Eine Preview als #TweetUp zu #Hautab

»Wortraum« zum abrahamitischen Bundschluss auf Hebräisch, Arabisch, Deutsch und Englisch  © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

»Wortraum« zum abrahamitischen Bundschluss auf Hebräisch, Arabisch, Deutsch und Englisch
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Am Abend vor der Ausstellungseröffnung von »Hautab! Haltungen zur rituellen Beschneidung« konnten einige Blogger und Twitterer einen Blick hinter die Kulissen im Jüdischen Museum Berlin werfen. In der Endphase des Aufbaus führten Programmdirektorin Cilly Kugelmann und Kuratorin Martina Lüdicke die Gruppe erstmals durch die neue Ausstellung. In konzentrierter und ruhiger Atmosphäre wurden originelle, ernste und auch mal ironische Tweets in 140 Zeichen verfasst, die wir nun zu einem virtuellen Rundgang in drei Sprachen zusammengestellt haben. Fotos und Tweets spiegeln die vielen Aspekte der großen Ausstellung um das kleine Stück Vorhaut – von der Installation »Auf Messers Schneide« über die Objekte und Kunstwerke aus Judentum, Islam und Christentum bis hin zum abschließenden »Resonanzraum«.

Katharina Schmidt-Narischkin und Sylvia Winkler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung

Wand voller rosa Notizzettel

Fragemauer, Ausstellung »Die ganze Wahrheit« © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Thomas Valentin Harb

Vor über einem Jahr endete am Jüdischen Museum die Sonderausstellung mit dem Titel »Die ganze Wahrheit…was Sie schon immer über Juden wissen wollten«. Übrig blieben – neben regen Diskussionen und leeren Schaukästen – Tausende pinkfarbener Post-its. Besucher hatten ihre Fragen, Kommentare und Eindrücke nach dem Ausstellungsbesuch an eine Betonwand geklebt und dem Museum hinterlassen. Entstanden war eine Art analoges Facebook, das über die Ausstellungsinhalte hinausging. Besucher kommentierten sich gegenseitig und warfen neue Fragen auf: zur Geschichte der Juden in Deutschland, zum Nahostkonflikt, zum Verhältnis von Christentum und Judentum und immer wieder zum Thema Beschneidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Jüdische Museum Berlin schon beschlossen, dem brisanten Thema nicht nur einen weiteren Blogbeitrag in der Serie »Frage des Monats«, sondern eine ganze Ausstellung zu widmen.
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»Generation ›koscher light‹« – Über den Lebensstil junger russischsprachiger Juden in Berlin

Portraitaufnahme einer Frau mit schwarzer Brille, schwarzer Kleidung und langen braunen Haaren vor einer weißen Wand

Alina Gromova © Judith Metze

Morgen Abend, am 9. September 2014, stellt die Ethnologin Alina Gromova ihr 2013 erschienenes Buch  »Generation ›koscher light‹« in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin vor. Wie vielen der Autorinnen und Autoren, deren  »Neue deutsche Geschichten« bislang zur Sprache kamen, haben wir auch ihr vorab drei Fragen gestellt:

Alina, Du hast die Stadt als Ausgangspunkt Deiner Untersuchung von russischsprachigen Juden in Berlin gewählt – aus den Orten, an denen sie wohnen, sich aufhalten, treffen und feiern, arbeitest Du die unterschiedlichen Auffassungen von Identität, Tradition und Religion heraus, die in dieser Gruppe existieren. Wieso hast Du Dich gerade für diese Raum-Perspektive entschieden?

Identität und Tradition sind Begriffe, die oft schwer zu greifen sind, weil sie aus Symbolen, Werten, Wunschprojektionen oder Erinnerungen bestehen. Ein Raum hat dagegen nicht nur eine symbolische, sondern auch eine materielle Seite und ist deshalb viel greifbarer. Für mich sind Räume keine dreidimensionalen Container, die mit Menschen oder Dingen gefüllt werden müssen; vielmehr werden sie durch diese überhaupt erst geschaffen. Die Stadträume sind für mich besonders spannend, weil hier eine große kulturelle und religiöse Vielfalt an einem engen Fleck möglich ist und deshalb an ein und demselben Ort mehrere Räume gleichzeitig entstehen, die von verschiedenen Gruppen konstruiert werden, die sich gegenseitig überlagern und miteinander in Berührung kommen.

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