Veröffentlicht von am 17. März 2017 0 Kommentare

»Den Glauben kann man von außen nicht sehen.«

Ein Besuch bei Schwester Katharina im Karmel Berlin

Durchsichtiger Plastikkopf, der einen schwarzen Schleier trägt

Diesen Schleier hat uns Schwester Katharina für unsere Ausstellung gestiftet; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Katharina Erbe.

Den Kopf zu bedecken ist fast gänzlich aus der christlichen Praxis verschwunden. In Deutschland sieht man dies eigentlich nur noch bei Ordensschwestern. Bei den Vorbereitungen für die Ausstellung Cherchez la femme (mehr dazu auf unserer Website) waren wir uns früh einig: Wir wünschen uns einen Nonnenschleier.

Ich machte mich also auf den Weg ins nördliche Charlottenburg zum Karmel Regina Martyrum, ein Konvent der sogenannten »Unbeschuhten Karmelitinnen«. Dort begrüßt mich Schwester Katharina, die im Orden für die Kleidung zuständig ist. Nach eigener Aussage hat sie selbst einen eher nüchternen Zugang zu der Thematik, andere würden einzelnen Kleidungsstücken dagegen eine besondere spirituelle Bedeutung beimessen. Das sei eine sehr persönliche Sache und in einer Gemeinschaft könne man ganz unterschiedlichen Haltungen und Praktiken begegnen.

Das Gespräch über die Bedeutung der Ordenstracht beginnt Schwester Katharina mit einer Anekdote:  weiterlesen

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Das Gastmahl wird restituiert

– die Geschichte einer Recherche

Ein Ölgemälde mit der Darstellung eines Gastmahls, in goldenem Rahmen

Diese Ölskizze mit dem Titel Das Gastmahl der Familie Mosse wurde an die Erbengemeinschaft nach Felicia Lachmann-Mosse restituiert; Foto: Jüdisches Museum Berlin, Jens Ziehe.

Der heutige Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert unter anderem an die bis heute spürbaren Folgen des verbrecherischen NS-Regimes. Eine dieser Folgen ist, dass sich in vielen Museen noch immer Kulturgüter befinden, die ihren Besitzern zwangsweise während der NS-Zeit entzogen wurden. Im Dezember letzten Jahres restituierte das Jüdische Museum Berlin nun die Ölskizze Das Gastmahl der Familie Mosse an die Erben von Felicia Lachmann-Mosse. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Und wie geht das überhaupt mit der Provenienzforschung, die in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen hat und oft für Rauschen im medialen Blätterwald sorgt?  weiterlesen


Horror und Magie der Golem-Stummfilme

Filmszene, in der sich der Golem über eine halb ohnmächtig auf dem Sofa liegende Tänzerin beugt

In der Verwechslungskomödie Der Golem und die Tänzerin aus dem Jahr 1917 persifliert Paul Wegener seinen Film Der Golem von 1915; Foto: Deutsches Filminstitut, Frankfurt a.M./Nachlass Paul Wegener – Sammlung Kai Möller.

Januar 1915, der Golem erblickt am Berliner Kurfürstendamm zum ersten Mal das Licht der Kinoleinwand und fesselt als modernes Monster das Publikum. Parallel toben südöstlich der belgischen Stadt Ypern die Kämpfe des Ersten Weltkriegs. Auf diesen ersten Golem-Stummfilm folgen Schlag auf Schlag, 1917 und 1920, gleich zwei weitere, die in Berlin uraufgeführt werden. Immer wieder ist es Paul Wegener, der nicht nur die Idee zu diesen Filmprojekten hat, sondern auch die Drehbücher schreibt und jedes Mal selbst die Hauptrolle spielt – den Golem.

In der aktuellen Ausstellung GOLEM (mehr auf www.jmberlin.de/golem) widmet sich ein Themenraum diesen drei Stummfilmen.  weiterlesen