Veröffentlicht von am 14. Juli 2017 0 Kommentare

Tier- und menschenfreundlicher Sommer im Museum

Wenn es Ihnen schon aus der Garderobe entgegenlacht

An Pferde erinnernde rote Gummi-Hüpftiere in einem grauen Regal, davor leere Rollcontainer

Freundliche Regalbewohner*innen; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Johannes Rinke

Diesen lustigen Schnappschuss aus der Gruppengarderobe des Jüdischen Museums Berlin schickte uns gerade unser Kollege Johannes Rinke vom Besucher*innen­service. Auf unsere neugierige Nachfrage, was es mit den freundlichen Wesen auf sich habe, erfuhren wir, dass diese Gummitiere während der Veranstaltungen des Kultursommers im Garten für die Kinder zum Spielen bereitstehen.

»Jahrelang gab es bei uns im Museum nur ein trauriges Exemplar dieser Spezies, das den Großteil des Jahres allein im dunklen Keller sein Dasein fristen musste, bis es bei den Veranstaltungen des Kultursommers von hunderten Kinderhänden begeistert befingert wurde«, ergänzte Carolin Kiel aus unserer Veranstaltungsabteilung.  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 26. Juni 2017 1 Kommentar

Ein chinesischer Blick auf das jüdische Leben in Schanghai

Ghettoleben und schöne Schuhe

Der Autor dieses Blogbeitrags blickt lächelnd auf die später im Text beschriebenen Damenschuhe

Wei Zhang mit Schuhen »Made in China« aus unserer Sammlung; Jüdisches Museum Berlin, Dauerleihgabe von Marion Schubert, geb. Salomon, Foto: Christoph Kreutzmüller

Als Student der Holocaust Studies an der Universität Haifa hatte ich die Ehre, ein Praktikum im Jüdischen Museum Berlin machen zu können, und zwar in dem Team, das die neue Dauerausstellung erarbeitet. Bevor das Praktikum begann, stieß ich in dem Buch Jewish Responses to Persecution: 1938–1940 (hg. v. Jürgen Matthäus und Alaxandra Garbarini, AltaMira Press, Plymouth 2010) auf ein Zitat von Ende 1938, unmittelbar nach den Novemberpogromen, das die Verzweiflung der deutschen Jüdinnen*Juden, besonders derjenigen in Berlin, deutlich macht:

»In Berlin hat noch ein jüdisches Café geöffnet. Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie Selbstmordgefährdete aussehen, sollte in dieses Café gehen. Die Gespräche der Leute dort drehen sich um zwei Themen: wie man an ein Schiffsbillet nach Schanghai kommt oder wie man sich selbst töten kann.«

So kam mir die Frage in den Sinn, ob ich hier am Jüdischen Museum Berlin Informationen zu Schanghai finden könnte, wo etwa 20.000 aschkenasische Jüdinnen*Juden Zuflucht fanden. Als ich in der Sammlung des Museums recherchierte, staunte ich, auf welche Fülle an Materialien ich stieß. Diese Geschichten möchte ich nun gerne mit Ihnen teilen.  weiterlesen


Veröffentlicht von am 9. Juni 2017 0 Kommentare

Das Kleid der Ehebrecherin

Die Künstlerin Andi Arnovitz stellt das traditionelle Eherecht in Frage

Foto des im Text näher beschriebenen Kleides, auf einem Kleiderbügel aufgehängt

Das Kleid der Ehebrecherin von Andi LaVine Arnovitz, 2009; Foto: Avshlom Avital

In unserer aktuellen Ausstellung Cherchez la femme hängt ein transparentes Kleid, das alles preiszugeben scheint. Aus Japanpapier, Haar, Buchstaben und Schmutzpartikeln hat die israelisch-amerikanische Künstlerin Andi LaVine Arnovitz ein zartes Kunstwerk geschaffen. Locken schmücken das Kleid aus Papier und deuten die Schönheit seiner Trägerin an. Doch wie sind andere Bestandteile zu verstehen: Schmutz und krauses Körperhaar?

Den Schlüssel zum Verständnis liefern die vereinzelt applizierten Buchstaben. Sie führen zu dem biblischen Ritual, welches in der Tora, Numeri 5: 11 – 31 beschrieben wird, und auf das diese Arbeit sich bezieht:  weiterlesen