Eine Reise durch die deutsch-jüdische Geschichte
Der neue Bereich »Glaubenssachen« in der Dauerausstellung
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Sönke Tollkühn
Eine Reise durch zweitausend Jahre deutsch-jüdische Geschichte: In Bildern und Texten, mit Kunst- und Alltagsgegenständen, Medienstationen und interaktiven Elementen erzählt die historische Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin von jüdischer Kultur in Deutschland und der schwierigen Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden. Die Ausstellung folgt einem chronologischen Konzept, setzt jedoch innerhalb der Epochen thematische Schwerpunkte. Auf ihrem Rundgang werden unsere Besucher die religiösen Traditionen des Judentums kennen lernen, sie werden den Lebensgeschichten jüdischer Männer und Frauen begegnen und auch Vertrautes entdecken. Denn in vielen Bereichen wurde auch deutsche Kultur und Geschichte von Juden mit gestaltet.
Der Handelsfrau und Mutter von zwölf Kindern Glikl bas Juda Leib (1646 – 1724), auch bekannt als Glückel von Hameln, widmen wir ein ganzes Ausstellungskapitel. In einem Computerspiel packen unsere Besucher Glikls Koffer für eine bevorstehende Handelsreise – und erfahren dabei allerhand über die Lebensumstände jüdischer Händler und Handelsfrauen in der frühen Neuzeit.
In dem Ausstellungskapitel »Tradition und Wandel« stellen wir historische und zeitgenössische Gegenstände, die am Schabbat oder den Festen des Lebens wie der Beschneidung und der Hochzeit verwendet werden, nebeneinander. Sie zeigen, dass die jüdische Religion stets von der Umgebung, in der die Juden lebten, und von der Mode der Zeit beeinflusst war.
Im 19. Jahrhundert kamen vor allem in den Städten viele jüdische Familien zu Wohlstand und pflegten einen repräsentativen Lebensstil. Die jüdische Religion verlor an Bedeutung. Nicht wenige Familien feierten sowohl Weihnachten als auch das jüdische Lichterfest Chanukka. Ein Weihnachtsbaum und wertvolle Chanukka-Leuchter illustrieren diese neue Tradition, der man den Namen »Weihnukka« gab.
»Was heißt Emanzipation?« fragen wir unsere Besucher und bitten sie, ihre Antworten an unserem »Emanzipationsbaum« zurückzulassen. Von der Zeit des Nationalsozialismus, von Verfolgung, Widerstand und Emigration erzählen persönliche Briefe, Dokumente und Erinnerungsstücke, die größtenteils als Stiftungen ins Haus kamen. Im letzten Kapitel der Dauerausstellung widmen wir uns der jüdischen Gegenwart und schenken den Erinnerungen deutscher Juden an ihre Kindheit und Jugend in Deutschland nach 1945 Gehör.
Übrigens ist unsere Dauerausstellung weniger dauerhaft, als der Name vermuten lässt – sie wird regelmäßig aktualisiert. Neue Sammlungsobjekte werden in die Präsentation integriert, Medienstationen werden ergänzt und überarbeitet und einzelne Themenbereiche vollständig neu konzipiert und gestaltet. Die Anregungen und Kritik unserer Besucher beziehen wir in diese Planungen mit ein. So bleiben wir auch in Zukunft ein lebendiges Museum, das seinen Besuchern immer wieder etwas Neues und Besonderes zu bieten hat.















