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»Nesthäkchen«


Porträt von Else Ury

Else Ury 1938
© Ernest Klaus Heymann

Als Verfasserin der bekannten »Nesthäkchen«-Serie (1913-1925) erfreut sich die Berliner Jugendbuchautorin Else Ury (1877-1943) noch heute großer Beliebtheit. Die Schriftstellerin fühlte sich dem deutschen Bürgertum zugehörig und in der jüdischen Tradition zu Hause. Ihre Anerkennung und ihre Lebensgrundlage wurden ihr nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft systematisch entzogen. Else Ury starb in Auschwitz. Die multimediale »Nesthäkchen«-Geschichte gewährt einen umfassenden Einblick in Leben und Werk der Schriftstellerin.

Urys Leben wurde von ihrem tiefen Gefühl der Verbundenheit zu Deutschland getragen. 1905/06 stellten sich ihre ersten literarischen Erfolge ein. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs erschien der erste Band ihrer »Nesthäkchen«-Serie, mit dem Ury zu einer der bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen der Weimarer Republik avancierte.

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Nachwort in: »Nesthäkchen und ihre Küken«, 1922 (Sprecherin: Almut Zydra)

Buchcover

»Nesthäkchen und der Weltkrieg« erschien 1916. Bei Wiederveröffentlichung 1950 wurde dieser Band aus der Reihe gestrichen.
© Jüdisches Museum Berlin

Mit der Ausgrenzung und Entrechtung durch den NS-Staat nahm ihre Lebensgeschichte eine tragische Wende. Noch 1933 hatte sie das Buch »Jugend voraus!« veröffentlicht, in dem sie den neuen Staat ausdrücklich begrüßte. Kurz danach erfuhr sie die antisemitische Politik am eigenen Leib: Als Jüdin wurde Else Ury am 6. März 1935 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Nach der »Verordnung über den Einsatz jüdischen Vermögens« vom 3. Dezember 1938 verlor sie den Zugriff auf das von ihr erarbeitete Vermögen. 1943 wurde Else Ury 65-jährig in das KZ Auschwitz deportiert.

Die »Nesthäkchen«-Geschichte endet nicht mit Else Urys Tod, sondern mit der anhaltenden Beliebtheit ihrer Bücher. Familienfotos, Originalzitate aus ihren Briefen und Werken, Dokumente sowie Ausschnitte aus der ZDF-Verfilmung von »Nesthäkchen« lassen ein eindrucksvolles Porträt der Autorin entstehen.

Buchcover

Buchcover »Nesthäkchen und ihre Puppen« aus den 1960er Jahren

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