27. Bundesvolontärstagung

Unsere neue Programmdirektorin hält einen Vortrag für den Museumsnachwuchs

 1) Liebe Frau Meijer-van Mensch, Sie waren bereits in mehreren Häusern und in verschiedenen Ländern tätig. Was zeichnet, Ihrer Meinung nach, die Museumslandschaft in Deutschland aus?

Portrait einer Frau, die in einem großen offenen Treppenhaus steht. Sie trägt einen dunkelblauen Blazer und eine weiße Bluse.

Léontine Meijer-van Mensch legt großen Wert auf die Förderung des Museumsnachwuchses; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Zuerst einmal würde ich gerne anmerken, dass in Deutschland – im Gegensatz zu den Niederlanden – die weit verbreitete Auffassung herrscht, dass Kultur allgemein wichtig ist (und damit auch Museen). Es beflügelt mich, in so einem Umfeld zu arbeiten. Vor dem Zweiten Weltkrieg besaß die deutsche Museologie weltweit großen Einfluss. Nach dem Krieg verlor Deutschland seine Vorreiterrolle und neue Entwicklungen in der internationalen Museumswelt wurden nicht immer angenommen. Ein Beispiel hierfür ist der Stellenwert von Bildung und die Rolle von Pädagog*innen innerhalb der Museums­organisation.  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 6. Februar 2017 0 Kommentare

»Vater Unser – Eine Sintifamilie erzählt«

Lesung mit Anita Awosusi

Portät einer älteren Dame mit Dutt

Anita Awosusis engagiert sich für die Rechte der Sinti und Roma; Foto: privat

Unsere Reihe »Neue deutsche Geschichten« geht auch in diesem Jahr weiter: Am 9. Februar 2017 (dieser Termin wurde kurzfristig abgesagt!) stellt Anita Awosusi ihr Buch  Vater Unser – Eine Sintifamilie erzählt in der W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin vor.  Mit ihrem Buch bringt die Autorin ihre Familienbiografie und die historischen Ereignisse und Nachwirkungen des Nationalsozialismus zusammen. Sie erzählt von der Geschichte ihres Vater und zugleich von ihrer eigenen Entwicklung: Als Bürgerrechtlerin kämpft sie auch heute gegen Diskriminierung und für gleichberechtigte Teilhabe der Sinti und Roma und war über zwanzig Jahre im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma aktiv.
Wir haben Anita Awosusi vorab drei Fragen gestellt:

Liebe Frau Awosusi, Sie nennen Ihr Buch »Vater unser – Eine Sintifamilie erzählt«. Ist die Anspielung auf das »Vaterunser«, eines der wichtigsten christlichen Gebete, bewusst gewählt? Falls ja, was wollen Sie damit ausdrücken?

Der Titel Vater unser entstand daraus, dass meine Schwestern und ich immer »unser Vater« sagen, wenn wir über unsere Eltern erzählen. Zudem hatte unser Vater in unserer Familie eine sehr tragende Rolle als Familienoberhaupt. Das heißt aber keinesfalls, dass unsere Mutter weniger Respekt von ihren Kindern bekam. Außerdem gibt es noch einen zweiten Grund:  weiterlesen


Das Gastmahl wird restituiert

– die Geschichte einer Recherche

Ein Ölgemälde mit der Darstellung eines Gastmahls, in goldenem Rahmen

Diese Ölskizze mit dem Titel Das Gastmahl der Familie Mosse wurde an die Erbengemeinschaft nach Felicia Lachmann-Mosse restituiert; Foto: Jüdisches Museum Berlin, Jens Ziehe.

Der heutige Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert unter anderem an die bis heute spürbaren Folgen des verbrecherischen NS-Regimes. Eine dieser Folgen ist, dass sich in vielen Museen noch immer Kulturgüter befinden, die ihren Besitzern zwangsweise während der NS-Zeit entzogen wurden. Im Dezember letzten Jahres restituierte das Jüdische Museum Berlin nun die Ölskizze Das Gastmahl der Familie Mosse an die Erben von Felicia Lachmann-Mosse. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Und wie geht das überhaupt mit der Provenienzforschung, die in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen hat und oft für Rauschen im medialen Blätterwald sorgt?  weiterlesen