Die Langeweile des friedlichen Zusammenlebens – ein Interview mit Ármin Langer

Porträt von Ármin Langer

Ármin Langer; Foto: Kat Kaufmann

In der Reihe »Neue deutsche Geschichten« stellen wir am 19. Oktober 2016 das Buch »Ein Jude in Neukölln. Mein Weg zum Miteinander der Religionen« von Ármin Langer vor. Der Buchautor, der an diesem Abend bei uns zu Gast ist, wird über seinen Alltag als jüdischer Aktivist sprechen sowie über seine Erfahrungen als Koordinator der Berliner Salaam-Schalom Initiative berichten, die ein friedliches Miteinander von Jüd*innen und Muslim*innen vorlebt.

Wir haben Ármin Langer drei Fragen gestellt:

Alina Gromova: Ármin, Du hast Dich im Alter von 21 Jahren dafür entschieden, Rabbiner zu werden, obwohl Du aus einer säkularen Familie stammst. Was hat Dich damals zu dieser Entscheidung bewogen?

Ármin Langer: Ich war schon als Kind offen für Religiosität, allerdings hatte dieses Gefühl bis zu meinem 20. Lebensalter keinen Rahmen.  weiterlesen


»Wenn man ›Krise‹ als einen ›Wendepunkt‹ definiert, dann scheint das Nachkriegseuropa an einem solchen Punkt angekommen.«

Ein Interview mit Ines Pohl

Portrait von Ines Pohl

Ines Pohl; CC BY-NC 2.0 Deutsche Welle

Die Europäische Union steht momentan vor einer Zerreißprobe: das Austrittsbegehren Großbritanniens, die Zunahme rechtspopulistischer Bewegungen, fehlende Lösungen für die Fluchtbewegungen, Furcht vor Terroranschlägen und wirtschaftlicher Abstieg. In der Debatte um eine zukunftsfähige Politik wird dabei oftmals Bezug auf die Geschichte genommen.

Auf unserer Veranstaltung »Krisenzeiten« am  7. September 2016 möchten wir daher mit internationalen Gästen aus Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland die Bedeutung der Vergangenheit für die gegenwärtige Politik der europäischen Staaten angesichts der aktuellen Probleme diskutieren. Zu Gast sind Dan Diner, Dietmar Herz, Étienne François, Hans Kundnani und Adam Michnik. Moderiert wird der Abend von  Ines Pohl, der wir vorab vier Fragen gestellt haben und damit den Blick auf die USA erweitern.

Nevin Ekinci: Frau Pohl, Sie sind seit Ende 2015 Korrespondentin der Deutschen Welle in Washington. Wie nehmen Sie aus der Ferne die Debatten um die aktuellen »Krisen« in Europa wahr? Würden Sie überhaupt von »Krisenzeiten« sprechen?
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»Kunst muss unter die Leute«

Die »HeimatReisen« von Joachim Seinfeld

Joachim Seinfeld steht mit einem Hammer an einem Tisch, auf dem ein Holzrahmen liegt

Joachim Seinfeld bei der Arbeit in seinem Atelier im ehemaligen Funkhaus Berlin; Jüdisches Museum Berlin Foto: Michaela Roßberg

Das Wunderbare an Berlin ist für mich als Historikerin, dass an jeder Ecke neue Orte warten, die mich beeindrucken und mein »historisches Herz« höher schlagen lassen. Dieses Jahr lernte ich wieder einen dieser Orte kennen, als ich Joachim Seinfeld für ein Interview in seinem Atelier im alten Funkhaus im Bezirk Treptow-Köpenick besuchte, um mit ihm über »HeimatReisen«, sein Projekt für den Kunstautomaten des Jüdischen Museums Berlin, zu sprechen (mehr Informationen zum Kunstautomaten auf unserer Website).

Eingangsbereich mit einer Wand voller Uhren.

Der Eingangsbereich des Funkhauses wurde mit Marmorplatten aus der Neuen Reichskanzlei gebaut; Foto: Michaela Roßberg.

Das Funkhaus in der Nalepastraße ist ein besonderer Ort: Ab 1956 produzierten und sendeten von dort aus alle überregionalen Sender der ehemaligen DDR. Nach 1991 nahmen in diesem Gebäude die neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihre Arbeit auf und nach vielen Besitzerwechseln steht das Gebäude nun Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt offen, die in den ehemaligen Büros ihre Ateliers eingerichtet haben.

Lieber Joachim, deine Fotoserie, die Besucherinnen und Besucher im Kunstautomaten des Jüdischen Museums Berlin erwerben können, besteht aus mehreren Bildern, die dich selbst an verschiedenen Orten in Deutschland zeigen. Warum hast Du aus allen Deinen Arbeiten gerade diese Aufnahmen für den Kunstautomaten gewählt?

Es gab bereits 2006 eine Fotoserie, die sich auf Polen bezog. 2011 hatte ich die Idee, eine ähnliche Reihe auch für Deutschland machen. Ich wollte diese Serie also sowieso machen und habe die für mich interessantesten Bilder ausgewählt.  weiterlesen