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Juden in Breisach


belebte Straßenszene

Judengasse in Breisach, 1934
© Stadtarchiv Breisach

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Hören Sie einen Zeitungsartikel über die Judengasse von 1926.

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Louis Dreyfuss über die Situation nach der Machtübernahme der Nazis in Breisach; Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm »… und auf einmal waren sie weg«, Regie: Fritz Schindler, 1988
© SWR-Media GmbH, Stuttgart

Der Turner, Schauspieler und Karnevalist Louis Dreyfuss (1900 - 1993) war im badischen Breisach weithin bekannt und beliebt. Er emigrierte 1933 als erster Jude seiner Heimatstadt und überlebte den Krieg im Versteck in Frankreich. 1964 kehrte er nach Breisach zurück. »Ihr werdet nicht erleben, dass ich an der Wand entlang schleiche!« In diesem Satz, gesprochen kurz bevor er im Juni 1933 Breisach verließ, werden der Mut und die Selbstachtung deutlich, die Louis Dreyfuss zeitlebens auszeichneten.

Louis Dreyfuss

Louis Dreyfuss (vorne rechts) mit Schauspielerkollegen, 1920er Jahre. Er gründete 1924 zusammen mit anderen Breisachern die Theaterfestspiele.
© Stadtarchiv Breisach

Wie die anderen Juden in Breisach war er in den Monaten vor seiner Emigration systematischen Schikanen und gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Louis Dreyfuss wehrte sich zunächst, erkannte jedoch schnell, dass er keine Chance hatte.

Im französischen Exil baute sich Louis Dreyfuss mit seiner katholischen Verlobten Mathilde eine neue Existenz auf. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er jedoch als »feindlicher Ausländer« interniert. Nach der Niederlage Frankreichs gelang es dem Paar, in die Pyrenäen zu fliehen.

Frauen bei der Arbeit

Frauen im Konzentrationslager Gurs
© Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Hier kreuzte sich ihr Weg mit dem der übrigen Breisacher Juden, die im Oktober 1940 zusammen mit nahezu allen pfälzischen und badischen Juden in das Lager Gurs deportiert worden waren. Louis und Mathilde Dreyfuss versuchten auf vielfältige Art und Weise, den gefangenen Freunden und Bekannten zu helfen und Nahrung ins Lager zu schmuggeln. Dem Paar gelang es, Louis’ Mutter zu befreien; die Schwester hingegen starb in Gurs, noch bevor die Breisacher Juden nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.

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