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Diaspora

Der Begriff Diaspora stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Verstreuung«. Die Formulierung »in der Diaspora leben« wird mittlerweile für alle möglichen religiösen und ethnischen Gruppen benutzt, die das Land ihrer Vorfahren meist unfreiwillig verlassen haben und als Folge hiervon verstreut in verschiedenen Staaten oder Regionen als Minderheit leben, dort aber ihre Traditionen und ihren Glauben weiter pflegen.

Die jüdische Diaspora begann spätestens im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, nach dem Untergang des im Süden des heutigen Staates Israel gelegenen antiken Königreichs Juda. Für große Teile der jüdischen Bevölkerung bedeutete das damals ein Leben im Exil in Ägypten oder Babylon. Hier liegt auch die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Diaspora, nämlich die Zerstreuung von Juden über die ganze Welt sowie die Errichtung jüdischer Gemeinden außerhalb Israels. Bis heute ist die jüdische Diaspora ein großes Thema: Von geschätzten 13 Millionen Juden weltweit leben etwas mehr als fünf Millionen in Israel, alle anderen leben weiterhin in der Diaspora, die auf Hebräisch »Galut« genannt wird.

gezeichnete Landkarte
© Jüdisches Museum Berlin, Illustration: Gesine Grotrian-Steinweg
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Diversität

Diversität bedeutet Vielfalt, Mannigfaltigkeit oder Formenreichtum. Im Vergleich mit ähnlichen Begriffen wie Verschiedenartigkeit oder Unterschiedlichkeit betont »Diversität« eher den Aspekt der Wertschätzung der einzelnen Erscheinungsformen.

Spricht man beispielsweise von der Vielfalt der Blumen, sollen Eigenart und Eigenwert von Rose, Distel und Butterblümchen betont werden und weniger die Tatsache ihrer Unterschiedlichkeit. Dafür wird eher der Begriff »Heterogenität« (Verschiedenheit, Uneinheitlichkeit) verwendet.

Im allgemeinen Sprachgebrauch sind »Vielfalt« und »Diversität« zunehmend positiv besetzt, während »Heterogenität« eine eher neutrale Bezeichnung ist. Wenn es um Menschen geht, soll »Diversität« Anerkennung und Wertschätzung in Hinblick auf ihre Identität als Mann, als Frau, als Jude, als Schwuler, als Migrantin, als Mensch mit Behinderung usw. ausdrücken.

Diversität in Politik und Wirtschaft

Als Fachbegriff im Bereich Politik und Wirtschaft bezieht sich Diversität auf Programme und Maßnahmen, die zu einer größeren Vielfalt der Beschäftigten in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen oder der Vertreter_innen in der Politik führen sollen (Diversity Management, Diversity Mainstreaming, Diversitätspolitik, Diversitätskompetenz, Diversitätsorientierung u. ä.). Der Ausgangspunkt dabei ist, dass Gruppen wie Frauen, Menschen mit Behinderungen oder eingewanderte Personen in Betrieben vor allem in den höheren Positionen oder in Parlamenten deutlich unterrepräsentiert sind. Es besteht eine undemokratische Diskriminierung entlang bestimmter Eigenschaften, die meist als angeborene oder unveränderliche Merkmale verstanden werden. 

Das »Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz« von 2006 soll Diskriminierungen »aus Gründen der Rasse oder der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität« verhindern. Es gibt Bestrebungen, den Katalog um das Kriterium der sozialen Herkunft zu ergänzen.

Diversität im Bildungsbereich

Im Bildungsbereich, in kulturellen und in anderen öffentlichen Einrichtungen zielt die Bestrebung, Diversität zu erhöhen, darauf ab, die angebotenen Leistungen entsprechend zu gestalten. Beispielsweise sind viele Altenheime noch nicht auf die Bedürfnisse von Arbeitsmigrant_innen eingestellt oder Fernsehproduktionen zeigen selten exemplarisch die Vielfalt homosexueller Lebenswelten, sondern beschränken sich eher auf Stereotype. In Kindergärten, Schulen oder Universitäten steht die Benachteiligung von Kindern aus sozial schwachen oder aus eingewanderten Familien der Chancengleichheit entgegen.

Blick ins Treibhaus mit arbeitenden Menschen
Gärtnereilehrlinge im Chrysanthemen-Treibhaus der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem (bei Hannover)
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Herbert Sonnenfeld

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Mann mit Mikrofon

Schule und Museum in der Migrations-
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Dreidel

Der Dreidel (auch Dreidl, Dredl, Trendl, Trendel, Trenderl oder hebräisch Sevivon) ist ein Spielzeug, mit dem an Chanukka das Dreidel-Spiel gespielt wird. Auf den vier Seiten dieses würfelförmigen Kreisels sind die hebräischen Buchstaben Nun, Gimel, He, Schin (oder Pe) abgebildet. Das sind die Anfangsbuchstaben des Satzes »Nes gadol haja scham« (oder »Nes gadol haja po«), der bedeutet: »Ein großes Wunder geschah dort bzw. hier.«

Das Dreidel-Spiel

Beim Dreidel-Spiel legt zunächst jeder Spieler die vorab vereinbarte Anzahl eines teilbaren Gutes, wie z.B. Chanukka-Geld aus Schokolade, in die Mitte. In der Regel beginnt der jüngste Spieler. Der Kreisel wird abwechselnd gedreht und der Buchstabe, der schließlich oben steht, legt fest, was der Spieler tun muss: »Nun« bedeutet »nichts«, also Aussetzen. »Gimel« bedeutet »gut« oder »ganz«, der Spieler hat Glück und gewinnt alles, was zu diesem Zeitpunkt in der Mitte liegt. »He« bedeutet »halb«, der Spieler erhält die Hälfte von dem, was in der Mitte liegt. Wenn »Schin« oder »Pe« oben liegt, bedeutet das »schlecht«, der Spieler muss ein oder zwei Münzen seines Spielgeldes in die Mitte legen. Wer kein Spielgeld mehr übrig hat, scheidet aus.

Kunststoff, Pappe, bedruckt; USA 2003 (Foto: Jens Ziehe)
Dreidel; Israel 2003 (Foto: Jens Ziehe)
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Schere und Bastelbogen

Dreidel-Bastelbogen und -Anleitung zum Download

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