Eine Bibliothek springt über die Straße

Endlich ein Freihandbereich – mit Schwung sind wir in unser Glück gestoßen worden. Nach einigen baulichen Verzögerungen hatten wir einen festen Umzugstermin. Aus den abgeschiedenen Räumen im 3. Stock des Libeskind-Baus sollte es in die ebenfalls von Daniel Libeskind gestaltete Akademie gegenüber dem Museum gehen.

Im Vordergrund eine Wand mit der Aufschrift »Lesesaal«, im Hintergrund Bücherregale und Lesetische

Der Lesesaal von Bibliothek und Archiv des Jüdischen Museums Berlin
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Mirjam Bitter

Während die einen noch die Bücherpacker im Depot dirigierten, stellte sich für die anderen die Frage, wie dieser neue Lesesaal mit Freihandbereich zu bespielen sei. Die Besucher sollten nun schließlich ohne Anmeldung kommen und gehen können. Fehlende Regalschilder mussten durch provisorische Ausdrucke der Systematik ersetzt werden, an die Eingangstür gehörte eine Information zu den Öffnungszeiten. Außerdem wollte der Shuttle der empfindlichen Rara aus dem Depot über die Straße in den Lesesaal organisiert werden. Zwischendurch trudelten auch noch die Pakete einer umfangreichen Schenkung ein, die zwischen all den Umzugskisten nicht untergehen durfte. Als wir dann eröffneten, erfuhren wir, dass auch ein Pressetermin geplant war.  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 25. Juli 2013 4 Kommentare

Die tägliche Portion Lob

– aus dem Arbeitsalltag der Blogredaktion

Zum Glück passiert es nur sehr selten, dass in diesem Blog antisemitische Kommentare abgegeben werden. Wenn der Fall eintritt, stehen die Moderatorinnen des Blogs – wie bei allen Kommentaren – vor der Frage, ob sie den Kommentar für andere sichtbar machen oder nicht. Sollte man solch aggressiven Unfug im Sinne der Transparenz und Dokumentation, was an ein jüdisches Museum herangetragen wird, öffentlich machen? Sollte man es gar nutzen, um die ›Argumente‹, sofern solche überhaupt vorhanden sind, durch eigene Kommentierung zu entkräften? Oder bietet man Antisemitinnen und Antisemiten damit eine unnötige Plattform? Bei Kommentaren, die bloß die altbekannte Weltverschwörungstheorie reproduzieren, haben wir uns gegen eine Veröffentlichung entschieden. Solche Phantastereien sind an viel zu vielen anderen Orten nachlesbar und wir möchten sie weder weiter verbreiten noch unsere Leserinnen und Leser dazu nötigen, sie im Blog des Jüdischen Museums Berlin ernst zu nehmen.

Zeichnung einer Person vor dem Computer, aus dem lauter Sprechblasen mit überschwänglichen Kommentaren kommenViel öfter jedoch werden wir Redakteurinnen beim Öffnen des Blogs mit einer gehörigen Portion Lob begrüßt. Da heißt es etwa: »Danke für die kluge Analyse« oder noch enthusiastischer: »Super-Duper website! I am loving it!! Will come back again.« Manche kriegen sich kaum mehr ein:  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 19. Juli 2013 1 Kommentar

Gauguin’sche Exotik

Namen verraten die Hoffnungen, Vorstellungen, Projektionen von Vätern und Müttern, folgen Trends und deuten auf die Herkunft ihrer Träger hin.
Für Juden sind mit der Namensgebung eines Kindes viele Entscheidungen verbunden: Soll der Name die Zugehörigkeit unterstreichen, nur für andere Juden kenntlich sein, oder gerade nicht? Ist er geläufig in der Sprache des Landes, aus dem eine Familie kam oder in das ein Kind geboren wird? Welche Übersetzungen hat er erlebt? An wen soll er erinnern? Kolleginnen und Kollegen sowie Freundinnen und Freunde des Jüdischen Museums Berlin teilen in diesem Blog ihre Gedanken zu diesen und anderen Fragen mit.

Naomi

Zeichnung von Naomi Campbell © Naomi LubrichMein Name bedeutet »angenehm« auf Hebräisch, und angenehm war er in Nordamerika Mitte der 70er Jahre tatsächlich: angenehm normal. Naomi war weder einer der Modenamen wie Jennifer, Amy, Melissa und Heather, noch war er so außergewöhnlich wie die Namen anderer Flower-Power-Kinder dieser Zeit wie Blossom, Charisma, Summer oder Echo.  weiterlesen

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