Christliche Judenbilder
An und in Kirchen findet man oft figürliche Darstellungen einer siegreichen Ecclesia neben einer unterlegenen Synagoga.
© Pfarramt Werben an der Elbe, Foto: Martin Detloff
Die christliche Ikonografie ist seit dem Mittelalter in ihrer Darstellung der Juden von Vorurteilen und Ablehnung geprägt. Die Stereotypen, die über diese Bilder verbreitet wurden, haben sich teilweise bis in die Moderne erhalten.
Das Figurenpaar der strahlenden, siegreichen Ecclesia und der von Blindheit geschlagenen, schmählichen Synagoga, das man an und in zahlreichen Kirchengebäuden findet, ist typisch für die feindselige Haltung, die in mittelalterlichen Diözesen vorherrschte. Nach Anschauung der Kirche war die jüdische Gesetzesreligion durch die christliche Heilslehre aufgehoben und überwunden worden. Dass Juden Bekehrungsversuchen dennoch widerstanden und an ihrer Tradition festhielten, war mehr als ein unverständliches Ärgernis.
Die christliche, europaweite Judenfeindlichkeit manifestierte sich in diversen verleumderischen Vorwürfen. Juden wurde des Hostienfrevels, Ritualmords und der Brunnenvergiftung beschuldigt. Gemälde, Holzschnitte, Lieder und Erzählungen trugen zur Verbreitung der falschen Anschuldigungen bei. Sie provozierten Übergriffe, Folter und Mord an den Juden.






