Ich bin jüdisch – willst Du nachsehen?

Bild eines T-Shirts mit anzüglichem AufdruckEric Silvermans lang angekündigtes Buch, A Cultural History of Jewish Dress, ist vor wenigen Wochen in Bloomsburys angesehener kulturhistorischen Reihe erschienen. Es behandelt ein Thema, das der Überarbeitung bedurfte: Jüdische Kleidung war zuletzt 1967 – vor fast fünfzig Jahren – in Alfred Rubens’ A History of Jewish Costume untersucht worden.

Der Rahmen des Buchs ist sehr breit angelegt: Silverman stellt Betrachtungen an über dreitausend Jahre und die verschiedensten Regionen und Kulturen, vom Mittleren Osten, über Russland, Nordafrika und Europa bis hin zu den USA.

Mit Hilfe der Tora, der Mischna und des Talmuds sowie einer Auswahl englischsprachiger Sekundärliteratur und Zeitungsartikel als Quellenmaterial gliedert der  Anthropologe aus den USA sein Buch analytisch statt empirisch. Anstatt Kleidungsstücke zu kategorisieren, analysiert er die Debatten, die seit Jahrtausenden über die Frage geführt werden, was Juden tragen oder nicht tragen sollen.  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 8. Dezember 2012

Was ist koscher für ein Inhaltsstoff?

Menora-Leuchter auf dekoriertem Tisch

© Michaela Conen

Alle Jahre wieder stehen Juden in Deutschland vor der Frage, wo sie ihre Chanukka-Utensilien herbekommen. In den Kaufhäusern lachen uns Weihnachtmänner an, die Regale quellen über mit mannigfaltigen Köstlichkeiten in glitzernden Verpackungen, und natürlich gibt es überall Adventskalender. Selbst die Pakete, die wir bekommen, sind lange vor dem Fest weihnachtlich geschmückt, doch weit und breit keine Chanukka-Artikel. Bei den üblichen »Verdächtigen«, den Geschäften mit jüdischer Literatur oder koscheren Lebensmitteln, gibt es wie immer die gleichen Pappteller und Dekoartikel mit dem Design von vor fünf Jahren. Da höre ich innerlich schon die Kinder sagen, »nicht schon wieder den gleichen Kram«. Also, was tun?  weiterlesen

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Veröffentlicht von am 7. November 2012

David Hockney besucht R.B. Kitajs »Obsessionen«

Gemälde von Kitaj mit David Hockney und Blume

R.B. Kitaj, The Neo-Cubist, 1976–1987 © R.B. Kitaj Estate, Astrup Fearnley Collection, Oslo, Norwegen

Am 19. Oktober kurz nach 20 Uhr erhielt ich plötzlich die Nachricht: »David unterbricht seine Aufbauarbeiten in Köln und kommt am Sonntag zwischen 11 und 11.30 Uhr ins Jüdische Museum Berlin«.

Ich hatte schon vor einiger Zeit Kontakt zu dem Galeristen Peter Goulds aufgenommen, um herauszufinden, ob David Hockney wohl daran interessiert sein könnte, während der Vorbereitungen seiner Ausstellung »A Bigger Picture« im Museum Ludwig nach Berlin zu kommen, um die R.B. Kitaj-Ausstellung zu sehen. Obwohl dies zunächst unwahrscheinlich erschien, kam Hockney dennoch am 21. Oktober, begleitet von seinem Partner, dem Studiomanager und einem Fahrer, im eleganten grauen Zweireiher, schwarzem Hawaii-Hemd mit phantastischem Pflanzendekor und einer karierter Schirmmütze.  weiterlesen