das Tagebuch, der Leserbrief, die Demo, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften?
  11. Meint Ihr, dass es Euren Blog auch noch in 5 Jahren geben wird? Und wenn nicht, was sonst?

 

Wir sind gespannt auf die Antworten und werden unser »Best-Blogstöcken« nun über Twitter weiterreichen.

Mirjam Wenzel und Mirjam Bitter, »Medien«

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