Veröffentlicht von am 31. März 2017 0 Kommentare

Die Macht des Haars

Von persischen Märchen und weiblicher Selbstbestimmung

Frau steht neben einer Virtrine, in der sich eine Skulptur aus Haaren befindet

Die Künsterlin Mandana Moghaddam neben ihrer Skulptur Chelgis I in der Ausstellung Cherchez la femme. Perücke, Burka, Ordenstracht; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Anlässlich unserer neuen Ausstellung Cherchez la femme – über die Traditionen der Verhüllung von Frauen in den drei großen monotheistischen Religionen – sprachen wir mit der iranischen Künstlerin Mandana Moghaddam. Ihr Werk Chelgis ist ein besonders eindrucksvoller Beitrag zum Ausstellungsthema und regt dazu an, sich noch auf ganz persönliche Weise weiter mit den Fragen, die Cherchez la femme aufwirft, zu beschäftigen.

Liebe Frau Moghaddam, würden Sie uns ein wenig über Ihre künstlerische Arbeit und über die Geschichte hinter Chelgis erzählen?

Ich begann diese Arbeit, indem ich über heutige Frauenthemen nachdachte und über verschiedene Sichtweisen auf diese Themen. Als ich die erste Skizze zeichnete, hatte ich die Geschichte von Chelgis – das bedeutet »40 Zöpfe« –  vor Augen.  weiterlesen


Gelungenstes Beispiel für Deutschland wo gibt freilassen!

Foto einer Häuserkulisse in Berlin Kreuzberg/Mitte

Blick von der Akademie des Jüdischen Museums auf das Springer-Hochhaus mit der Leuchtschrift #FreeDeniz; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Stefanie Haupt

»#FreeDeniz« strahlt mir die Leuchtanzeige des Axel-Springer-Hochhauses in Schwarz auf Türkisgrün entgegen, wenn ich mein Büro im Jüdischen Museum verlasse und aus dem Nordflügel der W. Michael Blumenthal Akademie ins Freie trete. Beim ersten Sehen habe ich mich noch über das Signal gefreut, mit dem die Axel Springer SE* die Freilassung des Türkei-Korrespondenten der WELT, Deniz Yücel, anmahnt. Doch mit jedem Tag wird es trauriger, die Anzeige sehen zu müssen. Ich kenne Deniz Yücel seit 2003, als er mit anderen Berliner*innen deutsch- und türkischsprachige Proteste gegen die Sprengstoffanschläge auf die beiden Istanbuler Synagogen Neve Shalom und Beth Israel vom 15. November organisierte. Bei den Anschlägen waren 24 Menschen getötet, etwa 300 verletzt worden.

Seit Längerem hatten Deniz und ich keinen Kontakt mehr; doch seit Mitte Februar kommen durch Nachrichten über seine Verhaftung wegen »Terrorpropaganda« und darauf folgende Autokorsi, Gespräche mit Freund*innen oder eben die Leuchtanzeige die Erinnerungen an 2003/2004 wieder auf, als wir fast wöchentlich miteinander zu tun hatten.  weiterlesen


Veröffentlicht von am 17. März 2017 0 Kommentare

»Den Glauben kann man von außen nicht sehen.«

Ein Besuch bei Schwester Katharina im Karmel Berlin

Durchsichtiger Plastikkopf, der einen schwarzen Schleier trägt

Diesen Schleier hat uns Schwester Katharina für unsere Ausstellung gestiftet; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Katharina Erbe.

Den Kopf zu bedecken ist fast gänzlich aus der christlichen Praxis verschwunden. In Deutschland sieht man dies eigentlich nur noch bei Ordensschwestern. Bei den Vorbereitungen für die Ausstellung Cherchez la femme (mehr dazu auf unserer Website) waren wir uns früh einig: Wir wünschen uns einen Nonnenschleier.

Ich machte mich also auf den Weg ins nördliche Charlottenburg zum Karmel Regina Martyrum, ein Konvent der sogenannten »Unbeschuhten Karmelitinnen«. Dort begrüßt mich Schwester Katharina, die im Orden für die Kleidung zuständig ist. Nach eigener Aussage hat sie selbst einen eher nüchternen Zugang zu der Thematik, andere würden einzelnen Kleidungsstücken dagegen eine besondere spirituelle Bedeutung beimessen. Das sei eine sehr persönliche Sache und in einer Gemeinschaft könne man ganz unterschiedlichen Haltungen und Praktiken begegnen.

Das Gespräch über die Bedeutung der Ordenstracht beginnt Schwester Katharina mit einer Anekdote:  weiterlesen

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