Veröffentlicht von am 3. Januar 2015 0 Kommentare

»Eines Tages werde ich dir alles erzählen«

Farbabbildung des Covers, darauf ein Boxer in Kampfhaltun. In seinem Schatten sind Menschen zu erkennen, die auf das Tor zum Konzentrationslager zugehen

Cover der Graphic Novel © Reinhard Kleist, Der Boxer, Carlsen Verlag 2012

In den letzten Jahren begannen sich neue Tendenzen auf dem Jugendbuchmarkt zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust abzuzeichnen, die einige Kolleginnen und Kollegen aufmerksam verfolgt haben. In den kommenden Wochen werden sie hier aktuelle und klassische Werke zum Thema vorstellen, die sie gemeinsam gelesen und diskutiert haben.

Was bedeutet das Überleben im KZ für das Leben danach? Für die Familie, die Kinder, den Menschen selbst?

Alan Scotts Vater Hertzko Haft war ein grausamer und gewalttätiger Mensch, das Gegenteil dessen, was heute als ein »guter Vater« gilt. Alan Scott Haft wusste lange nicht, weshalb sein Vater so war – und wollte es auch nicht so genau wissen.
Irgendwann erfährt er dann ein wenig mehr:  weiterlesen


»Punk is not ›ded‹«

– eine Jugend in Iran und Wien

In der heute beginnenden Woche vom 21. bis 27. Oktober 2013 finden in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin Lesungen, Workshops und ein Publikumstag unter dem Titel »VielSeitig. Eine Buchwoche zu Diversität in Kinder- und Jugendliteratur« in Kooperation mit Kulturkind e.V. statt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen haben dafür zahlreiche Bücher gelesen, diskutiert und ausgewählt. Einige dieser Bücher wurden in den vergangenen Monaten hier bereits vorgestellt.
Aufgereihte Buchrücken von Kinder- und JugendbüchernIn der autobiographischen Graphic Novel Persepolis schildert die Autorin Marjane Satrapi (Jahrgang 1969) die Geschichte ihrer Heimat und die Geschichte ihrer eigenen Familie, welche eng miteinander verwoben sind. Marjane wächst im Iran auf, in einer Zeit der Umbrüche: Als Zehnjährige erlebt sie, wie der Schah gestürzt wird und die Menschen auf den Straßen tanzen. Doch das Gefühl der Befreiung währt nur kurz. Sehr bald versucht die neue religiöse Regierung ihre Vorstellungen von Moral und Anstand mit Zwang durchzusetzen. Alkohol und westliche Musik werden verboten, auch säkulare Frauen müssen ein Kopftuch tragen (vgl. die Leseprobe des Verlags), Regimegegner kommen ins Gefängnis oder werden ermordet. Bei ihren aufgeschlossenen, liberalen Eltern findet Marjane zwar Verständnis und Freiräume, doch sich den Regeln der Außenwelt anzupassen fällt ihr schwer. Sie rebelliert gegen die strengen Kleidungsvorschriften, geht auf Partys und legt sich mit ihren Lehrerinnen an.  weiterlesen


Oj, wej, Meschugge

– oder bist du bereit für den Plan?

In der Woche vom 21. bis 27. Oktober 2013 finden in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin Lesungen, Workshops und ein Publikumstag unter dem Titel »VielSeitig. Eine Buchwoche zu Diversität in Kinder- und Jugendliteratur« in Kooperation mit Kulturkind e.V. statt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen haben dafür zahlreiche Bücher gelesen, diskutiert und ausgewählt. Einige dieser Bücher wurden in den vergangenen Wochen hier bereits vorgestellt.
Aufgereihte Buchrücken von Kinder- und Jugendbüchern›Meschugge‹, das ist eines der Worte in dem Jugendroman Opa und der Hunde-Schlamassel, mit denen Ace Dinge kommentiert. Er ist der »Ausnahme-Opa« von Zelda Fried, auch Zelly, Zellybelly, Zeldale oder Zelly-bean genannt. Komplett meschugge und total bescheuert findet Zelly wiederum den Plan ihres Opas. Aber was soll sie machen? Sie hat ihrem Opa gesagt, dass sie »bereit ist für den Plan« und Ace würde nicht verstehen, wenn sie jetzt einen Rückzieher macht und nicht die Chuzpe* hat, den Plan umzusetzen. Es könnte nämlich sein, dass der Plan von Opa Ace aufgeht. Dann würde sich vielleicht endlich ihr größter Wunsch erfüllen!? Und das vielleicht noch vor ihrem 11. Geburtstag.  weiterlesen