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Kaschrut

Das hebräische Wort Kaschrut bedeutet rituelle Eignung und bezeichnet die jüdischen Speisegesetze. Sie beziehen sich auf die Zubereitung, Lagerung und den Genuss von Lebensmitteln sowie die Schlachtung der zum Verzehr bestimmten Tiere. Ein wichtiger Aspekt der Kaschrut ist die Trennung von Fleisch und Milch und zwar in Bezug auf die Lagerung, Zubereitung und das Essen.

Was nach der Kaschrut gegessen werden darf, wird als koscher bezeichnet. Lebensmittel, die nicht koscher sind, heißen trefe.

Viele traditionelle Speisen stehen im Zusammenhang mit Feiertagen und werden nur an diesen gegessen, auf manche Speisen muss man an bestimmten Feiertagen verzichten, z.B. soll während des Pessach-Festes nur ungesäuertes Brot gegessen werden, also Brot, das nicht mit Sauerteig hergestellt wurde.

Nur bestimmte Tiere sind zum Verzehr vorgesehen. Tiere, die verzehrt werden, müssen nach bestimmten Vorgaben geschächtet werden.

Im Jüdischen Museum Berlin wurde von Herbst 2009 bis Frühjahr 2010 die Sonderausstellung »Koscher & Co. Eine Ausstellung über Essen und Religion« zu diesem Thema gezeigt. Hier findet ihr die Ausstellungswebsite mit weiteren Informationen zur Kaschrut.

Gummibärchentüte
Koschere Gummibären der Firma Haribo
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Sönke Tollkühn, Berlin

... und was gibt's noch?

Ein Schaf in einem Topf

Infoblatt »Koscher - was ist das?« zum Download

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Ketubba

Eine Ketubba ist ein jüdischer Ehevertrag. Das Wort Ketubba ist Hebräisch und bedeutet Geschriebenes. Der Ehevertrag regelt mit der Heirat verbundene Rechte und Pflichten für Bräutigam und Braut. Neben den finanziellen Regelungen hält er die Namen und Daten des Brautpaares, Daten zur Eheschließung und die Namen zweier Zeugen fest.

Die Ketubba schützt die Frau bei Scheidung oder Tod des Mannes durch einen festgehaltenen  finanziellen Betrag und hielt das Eigentum der Frau fest. Seit dem 5. Jahrhundert v. d. Z. sind Ketubbot (Plural von Ketubba) bekannt. Der älteste erhaltende Text stammt aus der Zeit um 440 v. d. Z. aus Ägypten.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich regional unterschiedliche Ketubbot. Ihre Blütezeit erlebte die Ketubba als reich illustrierter künstlerisch sehr wertvoller Vertrag im 17. und 18. Jahrhundert mit floralen und geometrischen Mustern, illustriert mit Motiven aus biblischen Geschichten oder geschmückt mit Textbändern und Familienwappen. So wurde die Ketubba ein Vorzeigeobjekt, das während der Hochzeitszeremonie vorgelesen und hochgehalten wurde.

Bis heute werden im orthodoxen Judentum traditionelle Ketubbot in aramäischer Sprache verfasst. Im liberalen Judentum gibt es keine einheitliche Regelung zu Ketubbot. Verkürzte Versionen sind üblich, die eher auf Hebräisch und oft zusätzlich in der Sprache des Landes verfasst sind, in der das Brautpaar lebt. Auch enthalten sie keine finanziellen Regelungen mehr. Für die meisten Mitglieder liberaler jüdischer Gemeinden bedeutet die Ketubba heute nichts anderes als das Wahren einer schönen Tradition.

Historische jüdische Eheverträge sind in der Zeit vom 4. April bis zum 3. August 2014  in der Sonderausstellung des Jüdischen Museums Berlin »Die Erschaffung der Welt. Illustrierte Handschriften aus der Braginsky Collection« zu sehen.

Foto: Rabbiner verliest dem Brautpaar den Ehevertrag
Foto 4 aus der Fotoserie »Nissuin, eine jüdische Hochzeit«
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Stephan Sasek
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Kippa

Das hebräische Wort Kippa bedeutet Kappe. Auf Jiddisch nennt man diese Kopfbedeckung auch Jarmulke, Jarmulka oder Kappel. Jüdische Männer tragen in der Synagoge, beim Gebet und Studium religiöser Texte sowie beim Besuch eines Friedhofs eine Kippa. Auch eine andere Form der Kopfbedeckung ist zu diesen Anlässen möglich - zur Not reicht sogar ein Taschentuch, das den Hinterkopf bedeckt, oder auch die Hand eines anderen Menschen.

Es gibt aber auch Juden, die im Alltag Kippa tragen - um sich zu ihrem Jüdisch-Sein zu bekennen oder weil dies in der religiösen Strömung, der sie sich zugehörig fühlen, traditionell so gehandhabt wird. Anders als in orthodoxen jüdischen Kreisen dürfen in reformorientierten Gemeinden Kippot - das ist die Mehrzahl von Kippa - nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen getragen werden.

Zwei Kippot als Wassermelone, Fußball
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