Helden, Freaks und Superrabbis

Die jüdische Farbe des Comics

Helden, Freaks und Superrabbis. Die jüdische Farbe des Comics

Die Ausstellung stellte die jüdische Färbung des populärkulturellen Mediums Comic und seiner Geschichte mit ca. 300 Objekten von über 45 Künstler*innen vor. Vertreten waren, mit vielen Originalzeichnungen, Altmeister wie Will Eisner, Joe Shuster, Jerry Siegel und Harvey Kurtzman und zeitgenössische Künstler*innen wie Art Spiegelman, Rutu Modan und Ben Katchor.

Ausstellung bereits beendet
Ort

Altbau 1. OG


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Hintergrund der Ausstellung

Nicht nur Superman stammt aus der Feder von jüdischen Zeichner*innen – auch Batman, Spiderman und andere Held*innen der Zeit. Bereits seit der Entstehung des Comic-Strips in den Vierteln der Immigrant*innen von New York hatten jüdische Künstler*innen entscheidenden Anteil an der Entwicklung dieses Mediums.

In der Nachkriegszeit begründete Harvey Kurtzman mit der Zeitschrift MAD einen neuen selbstironischen Stil: Beißende Satiren auf Politik und bürgerlichen Alltag und Persiflagen auf bekannte Comic-Held*innen prägten eine ganze Generation von Comiczeichner*innen.

In den 1970er-Jahren haben Will Eisner und Art Spiegelman die sequentielle Kunstform erweitert. Sie eröffneten mit ihren Graphic Novels einen neuen Weg zur Erzählung auch historischer Stoffe und autobiografischer Erinnerung und verhalfen dem Comic zu literarischer Anerkennung.

Skulptur, die Superman zeigt, wie er aus senkrechtem Flug auf dem Boden aufprallt

Marcus Wittmers, Auch Helden haben schlechte Tage, 2005; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Will Eisner (1917–2005)

Will Eisner prägte mit der Veröffentlichung von A Contract with God, and Other Tenement Stories (deutscher Titel: Ein Vertrag mit Gott: und andere Geschichten) den Begriff »Graphic Novel«.

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Joe Shuster (1914–1992)

Joe Shuster wurde 1914 in Toronto geboren und zog als Kind mit seiner Familie in die USA, nach Cleveland, Ohio. Der Comiczeichner ist für seine gemeinsam mit Jerry Siegel kreierte Comicfigur Superman bekannt.

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Jerry Siegel (1924–1996)

Jerry Siegel wurde 1914 in Cleveland im US-amerikanischen Bundestaat Ohio geboren. Dort lernte er Joe Shuster kennen, mit dem er Comicfigur Superman erfand.

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Harvey Kurtzman (1924–1993)

Harvey Kurtzman gründete 1952 das Satiremagazin MAD.

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Art Spiegelman

Der US-amerikanische Zeichner Art Spiegelman wurde 1948 in Stockholm geboren und wanderte 1951 mit seinen Eltern in die USA ein. Er war schon als 12-Jähriger Fan und Leser von MAD. Spiegelman ist berühmt für Maus – Die Geschichte eines Überlebenden, aber auch für einige seiner Titelbilder für das Magazin The New Yorker.

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In Maus. A Survivor's Tale (deutscher Titel: Maus – Die Geschichte eines Überlebenden), das zunächst sukzessive im Comicmagazin RAW und später als Graphic Novel erschien, erzählt Art Spiegelman die Geschichte seiner Eltern, die beide Überlebende der Schoa waren, als Comic. Für dieses Werk erhielt er 1992 den Pulitzer-Preis.

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Rutu Modan

Die israelische Comiczeichnerin Rutu Modan wurde 1966 in Tel Hashomer geboren. Sie war Mitherausgeberin der kurzlebigen israelischen Ausgabe des Magazins MAD und hat einige Kinderbücher und Graphic Novels veröffentlicht.

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Ben Katchor

Ben Katchor wurde 1951 in Brooklyn, New York City, geboren und ist ein US-amerikanischer Comiczeichner. Seit den 1980ern veröffentlicht er u. a. im Comicmagazin RAW, 1998 erschien The Jew of New York (deutscher Titel: Der Jude von New York).

Website von Ben Katchor

Diese Ausstellung des Jüdischen Museum Berlin entstand in Zusammenarbeit mit dem Musée d'Art et d'Histoire du Judaïsme in Paris und dem Joods Historisch Museum in Amsterdam.

Musée d'Art et d'Histoire du Judaïsme

Das Museum für jüdische Kunst und Geschichte wurde 1998 im Pariser Marais-Viertel eröffnet. Es widmet sich der Geschichte von Jüd*innen in Frankreich, Europa und Nordafrika vom Mittelalter bis heute.

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Website des Museums (auf Französisch)
Website des Museums (auf Englisch)

Joods Historisch Museum

Das Amsterdamer Jüdische Historische Museum sammelt und zeigt Zeugnisse jüdischen Lebens in den Niederlanden.
Website des Joods Historisch Museum (auf Niederländisch)
Website des Joods Historisch Museum (auf Englisch)
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Informationen zur Ausstellung im Überblick

  • Wann

    29. April bis 8. August 2010

  • Wo

    Altbau 1. OG
    Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin Zum Lageplan

Ort

Altbau 1. OG


Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin