Veröffentlicht von am 27. Mai 2014 0 Kommentare

Auf der Suche nach den neuen Deutschen

Besuch im Lesesaal der Akademie

Was haben Bücher mit Titeln wie Muslime im säkularen Rechtsstaat, Diaspora Identities oder z.B. 650 Jahre Rixdorf im Jüdischen Museum zu suchen? Diese Frage zu beantworten, ist Aufgabe der Akademieprogramme Migration und Diversität. Die Frage dagegen, wie Sie diese Bücher bei uns finden, fällt in die Zuständigkeit der Bibliothek.

Eine Lesesaalbesucherin informiert sich beim Bibliothekar am Informationspult.

Lesesaal der Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Mirjam Bitter

Nehmen wir mal an, Sie suchen Informationen über Sozialstruktur, Vereine und Biographien von Migranten in Berlin, am besten über Kreuzberg, wo Sie vor zwei Jahren aus der hessischen Provinz hingezogen sind. Nach Ihrem Museumsbesuch am Sonntagnachmittag wollten Sie sich auch die neue Akademie anschauen, wo vor einiger Zeit diese Veranstaltung über die neuen Deutschen stattfand, von der Ihnen ein Freund erzählt hatte. Die Akademie ist zwar am Wochenende geschlossen, ein Host sagte Ihnen aber, dass es dort auch eine Bibliothek gibt. Gleich am Montag kommen Sie vorbei und fragen im Lesesaal nach Türken in Kreuzberg. Nun würde der Bibliothekar am liebsten sagen: zweites Regal links, hinten durch, da steht, was Sie suchen. Aber so einfach ist es leider doch nicht.  weiterlesen


Musikalische Entdeckungen und eine Künstlerfamilie zwischen Jerusalem und Berlin

Interview mit Elena Bashkirova

Vom 7. bis 11. Mai findet im Glashof unseres Museums erneut das Kammermusikfestival »intonations« statt. Katharina Schmidt-Narischkin und Sylvia Winkler von der Pressestelle unseres Museums sprachen vorab mit der künstlerischen Leiterin Elena Bashkirova.

Katharina Schmidt-Narischkin, Sylvia Winkler: Welchen Themenschwerpunkt setzen Sie als Festivalleiterin in diesem Jahr?

Eine lachende Frau sitzt an einem Konzertflügel

Elena Bashkirova, Festivalleiterin und Pianistin
© Monika Rittershaus

Elena Bashkirova: Zwei Jahrestage geben bei diesem Festival die Schwerpunkte vor: zum einen der Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und seine unmittelbaren Auswirkungen auf die Musik. Zum anderen natürlich der 150. Geburtstag von Richard Strauss. Beide Jahrestage versprechen ein abwechslungsreiches Programm für »intonations«: 1914 herrschte eine erstaunliche Fülle an musikalischen Stilrichtungen, die sich auch in unseren Konzerten widerspiegeln. Außerdem hat Richard Strauss beinahe sein ganzes Leben lang Kammermusik geschrieben. So konnte ich aus vielen sehr unterschiedlichen Stücken und Genres wählen.

Wie jedes Jahr treffen bei »intonations« Klassiker der Kammermusik auf unbekannte Werke. Welche Komponisten können die Besucher bei der dritten Auflage entdecken?  weiterlesen


Ein kleines Fenster zur Geschichte

Eine neuerworbene Pessach-Haggada und ihre früheren Kreuzberger Besitzer

In der kommenden Woche, am Abend des 14. April, findet der erste Seder des Pessachfests statt. Juden in der ganzen Welt werden sich mit ihren Familien und Freunden an festlich gedeckten Tischen zusammenfinden und die jahrhundertalte Tradition des Lesens der Haggada aufleben lassen. Darin wird die Geschichte von der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft nacherzählt und die festgelegte Ordnung des Abends vorgegeben.

Titelblatt der Haggada in Hebräisch und Deutsch sowie handschriftliche Eintragungen auf der Klappe

»Erzählung von dem Auszuge Israels aus Egypten an den beiden ersten Pesach-Abenden«, Rödelheim bei Frankfurt am Main 1848
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Aubrey Pomerance

Vor kurzem fiel mir in einer Online-Auktion eine Haggada auf, die ich für einen kaum nennenswerten Betrag für die Sammlung des Jüdischen Museums erwerben konnte. Das 1848 in Rödelheim bei Frankfurt am Main gedruckte und unter dem Titel Erzählung von dem Auszuge Israels aus Egypten an den beiden ersten Pesach-Abenden veröffentlichte Buch beinhaltet den hebräischen Text der Haggada zusammen mit einer von Wolf Heidenheim angefertigten deutschen Übersetzung. Es ist die ca. zwanzigste Ausgabe seiner 1822/23 erstmals herausgebrachten Haggada, welche die deutsche Übersetzung in hebräischen Lettern wiedergab. In diesem Fall aber verwendet er, wie erstmals 1839, lateinische Buchstaben.

Am Druck unserer Ausgabe der Haggada ist nichts Bemerkenswertes.  weiterlesen