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Veranstaltung am 9. Oktober 2010

Göttliche Tonkunst! – Lange Nacht der Nibelungen:
Die Juden und ihr Wagner


Konzertante Werkstattgespräche

In einer historisch nachgestellten Szene spielt ein Mann Klavier, während sich eine Frau verführerisch darauf lehnt

Mirjam Horwitz und Giuseppe Becce in »Richard Wagner« aus dem Jahr 1913
© Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Wann

9. Oktober 2010, 19 Uhr

Dauer

4 Stunden mit 2 Pausen

Wo

Glashof EG

Eintritt

15 Euro, erm. 10 Euro

Kartenreservierung

Tel: +49 (0)30 259 93 488
reservierung[at]jmberlin.de

Kontakt

Birgitta Schmidt
Tel: +49 (0)30 259 93 497
Fax: +49 (0)30 259 93 330
b.schmidt[at]jmberlin.de

Ablehnung oder Anbetung? Richard Wagner verteufelt »jüdische« Musik und klaut Melodien von Juden, von denen viele seinem germanischen Erlösungskitsch huldigen. Mit der Gaga-Operette »Die lustigen Nibelungen« ziehen jüdische Parodisten Wagners Welt durch den Kakao. Im ersten Wagner-Biopic (1913) spielt eine Jüdin Wagners Geliebte. Thomas Manns Schwager jüdischer Herkunft komponiert Kammermusik nach »Tristan«-Motiven. Wagner-Aufführungen sind in Israel immer noch ein Affront. Thomas Lackmann untersucht im Gespräch mit der Journalistin Christine Lemke-Matwey diese seltsame jüdisch-deutsche Liebeshassgeschichte – begleitet von »Hanns Eisler«-Studenten, Michael Halfmanns Schellack-Dokumenten und historischem Filmmaterial.

19 Uhr

Christine Lemke-Matwey und Thomas Lackmann sprechen über Wagnerkult, Pathos und Parodie, Klaus Pringsheims Tristan-Hommage »Liebesnacht« für Klavier und Streicher kommt zur Berliner Uraufführung und seltene Interpretationen großer jüdischer Wagner-Verehrer knistern aus dem Grammophon.

20.30 Uhr

Berliner Erstaufführung des Filmes »Richard Wagner« (1913) mit Giuseppe Becce als Hauptdarsteller, unterlegt mit Live-Musik und historischen Aufnahmen von Frida Leider, Richard Tauber, Lilli Lehmann und Leo Blech.

22 Uhr

Zum Auftakt ertönt das Vorspiel zu den »Meistersingern« als virtuose Piano-Adaption – im Anschluss werden Wagnerische Opernmotive unter die Lupe genommen. Es geht um Erlösungsmythen und antisemitische Ideologien, kontrastiert mit Rezitationen von Wagner-Verehrern der Gegenwart.

Einlass auch in den Pausen zwischen den einzelnen Programmteilen

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