Veröffentlicht von am 19. Mai 2017 0 Kommentare

Zufluchtsort und Kunst: Ein Begegnungsprojekt im Blauen Raum

Leere Staffeleien vor tiefblauer Wand

Der blaue Raum – es bleibt spannend! Foto: Barbara Rösch

Ein Boot aus Holz und bemalte Leinwandstreifen, ein jodelnder Flamingo, ein Foto von türkisen Kacheln aus einer Berliner U-Bahn-Station, zwei nachgebildete Torten, verwandelte Ugarit-Buchstaben, ein Fischer, ein Theaterstück. Was haben sie alle miteinander zu tun? Sie werden alle im Sommer im Jüdischen Museum Berlin ausgestellt.

Und was haben ein in seiner irakischen Heimat bekannter Autolackierer, eine Architektin aus Syrien, ein junger Koch aus Ägypten, ein Maler aus der ehemaligen UdSSR, eine Doktorandin aus Griechenland und eine Berliner Sozialarbeiterin miteinander zu tun? Sie werden alle im Sommer im Jüdischen Museum Berlin ausstellen.

Am 12. Juli wird eine Gruppenausstellung mit dem Titel Der Blaue Raum eröffnen. Sie wird der Höhepunkt eines Begegnungsprojekts, das ich seit Januar begleite.  weiterlesen


Gelungenstes Beispiel für Deutschland wo gibt freilassen!

Foto einer Häuserkulisse in Berlin Kreuzberg/Mitte

Blick von der Akademie des Jüdischen Museums auf das Springer-Hochhaus mit der Leuchtschrift #FreeDeniz; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Stefanie Haupt

»#FreeDeniz« strahlt mir die Leuchtanzeige des Axel-Springer-Hochhauses in Schwarz auf Türkisgrün entgegen, wenn ich mein Büro im Jüdischen Museum verlasse und aus dem Nordflügel der W. Michael Blumenthal Akademie ins Freie trete. Beim ersten Sehen habe ich mich noch über das Signal gefreut, mit dem die Axel Springer SE* die Freilassung des Türkei-Korrespondenten der WELT, Deniz Yücel, anmahnt. Doch mit jedem Tag wird es trauriger, die Anzeige sehen zu müssen. Ich kenne Deniz Yücel seit 2003, als er mit anderen Berliner*innen deutsch- und türkischsprachige Proteste gegen die Sprengstoffanschläge auf die beiden Istanbuler Synagogen Neve Shalom und Beth Israel vom 15. November organisierte. Bei den Anschlägen waren 24 Menschen getötet, etwa 300 verletzt worden.

Seit Längerem hatten Deniz und ich keinen Kontakt mehr; doch seit Mitte Februar kommen durch Nachrichten über seine Verhaftung wegen »Terrorpropaganda« und darauf folgende Autokorsi, Gespräche mit Freund*innen oder eben die Leuchtanzeige die Erinnerungen an 2003/2004 wieder auf, als wir fast wöchentlich miteinander zu tun hatten.  weiterlesen


»Dieser Vier-Minuten-Auftritt bedeutet drei bis vier Monate Training«

Logo der Jewrovision 2017Zum 16. Mal findet die »Jewrovision«, der größte Gesangs- und Tanzwettbewerb für jüdische Jugendliche in Europa, statt. Allein im vergangenen Jahr saßen über 2.000 Zuschauer*innen im Saal des Mannheimer Rosengartens und begleiteten die fulminanten Bühnenshows der Jugendzentren mit frenetischem Applaus. Schwer vorzustellen, dass die Jewrovision 2002 noch eins von mehreren Abendprogrammen während eines jüdischen Freizeitlagers (Machané) war. Damals, im Freizeitlagerhaus in Bad Sobernheim, traten sechs Gruppen aus verschiedenen Städten auf einer drei Meter breiten Bühne auf. Heute, 15 Jahre später, sind es bereits 18 Teams, die auf riesigen Bühnen in noch größeren Veranstaltungshallen ihre multimedial unterstützten Bühnenperformances präsentieren. Eine unglaubliche Entwicklung.  weiterlesen