»Generation ›koscher light‹« – Über den Lebensstil junger russischsprachiger Juden in Berlin

Portraitaufnahme einer Frau mit schwarzer Brille, schwarzer Kleidung und langen braunen Haaren vor einer weißen Wand

Alina Gromova © Judith Metze

Morgen Abend, am 9. September 2014, stellt die Ethnologin Alina Gromova ihr 2013 erschienenes Buch  »Generation ›koscher light‹« in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin vor. Wie vielen der Autorinnen und Autoren, deren  »Neue deutsche Geschichten« bislang zur Sprache kamen, haben wir auch ihr vorab drei Fragen gestellt:

Alina, Du hast die Stadt als Ausgangspunkt Deiner Untersuchung von russischsprachigen Juden in Berlin gewählt – aus den Orten, an denen sie wohnen, sich aufhalten, treffen und feiern, arbeitest Du die unterschiedlichen Auffassungen von Identität, Tradition und Religion heraus, die in dieser Gruppe existieren. Wieso hast Du Dich gerade für diese Raum-Perspektive entschieden?

Identität und Tradition sind Begriffe, die oft schwer zu greifen sind, weil sie aus Symbolen, Werten, Wunschprojektionen oder Erinnerungen bestehen. Ein Raum hat dagegen nicht nur eine symbolische, sondern auch eine materielle Seite und ist deshalb viel greifbarer. Für mich sind Räume keine dreidimensionalen Container, die mit Menschen oder Dingen gefüllt werden müssen; vielmehr werden sie durch diese überhaupt erst geschaffen. Die Stadträume sind für mich besonders spannend, weil hier eine große kulturelle und religiöse Vielfalt an einem engen Fleck möglich ist und deshalb an ein und demselben Ort mehrere Räume gleichzeitig entstehen, die von verschiedenen Gruppen konstruiert werden, die sich gegenseitig überlagern und miteinander in Berührung kommen.

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Veröffentlicht von am 31. August 2014 0 Kommentare

»Der kühnen Bahn nun folgen wir, die uns geführt Lasalle!«

Dunkelroter Buchdeckel mit goldfarbenen Titel in Frakturschrift

»Enthüllungen über das tragische Lebensende Lassalles« von Bernhard Becker © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Leonore Maier.

Heute vor genau 150 Jahren, am 31. August 1864, starb Ferdinand Lassalle an den Folgen der Verletzungen, die er sich in einem Duell zugezogen hatte. Der deutsche Politiker und Publizist war einer der Gründer der ersten Arbeiterorganisation auf deutschem Boden, des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, der im Jahr zuvor entstanden war und heute als die »Wiege der Sozialdemokratie« gilt. In der Ausstellung »150 Jahre Sozialdemokratie«, die das Moskauer Staatsarchiv vor einem Jahr präsentierte, wurden auch die Duell-Pistolen von Ferdinand Lassalle gezeigt. Der Politiker und charismatische Agitator für die Sache der organisierten Arbeiterschaft war erst 39 Jahre alt, als er Wilhelm von Dönniges zum Duell forderte, weil dieser ihm die Hand seiner Tochter verweigert hatte.

Nach seinem plötzlichen Tod entwickelte sich ein regelrechter Personenkult um Lassalle. Er manifestierte sich in Gedichten, Liedern und Ritualen, die während der weit verbreiteten Lassalle-Erinnerungsfeiern vorgetragen und durchgeführt wurden sowie in zahlreichen Memorabilia, die unter seinen Anhängern kursierten. Das erste Buch mit »Enthüllungen über das tragische Lebensende Lassalles« erschien 1868, der Autor war ein enger politischer Weggefährte Lassalles.
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Veröffentlicht von am 21. August 2014 0 Kommentare

»Best Blog«-Blogstöckchen

Best-Blog-Award-Bildchen, auf dem eine gezeichnete Frau einen großen Blumentstrauß hältVor einiger Zeit haben Christopher und Johannes von einem unserer Lieblingsblogs, der Koscheren Melange, uns ein Best-Blockstöckchen mit Fragen zugeworfen. Wir, die beiden Mirjams, die den Blog seit eineinhalb Jahren redaktionell betreuen, haben uns darüber sehr gefreut, aber leider – mitten im Sommer – ein bisschen länger gebraucht, um unsere Antworten aufzuschreiben. Hier sind sie:

1. Wer bloggt und warum bloggt ihr?

Hier bloggen Kolleginnen und Kollegen des Jüdischen Museums Berlin zu Themen, die ihnen am Herzen liegen, zu Fragen, die sie sich oder anderen gestellt haben, und über Dinge, die ansonsten nicht sichtbar sind. Wir bloggen, weil wir bei unserer täglichen Arbeit immer wieder auf Fragen stoßen, Entdeckungen machen oder Überlegungen haben, die wir mit-teilen wollen.

2. Was macht eigentlich ein (sehr) gutes Blogpost aus?

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Veröffentlicht unter Im Jüdischen Museum Berlin, Medien
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