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Kabinettausstellung

»Die guten schönen Waren«
Impressionen zur Kunst der Schaufensterdekoration


Kleiderpuppen übereinander am Tresen arrangiert

Zum Jahreswechsel zeigt das KaDeWe festliche Damenmode, Berlin, Januar 1958
© KaDeWe Berlin

Mit der Entstehung und dem Aufschwung der Warenhäuser entwickelten sich auch neue Formen der Warenpräsentation: Die Gestaltung und Dekoration der Schaufenster sollte über das reichhaltige Warenangebot informieren und zum Kauf verführen. Der Einkauf in den neuen Warenhäusern galt als ein Erlebnis, als gesellschaftliches Ereignis. Fortan waren gute Schaufensterdekorateure gefragt, und die Künstler der Moderne entdeckten die Schaufensterdekoration als eigene Kunstform.

Kleiderpuppen in gelber Nachtwäsche

Die Kabinettausstellung im Rafael Roth Learning Center bietet Einblicke in die Schaufensterdekoration von ihren Anfängen im frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart und konzentriert sich dabei auf Fotografien aus dem KaDeWe, das auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle einnahm. Aufnahmen aus den Schaufenstern der Berliner Filialen von Hertie und Wertheim ergänzen die Dokumentation. In sechs scherenschnittartig gestalteten Vitrinen werden die jeweiligen Schaufensterdekorationen dem zeitgeschichtlichen Geschehen gegenübergestellt – vom Siegeszug der Warenhäuser um 1900 bis zur Entwicklung des Dekorateursberufes in den 20er Jahren, vom Boykott jüdischer Geschäfte 1933 bis zur Präsentation »Deutscher Waren« Mitte der 30er Jahre, vom »Schaufenster des Westens« in den 50er Jahren über die Hippie-Mode in den Sechzigern bis hin zum markenorientierten Minimalismus seit den 90er Jahren.

Wann

7. Juli 2007 bis 12. Oktober 2007

Wo

Libeskind-Bau, Rafael Roth Learning Center, Untergeschoss

Eintritt

mit dem Ticket der Dauerausstellung

Denn Schaufenster wecken nicht nur Wünsche bei den Passanten und beeinflussen deren Mode- und Konsumverhalten, sie sind auch Spiegel ihrer Zeit: Gesellschaftliche, ideologische oder politische Entwicklungen und Ereignisse finden sich in den Dekorationen reflektiert, was das Schaufenster zur Membrane zwischen der bunten Warenwelt im Kaufhaus und der Außenwelt werden läßt.

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