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Interview mit den Musikern Marc Ribot, Roy Nathanson, Shelley Hirsch, Elliott Sharp, Franck London, Anthony Coleman, John Zorn and David Krakauer
Ausstellungseröffnung
7. April 2011, 19 Uhr
Dauer
8. April 2011 bis 24. Juli 2011
Wo
Altbau, 1. OG
Eintritt
4 Euro, erm. 2 Euro
»Radical Jewish Culture« war Anfang der 1990er Jahre eine
avantgardistische jüdische Musikbewegung, die sich aus der New Yorker
Underground-Szene entwickelte. Sie war nicht zuletzt durch die
Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Massenvernichtung der
europäischen Juden motiviert, die bislang von der Generation der
Überlebenden und Immigranten erfolgreich verdrängt worden war.
In ihrer Musik verschmolzen freie Formen des Jazz mit
Klezmer-Improvisationen, Experimentalmusik mit Rock, Blues und Punk.
Musiker wie John Zorn, David Krakauer, Marc Ribot, Anthony Coleman und
Frank London untersuchten leidenschaftlich die Möglichkeiten einer neuen
jüdischen Musik und emanzipierten sich von einer Haltung, für die
Anpassung und gesellschaftliche Unauffälligkeit kennzeichnend war. Sie
spielten in Clubs und auf Festivals und gründeten eigene Musiklabels.
Die Ausstellung »Radical Jewish Culture« stellt diese Musikszene mit
audiovisuellen Dokumenten, vielen Musikbeispielen und zum großen Teil
unveröffentlichtem Material vor.
Eine Ausstellung des Musée d'art et d'histoire du Judaïsme, Paris.
Im Begleitprogramm zu »Radical Jewish Culture«
Zur Sonderausstellung »Radical Jewish Culture. Musikszene New York seit 1990«, die am 7. April eröffnet, bietet das Jüdische Museum ein spannendes musikalisches Begleitprogramm: In der Konzertreihe »New Voices in Jewish Music« stellt das Museum zusammen mit dem Jazzbassisten Greg Cohen zeitgenössische jüdische Musik vor. Den Anfang machen am 4. Mai das polnische Bester Quartet und die New Yorker Sängerinnen von Mycale. Das Montagskino gibt Gelegenheit, in drei dokumentarischen Filmen die Protagonisten der »Radical Jewish Culture« näher kennen zu lernen.
Konzertprogramm
13.4.2011 David Krakauer. Gespräch mit Musik (in englischer Sprache)
Clarinetist, band leader, composer and soloist David Krakauer has been closely associated with the Radical Jewish Culture movement since its beginning in the early 1990s. He initially came to John Zorn’s attention through his pioneering work with the Klezmatics in the late 80s at the old Knitting Factory in New York City. In 1992 he was part of the premiere of Zorn’s epic composition »Kristallnacht« at »Art Projekt ’92« in Munich, which launched the concept of »Radical Jewish Culture«.
Das Bester Quartet (Krakau), eine der stärksten Stimmen der jüdischen Musik in Europa, widmet sich der Improvisation auf höchstem Niveau, gepaart mit mitreißenden Kompositionen und der Bearbeitung traditioneller Melodien. Unter der Leitung von Jarosław Bester ist diese Band für ihre furiosen Auftritte bekannt.
Ausdrucksvoll und leidenschaftlich vereint Mycale (New York) vier der kreativsten weiblichen Stimmen weit und breit. Die Sängerinnen finden hier in einem intimen Rahmen zusammen, um John Zorns »Book of Angels« a cappella zu interpretieren. Zu hören sind Texte auf Hebräisch, Jiddisch, Ladino, Französisch und Arabisch aus den Werken von Rumi, Fernando Pessoa, der hebräischen Bibel und anderen.
Bester Quartet: Jarosław Bester (Akkordeon) / Jarosław Tyrała (Violine) / Oleg Dyyak (Akkordeon, Klarinette, Schlagzeug), Maciej Adamczak (Kontrabass)
Mycale: Basya Schechter, Ayelet Rose Gottlieb, Malika Zarra, Sofia Rei
9.6.2011 New Voices: Caine, Sparks und Cohen. Improvisationen und Variationen
Uri Caine (New York) ist einzigartig in der Welt moderner Innovationen am Klavier. Er spielt die ganze Bandbreite von Barrelhouse bis Bach, von Motown zu Mahler und interpretiert mit Witz und einer Weisheit, die in der heutigen Szene ihresgleichen sucht.
Der bahn- und genrebrechende Gitarrist Tim Sparks (Minneapolis) und Masada-Bassist Greg Cohen (Berlin & New York) lassen mit Reinterpretationen klassischer Klezmer-Melodien und regionaler jüdischer Musik eine ernsthafte, seelenvolle Welt erstehen. Sparks und Cohen spielen aus ihren vielbeachteten gemeinsamen Aufnahmen auf dem renommierten Tzadik Label.
Uri Caine (Solo Klavier) / Tim Sparks (Gitarre), Greg Cohen (Kontrabass) plus Gast
Der Klezmer-Hip-Hop-Maestro aus Kanada ist Musiker, Producer, Komponist, Beat-Architekt und Visual Artist zugleich. Socalled aka Josh Dolgin ist bekannt für seinen genrebrechenden Ansatz und seine Zusammenarbeit mit Größen aus Pop, Funk, Hip Hop und Klezmer wie David Krakauer oder Gonzales. Im August tritt tritt Socalled aka Josh Dolgin erstmals im Jüdischen Museum Berlin auf.
Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich). Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Tel. +49 (0)30 259 93 488 reservierung@jmberlin.de
Documentary by Claudia Heuermann (USA 1998, 85 min, English original version)
This remarkable film attempts to portray and analyse the New York downtown scene around artists like Anthony Coleman, Marc Ribot, David Krakauer, and, of course, John Zorn.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
The event will be held in English.
6.6.2011 Marc Ribot. La Corde Perdue/The Lost String und Marc Ribot. Descent into Baldness
Documentary by Anaïs Prosaic
(F 2003, 52 min, English original version)
Marc Ribot. Descent into Baldness
Documentary by Cassis Birgit Staudt and Jörg Söchting
(1996, 30 min, English original version)
Wann
6. Juni 2011, 19.30 Uhr
Wo
Altbau EG, Auditorium
Eintritt
frei
Ticketreservierung
Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich). Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Tel. +49 (0)30 259 93 488 reservierung@jmberlin.de
Two documentaries about one of the most important musicians of the «Radical Jewish Culture« movement, exploring the variety of musical universes of this inspired and committed artist.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
The event will be held in English.
Documentary by Erik Greenberg Anjou
(DE, HU, IL, PL, US 1989, 106 min, English original version)
The Klezmatics' »holy ground« is where a Quaker bassist and Reform Jewish trumpeter, Yiddish language, Hasidic dance, gospel music and Woody Guthrie meet. The feature-length documentary is the crown of a four-year journey alongside the band members, their music and their creative process.
Wann
20. Juni 2011, 19.30 Uhr
Wo
Altbau EG, Auditorium
Eintritt
frei
Ticketreservierung
Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich). Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Tel. +49 (0)30 259 93 488 reservierung@jmberlin.de
Program surrounding the special exhibiton »Radical Jewish Culture«.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
The event will be held in English
Fiction Film by Joel & Ethan Coen (US 2009, 105 min, English original version, German subtitles)
A black comedy drama centered on Larry Gopnik, a Midwestern professor who watches his life unravel through multiple sudden incidents. »Roots« of a different kind – this portrait of Jewish life in the US in the 1950s tells us much about where some of the protagonists of «Radical Jewish Culture« come from.
Wann
4. Juli 2011, 19.30 Uhr
Wo
Auditorium EG
Eintritt
frei
Ticketreservierung
Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich). Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Tel. +49 (0)30 259 93 488 reservierung@jmberlin.de
Program surrounding the special exhibiton »Radical Jewish Culture«.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
The event will be held in English.
Documentary by Garry Beitel (CA 2010, 86 min, English original version)
A kaleidoscopic portrait of Montreal-based musical wizard Josh Dolgin aka Socalled, offering 18 entertaining short films about Socalled’s creative process.
Wann
18. Juli 2011, 19.30 Uhr
Wo
Auditorium EG
Eintritt
frei
Ticketreservierung
Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich). Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Tel. +49 (0)30 259 93 488 reservierung@jmberlin.de
Program surrounding the special exhibiton »Radical Jewish Culture«.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
The event will be held in English.
Das Jüdische Museum Berlin widmet sich im aktuellen JMB Journal der Bewegung »Radical Jewish Culture«. Den zentralen Text dieser Zeit können Sie in dieser Sonderausgabe unseres JMB Journals nachlesen: Mit „Was ist Radical Jewish Culture?“ betitelten Marc Ribot und John Zorn 1992 ihr
Manifest – und stellten darin erstmals jene Fragen, die nahezu zwanzig Jahre lang die New Yorker Musikwelt beschäftigen sollten.
Führung durch »Radical Jewish Culture«
Den Button zur Ausstellung erhalten Sie bei uns für einen Euro .
Die Führung durch die Sonderausstellung stellt die New Yorker Musikszene
um den Musiker John Zorn in den 90er Jahren vor. Hörbeispiele und
Dokumente aus den Privatarchiven der Musiker geben Einblick in die
musikalischen Schaffensprozesse und deren Auseinandersetzungen darüber,
was die Musik jüdischer Künstler ausmacht.
Führungen für Gruppen nach Terminabsprache unter
Tel. +49 (0)30 259 93 305 oder fuehrungen@jmberlin.de
Wann: sonntags 14 Uhr
Dauer: 1 Stunde
Preis: 3 Euro zzgl. Eintritt