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Gesichter

Jüdisches Leben heute


Bildschirmansicht der »Gesichter«

© Jüdisches Museum Berlin

Das Rafael Roth Learning Center widmet sich gleichermaßen der deutsch-jüdischen Geschichte und Gegenwart. Im Interviewprojekt »Gesichter« erzählen Jüdinnen und Juden von ihrem Leben in Deutschland heute. Ihre Einstellungen zur Heimat und Religion sind dabei so unterschiedlich wie ihre Lebensumstände, ihre Herkunft und ihr Alter. 

Porträt von Aviel in seiner  Wohnung

Aviel: »Als ich hierher kam, war der Döner die große Frage. Darf man Döner essen oder nicht?«

Jede Staffel widmet sich einem bestimmten Thema. Die erste Staffel, »Was heißt koscher für dich?« nimmt die jüdischen Speiseregeln zum Anlass, um über Rituale und Traditionen, Familie und Freunde, Ab- und Ausgrenzung zu sprechen. Die Gesprächspartner diskutieren über die Freiheit, die im Verzicht liegt, über die Verlockungen verbotener Speisen, genauso wie über Bioprodukte und Vegetarismus.

Porträt von Irene in ihrer Wohnung

Irene: »In der DDR gab es ja den koscheren Laden in Berlin. Die Leute, die traditionell lebten, haben dort eingekauft -- es war ein bisschen wie auf dem Dorf… Der Laden wurde sofort nach der Wende natürlich abgeschafft.«

Eine Berliner Familie erzählt vom wöchentlichen Schabbat-Fest und von der Schwierigkeit, an koscheres Fleisch heranzukommen. Es wird erklärt, weshalb man Speisen aus Milch und Fleisch trennen soll und wie man Gefilte Fisch zubereitet. Dass sie nach der Wende 1989 jüdische Traditionen wiederentdeckt haben, ist insbesondere für Juden aus der ehemaligen DDR und Osteuropa ein Thema. Andere wiederum fühlen sich von diesen Traditionen entfremdet.

Porträt von Andreas vor einem Geschirrschrank

Andreas: »Jede Familie, jede Gruppe stellt sich Regeln auf. Und wer von außen in die Gruppe rein will, hat Schwierigkeiten, die Regeln zu verstehen.«

Hinter allem steht die Frage: Wie kann man inmitten einer nichtjüdischen Umgebung eine jüdische Identität entwickeln und leben? Hillel bringt es auf den Punkt: »Die Regeln sind irgendwie ein Vorschlag … sie sind ein Rahmen, man muss in diesem Rahmen spielen.«

Porträt von Shlomit, die auf einem Sofa sitzt

Schlomit: »Also grundlegend ist für mich einfach schon mal Fleisch nicht koscher. Fleisch kann nicht koscher sein. Ein Tier kann nicht komplett ausbluten.«

Die Interviews dokumentieren die Bandbreite jüdischen Lebens heute. Dazu passt die interaktive und nichtlineare Präsentation, die das Korsakow-System des Berliner Medienkünstlers Florian Thalhofer verwendet. Eine erste Interviewauswahl zeigte die Ausstellung »Koscher & Co« im Herbst 2009.

Nicht alle Gesprächspartner waren damit einverstanden, ihre Statements auch online zu zeigen. Ihren Wunsch respektieren wir. Deshalb ist »Was heißt koscher für dich?« nur im Rafael Roth Learning Center zu sehen. Kommen Sie vorbei!

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Bestimmte Aspekte der jüdischen Speisegesetze werden in Kurzfilmen erklärt, die zwischen die Interviews gestreut sind. Hier der Film über die Einteilung in reine und unreine Tiere.
© Jüdisches Museum Berlin, Film: Florian Thalhöfer

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