Veröffentlicht von am 4. Juni 2014 0 Kommentare

Wir üben uns im Erzählen

Vorbereitungen auf das pädagogische Programm zur Ausstellung »Die Erschaffung der Welt«

Darstellung eines Vogels, der einen Weinbecher hält

Detail aus einer Megilla (Ester-Rolle), 1750–1800, Elsass.
© Braginsky Collection, Zürich, Foto: Ardon Bar-Hama.

Im pädagogischen Begleitprogramm zu der Wechselausstellung »Die Erschaffung der Welt – Illustrierte Handschriften aus der Braginsky Collection« bieten wir den Workshop »Die Schlange aber war listiger…« an, in dem es um das Erzählen und Tradieren geht. Da die wenigsten Schülerinnen und Schüler, die an dem Workshop teilnehmen, die hebräische Schrift lesen können, wenden wir uns besonders den Illustrationen zu. Neben Darstellungen von David mit der Harfe oder von Adam und Eva, die sich in einigen Handschriften finden, stehen besonders die Illustrationen der Megillot, der Ester-Rollen, im Mittelpunkt dieses Programms. Sechs Megillot sind in der Ausstellung in ganzer Länge ausgerollt zu sehen.
Bevor wir mit den Teilnehmern in die Ausstellung gehen, erzählt ein Guide beispielsweise die Ester-Geschichte. Das Zuhören steht dabei im Vordergrund. Eigene Bilder entstehen vor dem inneren Auge. Danach geht die Gruppe in die Ausstellung und untersucht die Ester-Rollen mit Lupen, so dass sie jetzt ihnen bereits bekannte Szenen der Erzählung entdecken.

Zur Vorbereitung auf diese Workshops haben wir eine Erzähl-Expertin eingeladen. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums trafen Prof. Dr. Kristin Wardetzky, die das Fachgebiet des Erzähltheaters an der Theaterpädagogik der Universität der Künste ins Leben gerufen hat und erste Vorsitzende des Vereins Erzählkunst e.V. ist, um sich unter ihrer Anleitung im Erzählen zu üben:  weiterlesen


Esther von der Rolle

 Detail einer Esther-Rolle mit dem bunten Gemälde einer Stadt

Detail aus einer Megilla, Deutschland, 18. Jahrhundert
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Michaela Roßberg

Am heutigen 16. März feiern die jüdischen Gemeinden dieses Jahr das Purim-Fest. An diesem Tag wird das biblische Buch Esther in der Synagoge laut vorgelesen. Die Geschichte der Jüdin Esther, die das jüdische Volk im persischen Reich vor der Vernichtung Hamans, des höchsten Beamten des Königs rettet, ist nach rituellen Vorschriften nicht in einem Buch, sondern auf einer Pergamentrolle niedergeschrieben. Das Lesen dieser sogenannten Festrolle in hebräischer Sprache wird dabei von der ganzen Gemeinde mit lautstarker Unterstützung begleitet (alternative Bräuche zur geräuschvollen Purim-Ratsche beschrieb unser letztjähriger Blogtext zu Purim).

Im Depot des Jüdischen Museums lagern zurzeit viele besondere Esther-Rollen. Diese 32 Leihgaben werden ab dem 4. April zusammen mit weiteren historischen Handschriften in der Sonderausstellung »Die Erschaffung der Welt. Illustrierte Handschriften aus der Braginsky Collection« gezeigt.  weiterlesen