statisches Bild der interaktiven Figur »Changeling«
Zeichnung Milch und Brathähnchen
Alle Illustrationen: Amihai Green
© Jüdisches Museum Berlin

Koscher - was ist das?

Informationen zu den jüdischen Speisevorschriften

Koscher hat unter anderem mit Essen zu tun. Leben ist heilig, sagt die Tora. Und sie trägt uns nicht nur auf, uns um die Menschen zu kümmern, sondern auch, dass wir mit Tieren und Pflanzen sorgsam umgehen sollen. Deshalb gibt es in der Tora Regeln, die uns dabei helfen. Weißt du denn, was du isst? Ist es dir zum Beispiel wichtig, dass das Tier, das du isst, artgerecht gehalten wurde? War es bei der Schlachtung wirklich gesund und wie wurde es geschlachtet? Was nach den Regeln der Tora gegessen werden darf, nennt man koscher, was nicht gegessen werden darf, trefe.

Die Tora erklärt, welche Tiere koscher sind und welche nicht. Koschere Säugetiere käuen wieder und haben gespaltene Hufe, wie Schafe oder Kühe. Schweine sind keine Wiederkäuer und deshalb nicht koscher. Tiere, die im Wasser leben, müssen Flossen und Schuppen haben, um gegessen werden zu dürfen. Damit ist klar, dass Garnelen, Schrimps und Tintenfische - gar keine Fische im echten Sinne - genau so wenig koscher sind, wie der Aal, der in der Evolution seine Flossen verloren hat.

Eine andere Regel bezieht sich auf den Verzehr von Milch und Fleisch. In der Tora steht, dass das Böcklein nicht in der Milch der Mutter gekocht werden soll. Lange haben die Weisen darüber nachgedacht, das das bedeuten könnte und sich schließlich darauf geeinigt, dass Milch und Fleisch nicht zusammen zubereitet und gegessen werden sollten. Kalbsgeschnetzeltes in Sahnesoße oder einen Cheeseburger wirst du deshalb nicht auf dem Esstisch einer religiösen Familie finden. Speisen, die weder milchig noch fleischig sind, werden als neutral (parve) bezeichnet. Das sind zum Beispiel Obst und Gemüse.

Heute denken viele Menschen, dass es besondere hygienische oder gesundheitliche Gründe für diese alten Regeln gibt. Sie verweisen auf Krankheiten von Tieren oder fehlende Kühlschränke. Dennoch lassen sich keine solchen Erklärungen für die Speisevorschriften finden. Die Einhaltung der Speisegesetze bedeutet für religiöse Menschen, den Alltag zu heiligen und bewusst zu leben.

Infoblatt zum Download

Glossar:
Kuh und Schaf mit hervorgehobenen Hufen und Wiederkäuermagen
Zwei Schweine
Fisch mit hervorgehobenen Flossen und Schuppen
Garnele, Hummer, Muschel
Lamm im Kochtopf mit einer Kanne Milch