statisches Bild der interaktiven Figur »Changeling«

Vielfalt in Schulen

Schulbegleitung und Beratung

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) berät die teilnehmenden Schulen bei der Planung und Umsetzung ihrer Projekte. Anregungen dafür liefert die begleitende Fortbildungsreihe des Jüdischen Museums Berlin. Jede Schule definiert in den zwei Projektjahren eigene Entwicklungsziele, die Orientierung für die Verbesserung des Schullebens geben sollen. Darüber hinaus können sich die Schulen über ihre Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt austauschen und bei Fortbildungen und Netzwerktreffen voneinander lernen. Die Fortbildungen und die Unterstützung der Schulen erfolgen in enger Abstimmung zwischen dem Jüdischen Museum Berlin und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Hier erfahren Sie mehr über die Vorhaben der Schulen.

Folgende Unterstützungsangebote stellt die DKJS bereit:

Prozessbegleitung

Eine erfahrene Prozessbegleiterin berät die Schulteams vor Ort, moderiert die Arbeitstreffen, vermittelt bei Bedarf Expert_innen und unterstützt die Pädagog_innen dabei, ihre Projektziele zu erreichen.

Projektmittel

Jede Schule erhält in den zwei Jahren Projektlaufzeit bis zu 5000 Euro für die Umsetzung ihrer Vorhaben.

Vernetzung

  • Die Partnerschulen vernetzen sich untereinander. Auf zwei ganztägigen Vernetzungstreffen pro Schuljahr tauschen sich die Pädagog_innen schulübergreifend aus und profitieren von den Erfahrungen der anderen Schulen. Themen, die für die praktische Arbeit besonders relevant sind, werden vertieft: Beim zweiten Vernetzungstreffen stand zum Beispiel das Thema »Partizipation« im Zentrum. Die Teilnehmer erarbeiteten verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung und diskutierten, wie diese  im Schulalltag realisiert werden können. Schwerpunkt des dritten Vernetzungstreffens war das Thema »Lebenswelten von Jugendlichen«.
  • Die Partnerschulen vernetzen sich mit interessierten Schulen im Bezirk. Die im Programm geförderten Schulen geben ihre Erfahrungen an benachbarte Schulen weiter. Dazu werden im Sommer 2014 Kleine Fachtage stattfinden, bei denen Ergebnisse aus dem Programm vorgestellt und diskutiert werden. So wollen die Partnerschulen einen Beitrag dazu leisten, dass weitere Schulen im Bezirk den Umgang mit der Vielfalt ihrer Schüler_innen verbessern. Außerdem bieten diese Fachtage die Möglichkeit, sich mit Einrichtungen vor Ort, wie Ausbildungsbetrieben oder Sportvereinen, zu vernetzen.

Die Partnerschulen

Drei weiterführende Schulen aus Berlin werden seit dem Schuljahr 2012/13 begleitet und beraten:

B.-Traven-Oberschule

Die B.-Traven-Oberschule (BTO) im Falkenhagener Feld (Spandau) ist eine Gemeinschafts- und Ganztagsschule mit integrativem Ansatz. Im Programm »Vielfalt in Schulen« arbeitete die Schule daran, das Angebot ihrer »Lerngruppen für Neuzugänge ohne deutsche Deutschkenntnisse« – oft »Willkommensklassen« genannt – stärker in die Schulgemeinschaft einzubinden. Hier kommen neu eingewanderte Schüler_innen aus ganz Berlin zusammen, um Deutsch zu lernen, bevor sie am regulären Fachunterricht teilnehmen.

Eine Herausforderung sieht das Schulteam darin, diese Schüler_innen gut in das Schulleben einzubeziehen. Sowohl die Pädagog_innen als auch die  Schüler_innen empfinden es als unbefriedigend, dass durch diesen gesonderten Unterricht nur wenig soziale Kontakte mit den Kindern und Jugendlichen der Regelklassen bestehen. Um diese Situation geplant zu verändern, wurde ein gemeinsames Theaterprojekt initiiert. Schüler_innen aus den Lerngruppen waren künstlerisch in dem von der Jugendtheaterwerkstatt Spandau durchgeführten Projekt genauso aktiv wie Schüler_innen den Regelklassen Am Ende der Theaterwerkstatt wurden die künstlerischen Ergebnisse der Schulgemeinschaft präsentiert.

Auch auf anderen Ebenen ging es im ersten Programmjahr von »Vielfalt in Schulen« an der B.-Traven Schule künstlerisch zu. Mehrere Klassen des 10. Jahrgangs erarbeiteten Themen und Exponate für die Ausstellung »ZeitDinge«, die im Sommer 2013 im Jüdischen Museum Berlin präsentiert wurden. Auf einem Sommerfest wurden die Ausstellungstationen in der Schule mit Vitrinen des Jüdischen Museums neu aufgebaut.

Im Projektjahr 2013/14 setzte die Schule das Theaterprojekt mit der Jugendtheaterwerkstatt fort und erprobte – angeregt durch das dritte Fortbildungsmodul zu Antisemitismus in Social Media – ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt im Lernbereich Informationstechnische Grundbildung (ITG). Dies wurde in einer schulübergreifenden Zusammenarbeit mit der Ernst Schering Schule konzipiert. Im vierten Halbjahr wurden Unterrichtseinheiten zu »Diversität in der Jugendliteratur« durchgeführt. Ein langfristiges Ziel der Schule ist, dass Eltern sich stärker am Schulleben beteiligen. Die Erfahrungen aus der Projektarbeit sollen in die Schule einfließen – dazu soll ein Forum geschaffen werden, um Vorhaben und Ziele in der Schulgemeinschaft bekannt zu machen.

Die Kooperation der B. Traven Schule mit dem Jüdischen Museum Berlin wird über das Projektende hinaus in den nächsten Jahren fortgesetzt. In Zukunft sollen die 7., 9. und 10. Klassen regelmäßig Workshops und Projekte im Museum durchführen.

Ernst-Schering-Schule

Das Team der Ernst-Schering-Schule (ESS) wollte mit dem Programm »Vielfalt in Schulen« vor allem erreichen, dass alle Schüler_innen sich stärker mit ihrer Schule identifizieren. Die Öffentlichkeit soll die Schule und die pädagogische Qualität ihrer Angebote besser wahrnehmen. Im ersten Projektjahr hat die Ernst-Schering-Schule unter anderem daran gearbeitet, die Schüler_innen stärker an der Gestaltung ihrer Schule zu beteiligen. Hierzu wurde im 7. und 8. Jahrgang ein Klassenrat eingeführt. Nach einem Jahr arbeiteten die Schülerinnen und Schüler quasi selbstständig.

Auch die Ernst Schering Schule beteiligte sich am Projekt »Schüler_innen machen eine Ausstellung im Museum«, die das Jüdische Museum anbot. Schüler_innen mehrerer Klassen unterschiedlicher Jahrgänge erarbeiteten Themen und Stationen mit Objekten für die Ausstellung »ZeitDinge«, die im Sommer 2013 im Jüdischen Museum Berlin präsentiert wurde.

Im zweiten Projektjahr entwickelten Lehrkräfte für das Fach Ethik in schulübergreifender Zusammenarbeit mit der B. Traven Schule ein Projekt zu »Antisemitismus und Social Media«. Eine Unterrichtseinheit auf Grundlage der Fortbildung »Diversität in der Jugendliteratur« wurde konzipiert, konnte aber nicht mehr umgesetzt werden. Die am Programm teilnehmenden Lehrer_innen wollen »Vielfalt in Schulen« für alle Lehrer_innen und Schüler_innen noch sichtbarer machen, beispielsweise wollen sie über einen Screen im Schulgebäude über Aktivitäten berichten. Erfolgreiche Methoden für das fächerübergreifende Arbeiten wie die Ausstellung »ZeitDinge« wollen sie im Schulgebäude rekonstruieren, in Zukunft durch Exponate aus anderen Unterrichtsprojekten erweitern und das Thema »Umgang mit Vielfalt« weiteren Kolleg_innen, Schüler_innen und Besucher_innen zugänglich machen.

Am 11.Juni 2014 veranstaltete die Schule einen »Kleinen Fachtag« zur Vernetzung im Bezirk. Es diskutierten – trotz aktiver Unwetterwarnung – ca. 35 Personen über das Thema Vielfalt und darüber, was ein »guter Umgang mit Vielfalt« an der Schule und im Bezirk (Wedding), bedeutet. In der dialogorientierten Veranstaltung kam es zu regem Austausch zwischen Lehrkräften der ESS, ihrer Kooperationsparter und den Lehrkräften aufnehmender und abgebender Schulen. Deutlich wurde, dass sich viele Teilnehmenden mit dem Thema beschäftigen. Alle waren sich einig, dass die spontane Einladung des Schulleiters, sich im Dezember 2014 erneut zu einem Treffen dieser Art zu verabreden, um in einen prozessorientierten, langfristen Austausch zum Thema Vielfalt zu gehen, eine gute Idee ist.

Hermann-Hesse-Schule

Die Hermann-Hesse-Schule (HHS) ist ein Kreuzberger Gymnasium und eine Ganztagsschule. Eine der Aktivitäten im ersten Projektjahr bestand darin, »Vielfalt in Schulen« mit dem bestehenden Programm »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« zu verknüpfen: Die Schüler_innen wählten unter dem Motto »Vielfalt« Themen aus, mit denen sie sich in Workhops und Projekten intensiv auseinandersetzten. Das »Vielfalt in Schulen«-Team entwickelte darüber hinaus eine Unterrichtsreihe mit dem Leitmotiv »Ich will so sein, wie ich bin!?«, um in verschiedenen Fächern (Philosophie, Geschichte, Deutsch, Französisch) die Auseinandersetzung der Schüler_innen mit »Identität(en)« zu fördern.

Im zweiten Programmjahr wurden diese Unterrichtseinheiten dokumentiert und in einer Dropbox gesammelt. So wird es auch Kolleg_innen innerhalb der HHS aber auch Kolleg_innen anderer Schulen möglich, die Unterrichtsreihen selbst durchzuführen, oder sich Inspiration für eine eigene Transferleistung in den eigenen Unterricht zu holen. Die Prozessbegleiterin der DKJS unterstützte die Lehrerkräfte der HHS aktiv dabei, das Projekt »Vielfalt in Schulen« ins gesamte Kollegium zu tragen und zum Bestandteil des Schulentwicklungsprozesses zu machen, den die HHS gerade angeht.

Auf einem so genannten Dialogtag, zu dem Eltern, Schüler_innen, Lehrkräfte und andere Pädagog_innen eingeladen waren, starteten die Beteiligten einen offenen Austausch über den guten Umgang miteinander zur Verbesserung des Schulklimas und entwickelten erste Ideen dazu. Die Orientierung an Vielfalt und damit verbundene Projekte wurden ins Schulprogramm aufgenommen. Zurzeit entwickelt das Vielfalts-Team ein Konzept für eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum.

Glossar:
Wortlogo: Vielfalt in Schulen
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Kontakt

Rosa Fava
Tel.: +49 (0)30 259 93 464
E-Mail: r.fava[at]jmberlin.de

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»Vielfalt in Schulen« ist ein Projekt des Jüdischen Museums Berlin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), gefördert durch die Stiftung Mercator.

Frau macht Notizen an einem Flipchart
Frau heftet Notizen an ein Flipchart

... und was gibt's noch?

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»Vielfalt in Schulen« – allgemeine Informationen zum Projekt

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Collage aus drei Wortmarken

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»Vielfalt in Schulen« – Rückblick auf die bisherigen Aktivitäten

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»Heterogenität im Einwanderungs-
deutschland«. 1. Halbjahr

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