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Der Erste Weltkrieg in der jüdischen Erinnerung


Kabinettausstellung

Trailer zur Ausstellung © Jüdisches Museum Berlin

Im Spannungsfeld zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung bildet der Erste Weltkrieg einen zentralen Bezugspunkt deutsch-jüdischer Erinnerungskultur. Aus den reichhaltigen Beständen zu diesem Thema in den Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin zeigen wir anlässlich des Gedenkjahrs zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren einen repräsentativen Querschnitt.

Zeichnung einer halbnackten Frau vor Grabsteinen, die die Hand an die Stirn legt

Max Liebermann: »Den 10.000 gefallenen jüdischen Frontsoldaten«, Kohle, Bleistift, Papier, ca. 1923
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Dr. Walter und Hadassah Schwarz, Foto: Jens Ziehe
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Zuschauerreihen eines Theatersaals besetzt mit Männern in deutscher Uniform

Sedertafel jüdischer Soldaten im Ersten Weltkrieg, Mitau, 6. April 1917
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Lore Emanuel, Foto: Jens Ziehe
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Radierung von Menschen in einer Synagoge im Passepartout mit Signatur

Ernst Oppler (1867-1929): Große Synagoge in Munkácz, Radierung, um 1915
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
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Zigarettendose mit der Aufschrift »Die DUKE OF EDINBOURGH heisst jetzt Flaggengala«

Zigarettendose der Firma Garbáty für die Marke »Flaggengala«, Berlin 1914-1918
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
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Verleihungsurkunde des Eisernen Kreuzes II. Klasse »für Tapferkeit vor dem Feinde«

Verleihungsurkunde über das Eiserne Kreuz II. Klasse für Willy Stern (geb. 1891), Verleihungsdatum: 15. Januar 1915
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Marian Stadelman
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Eiserne Kreuze und andere Orden

Orden, Ehrenzeichen und Embleme von Julius Fliess (1876-1955) aus dem Ersten Weltkrieg
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Dorothee Fliess, Foto: Jens Ziehe
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Orden, Ehrenzeichen und Embleme von Julius Fliess (1876-1955) aus dem Ersten Weltkrieg
© Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Dorothee Fliess, Foto: Jens Ziehe
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Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Werke jüdischer Künstler wie Hermann Struck, Jacob Steinhardt oder Ernst Oppler, die als Soldaten an der Front waren und insbesondere ihre Begegnung mit den osteuropäischen Juden in Zeichnungen festhielten.

Wann

3. Juli 2014 bis 16. November 2014

Wo

Libeskind-Bau UG, Rafael Roth Learning Center

Eintritt

mit dem Museumsticket (8 Euro, erm. 3 Euro)

Die meisten Objekte, die in der Kabinettausstellung zu sehen sein werden, zeigen hingegen den Kriegsalltag: Militärdokumente, Briefe, Fotos, Tagebücher, Orden oder private Skizzenbücher. Sie wurden dem Museum in privaten Schenkungen übereignet und sind Bestandteil familiärer Nachlässe. Zur Geschichte dieser Objekte gehören die Erzählungen der Nachfahren und Stifter. Sie sind von dem nachfolgenden Zivilisationsbruch gezeichnet und bezeugen, wie die Teilnahme am Ersten Weltkrieg in den emigrierten und überlebenden Familien erinnert wurde.

Theresia Ziehe, Kuratorin für Fotografie, stellt die Fotografien vor, die in der Ausstellung gezeigt werden
© Jüdisches Museum Berlin

Inka Bertz, Kuratorin für Bildende Kunst, stellt eine Zeichnung von Magnus Zeller und eine Druckgrafik Jakob Steinhardt vor © Jüdisches Museum Berlin

Leonore Maier, Kuratorin für Alltagskultur, spricht über Ehrenkreuze aus dem Ersten Weltkrieg in den Nachlässen deutsch-jüdischer Emigranten © Jüdisches Museum Berlin

Inka Bertz, Kuratorin für Bildende Kunst, stellt verschiedene Darstellungen von Kriegsgefangenen vor. Sie geht dabei speziell auf die Arbeiten von Rudolf Marcuse und Hermann Struck ein © Jüdisches Museum Berlin

Ulrike Sonnemann, Bibliotheksleiterin des Jüdischen Museums, zum Buch »Hawdoloh und Zapfenstreich« © Jüdisches Museum Berlin

Begleitprogramm zur Ausstellung
3. September 2014, 19:30 Uhr
Vergessene Soldaten?
Deutsche Juden und das Vermächtnis des Großen Krieges
Vortrag von Tim Grady in englischer Sprache

Im Gedächtnis der Öffentlichkeit sind Opferbereitschaft und Leistung der deutsch-jüdischen Soldaten des Ersten Weltkriegs nach und nach in der Erinnerung an die Katastrophe des Holocausts aufgegangen. Tim Grady, Historiker an der University of Chester, Großbritannien, beschäftigt sich in seiner Forschung mit den unterschiedlichen Herangehensweisen beim Gedenken bzw. Vergessen dieser jüdischen Soldaten in Deutschland von 1914 bis zum Ende des Kalten Krieges.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

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