Veröffentlicht von am 4. März 2015 0 Kommentare

»Die schlaue Esther« – nichts für Kinder?!

Purim ist ein Familienfest, bei dem sich Kinder verkleiden, mit Ratschen lärmen und traditionelle Hamantaschen naschen. Bei so viel Heiterkeit mutet es ein wenig erstaunlich an, dass dieses Fest  auf einer biblischen Geschichte basiert, die alles andere als fröhlich und jugendfrei ist.

Eine Stoffpuppe sitzt auf einem Thron und schaut eine weibliche Stoffpuppe an, die auf einem Podest steht

Der König Achaschwerosch verliebt sich in Esther © Foto: Shlomit Tulgan

Das Buch Esther, welches an Purim gelesen wird, berichtet von einer spektakulären Rettungsaktion des jüdischen Volks durch das Waisenmädchen Esther in dem von König Achaschwerosch regierten persischen Reich. Der unbekannte Autor verfasste die Geschichte im Stil einer literarischen Dichtung, in deren Handlungsverlauf Gott keine maßgebende Rolle zu spielen scheint. Vielmehr steht die List im Vordergrund, mit der es Esther und ihrem Onkel Mordechai gelingt, den Wesir Haman daran zu hindern, sein geplantes Pogrom gegen die persischen Juden in die Tat umzusetzen.  weiterlesen


Veröffentlicht von am 25. Februar 2015 6 Kommentare

Eine Beschneidung für den Familienfrieden

In manchen Familien ist das Thema Beschneidung Auslöser intensiver Diskussionen, wie auch in den Filmbeispielen in unserer aktuellen Sonderausstellung »Haut ab! Haltungen zur rituellen Beschneidung« deutlich wird. Oliwia kennt diese schwierige Situation: Während der Eingriff für ihren muslimischen Mann selbstverständlicher Teil der Tradition ist, argumentiert vor allem ihr katholischer Vater heftig dagegen. Soll also ihr vierjähriger Sohn beschnitten werden? Und wie sieht Oliwia die Praxis selbst? Über diese Fragen und ihre letztendliche Entscheidung habe ich mit Oliwia gesprochen.

Oliwia*, aus welcher Konstellation speist sich bei Euch der Streit über die Beschneidung?

Schwarz-weiß Fotografie: kleine Jungen in Uniform stehen auf einer Bühne

»Jungen vor ihrer Beschneidung«, Köln, 1983 © Henning Christoph / Soul of Africa Museum, zu sehen in der JMB-Sonderausstellung »Haut ab!«

Mein Mann ist Marokkaner und Moslem, ich komme aus einem römisch-katholischen Elternhaus, bin allerdings 2006 zum Islam konvertiert. Nun haben wir vor vier Jahren einen Sohn bekommen. Für meinen Mann war von Anfang an klar, dass Jamal beschnitten wird. Das ist für ihn Teil der Tradition und ein Symbol der Zugehörigkeit zum Islam.

Für Dich war die Sache aber gar nicht so klar?

Nein. Eigentlich bin ich  weiterlesen

Veröffentlicht unter Haut Ab!, Religion
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Veröffentlicht von am 17. Februar 2015 3 Kommentare

»Teil von etwas Ganzem«: Ein Gespräch über eine rituelle Beschneidung, mit der die Geschichte überwunden wurde

Farbfotografie einer Beschneidungsfeier in der Synagoge mit mehreren Personen

»Eine Feier mit Familie und Freunden«: Die Brit von Jaal, Foto: William Noah Glucroft

In den vergangenen Wochen haben wir auf »Blogerim« von den Diskussionen berichtet, die das Thema Beschneidung nach sich ziehen kann. Dabei sollte allerdings nicht aus den Augen verloren werden, dass für die meisten jüdischen und muslimischen Familien der Ritus eine Selbstverständlichkeit ist – so auch für Amitay und Meital aus Israel. Das Paar lebt in Berlin und hat Anfang Dezember einen Jungen bekommen. Ich habe die beiden gefragt, wie sie die Brit Mila des kleinen Jaal erlebt haben.

Mitte Dezember habt Ihr Jaal in der Synagoge Fraenkelufer von einem Mohel beschneiden lassen. Habt Ihr lange überlegt, ob Ihr diesen Schritt geht?

Meital: Für mich war es gar keine Frage.
Amitay: Für mich auch nicht. Als der Moment immer näher rückte, kamen mir aber doch einige Fragen.  weiterlesen