Mit zehn Klappmaulpuppen und einer Reise-Chanukkia im Schlafwagen

Eine Puppe in blauem Shirt mit Davidstern vor einer Kiste mit Berliner Pfannkuchen und mit einer Sprechblase: »Buaah, mein lieber Scholli! Pfannkuchen for free!!! Hahahaaaa! Happy Chanukkaaaaa!«

Eine der Klappmaulpuppen aus Shlomit Tulgans bubales-Familie
CC-BY Shlomit Tulgan

Neulich wurde ich gefragt, ob ich nicht etwas über meine persönlichen Chanukka-Fest-Erlebnisse im Kreise von Familie und Freunden schreiben könnte. Da fiel mir auf, dass mein letztes Chanukka mit Freunden oder Eltern schon lange zurückliegt. Ich kramte in meinen alten Fotos herum und fand ein Bild, auf dem ich mit meinem Vater 1988 unsere Chanukkia anzündete. Wir hatten gerade politisches Asyl in West-Berlin beantragt und durften bei Freunden wohnen, um nicht mehr im Flüchtlingsheim bleiben zu müssen. Damals war Chanukka für mich eine private Familiensache.  weiterlesen


Das Kol Nidre und die »bürgerliche Verbesserung der Juden«

– ein jahrhundertelanger Streit

Ein Feldgeistlicher zelebriert das Kol Nidre vor Soldaten

Bildpostkarte »Kol Nidre vor Metz 1870«, Schenkung von Liselotte Eschenbach, weitere Informationen zum Objekt in unseren Online-Sammlungen
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Am 23. September feiern wir dieses Jahr Jom Kippur. Wie immer werden am Vorabend des Versöhnungstages die Synagogen brechend voll sein mit Menschen, die angespannt auf das Singen des Kol Nidre warten. Das Kol Nidre ist ein Gebet in Form einer Erklärung auf Aramäisch und Hebräisch. Darin wird Gott angefleht, »alle Gelübde, Verbote, Bannsprüche, Umschreibungen und alles, was dem gleicht, Strafen und Schwüre, die wir geloben, schwören, als Bann aussprechen, uns als Verbot auferlegen« zu vergessen, und zwar entweder die des vergangenen oder die des kommenden Jahres.
Diese doch recht überraschende Bitte warf bei vielen jüdischen Gelehrten im Laufe der Geschichte die Frage nach der Berechtigung des Kol Nidre auf.  weiterlesen

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Eine Preview als #TweetUp zu #Hautab

»Wortraum« zum abrahamitischen Bundschluss auf Hebräisch, Arabisch, Deutsch und Englisch  © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

»Wortraum« zum abrahamitischen Bundschluss auf Hebräisch, Arabisch, Deutsch und Englisch
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Am Abend vor der Ausstellungseröffnung von »Haut ab! Haltungen zur rituellen Beschneidung« konnten einige Blogger und Twitterer einen Blick hinter die Kulissen im Jüdischen Museum Berlin werfen. In der Endphase des Aufbaus führten Programmdirektorin Cilly Kugelmann und Kuratorin Martina Lüdicke die Gruppe erstmals durch die neue Ausstellung. In konzentrierter und ruhiger Atmosphäre wurden originelle, ernste und auch mal ironische Tweets in 140 Zeichen verfasst, die wir nun zu einem virtuellen Rundgang in drei Sprachen zusammengestellt haben. Fotos und Tweets spiegeln die vielen Aspekte der großen Ausstellung um das kleine Stück Vorhaut – von der Installation »Auf Messers Schneide« über die Objekte und Kunstwerke aus Judentum, Islam und Christentum bis hin zum abschließenden »Resonanzraum«.

Katharina Schmidt-Narischkin und Sylvia Winkler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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