Ehevorbereitungen und Vergangenheitspflege

Innenansicht des Essraums

Farm außerhalb New Yorks, mit Lichtern und Blumen dekoriert © Chuck Fishman

Junge Menschen heiraten immer seltener und diejenigen, die es doch tun, verabschieden sich von ihrem Ledig-Sein mit zunehmend großem Aufwand. In Nordamerika sind Bachelor- und Bachelorette-Partys berühmt und berüchtigt für die Alkohol- und Freizügigkeitsexzesse von Braut und Bräutigam. Dieselben Partys werden in England als »stag & hen nights«, Nächte der Hirsche und Hennen, bezeichnet. In Deutschland pflegte man einst, am »Polterabend« Porzellan zu zerschlagen. Heute torkeln Gruppen von jungen Männern und Frauen mit auffällig bedruckten T-Shirts und groben Tröten getrennt voneinander durch die Fußgängerzonen.

Junge Juden in den USA sind derweil im Begriff, sich eine osteuropäische Tradition zu eigen zu machen: den »Tisch« (Jiddisch für Esstisch, eine Kurzform für »Chosons Tisch«, die Tafel des Bräutigams).  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 19. Juli 2013 1 Kommentar

Gauguin’sche Exotik

Namen verraten die Hoffnungen, Vorstellungen, Projektionen von Vätern und Müttern, folgen Trends und deuten auf die Herkunft ihrer Träger hin.
Für Juden sind mit der Namensgebung eines Kindes viele Entscheidungen verbunden: Soll der Name die Zugehörigkeit unterstreichen, nur für andere Juden kenntlich sein, oder gerade nicht? Ist er geläufig in der Sprache des Landes, aus dem eine Familie kam oder in das ein Kind geboren wird? Welche Übersetzungen hat er erlebt? An wen soll er erinnern? Kolleginnen und Kollegen sowie Freundinnen und Freunde des Jüdischen Museums Berlin teilen in diesem Blog ihre Gedanken zu diesen und anderen Fragen mit.

Naomi

Zeichnung von Naomi Campbell © Naomi LubrichMein Name bedeutet »angenehm« auf Hebräisch, und angenehm war er in Nordamerika Mitte der 70er Jahre tatsächlich: angenehm normal. Naomi war weder einer der Modenamen wie Jennifer, Amy, Melissa und Heather, noch war er so außergewöhnlich wie die Namen anderer Flower-Power-Kinder dieser Zeit wie Blossom, Charisma, Summer oder Echo.  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 20. Juni 2013 0 Kommentare

Sind das die jüdischen Rebellen von morgen?

Haus mit Baum und Wiese

Alpines Jugendhotel

Was ist das Neueste vom Neuen in der jüdischen Jugendszene? Um das herauszufinden, fuhr ich in ein entlegenes Alpendorf zu einem Machane, einem Sommercamp, wo sich unter achtzehnjährige jüdische Jugendliche aus Europa trafen. In der Erwartung, dort jüdische Ideen, Themen, Trends und das Mem der Zukunft auskundschaften zu können, hielt ich Augen und Ohren offen für interessante Modeerscheinungen, coole Musik, neue Medien, Spiele, Slang und Speisen.

Auslöser meiner Suche war der Gedanke an die vielen Neuerungen, die von der gegenwärtigen Generation herbeigeführt wurden. So haben Abweichler ihren traditionellen Tallit (Gebetsmantel) durch eine bunte Variante mit Lilien und Regenbogen ersetzt. Andere haben Trip-Hop-Versionen von jüdischen Liedern produziert, einen Matza Rap und Parodien auf Geschichten aus dem Alten Testament auf YouTube hochgeladen.  weiterlesen