Die Sukka

Ein flüchtiges Haus für ein jüdisches Fest
Fotos zeitgenössischer Sukkot in Europa, Israel und den USA von Mimi Levy Lipis

Die Sukka. Ein flüchtiges Haus für ein jüdisches Fest

Mimi Levy Lipis hat über tausend Fotos von Sukkot, wie Laubhütten auf Hebräisch genannt werden, gemacht. Rund 200 ihrer Arbeiten waren in dieser Ausstellung auf fünf Projektionswänden zu sehen. Sie traten dort in einen Dialog mit Textzitaten aus der Bibel, dem Talmud und der Zusammenfassung talmudischer Auslegungen aus dem 16. Jahrhundert, die sich mit dem Bau von Sukkot beschäftigen.

Ausstellung bereits beendet
Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus
Ort

Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Das Fest

Die Sukka ist biblischen Ursprungs, aber noch heute wird in ihr jüdisches Leben praktiziert. Jeden Herbst wird sie für eine Woche errichtet und bewohnt: In der Sukka wird gegessen, gefeiert und geschlafen. Ihre Architektur ist paradox und wirft aktuelle Fragen zu Diaspora und Heimat auf: Die Laubhütte erinnert an die Wohnstätten der Israelit*innen während des Auszugs aus Ägypten. Zugleich steht das Fest Sukkot aber auch für den Erntedank und verweist damit auf die Sesshaftigkeit der Feiernden.

Laubhütten sind bis heute meist einfache Behausungen aus Stoff, Plastikplanen oder Holz, sie können aber auch in einen vorhandenen Raum integriert werden. Sie müssen mindestens zweieinhalb Wände haben und durch das durchlässige Laubdach müssen nachts Sterne sichtbar bleiben. Mal bilden sie einen Kontrast zu der vorhandenen Architektur, mal korrespondieren sie mit ihr.

Die Fotos

Mimi Levy Lipis' Fotos zeigen Laubhütten mal alltäglich, mal ungewöhnlich: eine Sukka auf einem LKW vor einem Restaurant in Manhattan oder auf einem verlassenen Parkplatz in London, kreuz und quer gestapelte Balkone mit Laubhütten in Jerusalem, eine für die Ewigkeit gebaute Sukka in Berlin, die gleiche Stoff-Sukka in London und Tel Aviv. Spürbar wird so das Spannungsfeld zwischen dem spezifischem Ort und der abstrakten Heimat, zwischen individueller Architektur und kollektivem Ritual, zwischen persönlichen Interpretationen und historischen Einflüssen.

Informationen zur Ausstellung im Überblick

  • Wann

    4. November 2010 bis 27. Februar 2011

  • Wo

    Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie
    Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin Zum Lageplan

Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus
Ort

Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Alles hat seine Zeit

Rituale gegen das Vergessen

Tierkreis (Mosaikfusßboden)

Ausstellung

– 2013/14 –
Weiterlesen

Jüdische Feiertage

Mehr zum Thema ...

Architektur

Mehr zum Thema ...

Sukkot

Mehr zum Thema ...

Fotografie

Mehr zum Thema ...