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Veranstaltung am 28. + 29. Oktober 2011

Visionen der Zugehörigkeit – Juden, Türken und andere Deutsche
 
Symposion im Rahmen der Jubiläumswoche zum 10-jährigen Bestehen des Jüdischen Museums Berlin


In Gesprächen, Kurzvorträgen und Diskussionen untersucht das Symposion zum 10-jährigen Jubiläum des Jüdischen Museums Berlin die Lage der Nation aus unterschiedlichen Perspektiven. Identität und Integration, Ausgrenzungen und Zugehörigkeit, Assimilationszwänge und parallele Lebenswelten: Was ist deutsch im 21. Jahrhundert? Sozialwissenschaftler und Historiker, Schriftsteller und Künstler aus Deutschland und anderen Kulturkreisen diskutieren über die neuen gesellschaftlichen Realitäten.
 
Abschlußkonzert am Samstag, 29. Oktober mit Daniel Kahn & Psoy Korolenko: The Painted Bird & The Unternationale
 
Ein Programm mit Informationen zu den Referentinnen und Referenten steht als PDF bereit. Hier können Sie die Kurzbiographien der Referenten einsehen.

Freitag, 28. Oktober 2011

Das Symposion beginnt am Freitag, 28. Oktober um 20 Uhr mit einer Bestandsaufnahme der Diversität in Deutschand in

»Eine kleine deutsche Volkskunde«

Bunt und vielfältig ist die deutsche Gesellschaft und eindeutige Mehr- oder Minderheiten gibt es schon lange nicht mehr. Wir haben junge internationale Expertinnen und Experten eingeladen, aus ihren Perspektiven über Deutschland zu sprechen. Moderiert wird diese »Heimaterkundung« von Ijoma Mangold (DIE ZEIT).

Teilnehmer: Mischa Gabowitsch (Einstein Forum), Adriana Lettrari (Projekt »3te Generation Ostdeutschland«), Jannis Panagiotidis (European University Institute Florenz), Hatice Akyün (Schriftstellerin und Journalistin)

Kurzbiographien der Referenten

Samstag, 29. Oktober 2011
10.30 – 11 Uhr
Wozu eigentlich Identität?
Kurzvortrag von Harald Welzer

»Unterschiedliche Identitätsansprüche und –erwartungen müssen das Zusammenleben von Menschen nicht beeinträchtigen«, sagt der Sozialpsychologe Harald Welzer – und erläutert in seinem Kurzvortrag, warum Menschen eine stabile Identität brauchen, um handlungsfähig zu sein.

11.30 – 13 Uhr
Panel 1: Einwanderungsland wider Willen: Wie steht’s um Deutschland?

Deutschland ist ein Einwanderungsland – seit langer Zeit. Wie ist die deutsche Migrationspolitik zu bewerten, aus historischer Sicht und im Vergleich zu anderen Ländern? Wie ging, wie geht es mit seiner Diversität um?
Moderation: Christina von Braun (Humboldt-Universität zu Berlin)

Teilnehmer: Rauf Ceylan (Universität Osnabrück), Helena Flam (Universität Leipzig), Susan Neiman (Einstein Forum), Yasemin Yildiz (University of Illinois), u.a.

Kurzbiographien der Referenten

14 – 15.30 Uhr
Panel 2: Der Islam gehört zu Deutschland

Die Abwehrreaktionen gegenüber dem Islam und den Muslimen sind messbar und spürbar angestiegen. Antimuslimische Ressentiments sickern in breite Gesellschaftsschichten ein und führen zu einer schleichenden Vergiftung. Wie ist es dazu gekommen? Und: Ist die Idee einer weltoffenen Gesellschaft noch zu retten?
Moderation: Ferdos Forudastan (Journalistin)

Teilnehmer: Naika Foroutan (Humboldt-Universität zu Berlin), Hamed Abdel-Samad (Autor), Günter Piening (Beauftragter für Integration und Migration, Berlin), Yasemin Shooman (Zentrum für Antisemitismusforschung), Marwan Abou Taam (Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz)

Kurzbiographien der Referenten

16 – 17.15 Uhr
Sayed Kashua: »Zweite Person Singular«

Lesung mit dem Autor und Burghart Klaußner
Mit seinem neuen Roman ist dem israelischen Autor Sayed Kashua ein großer Wurf gelungen. Er erzählt die kunstvoll verwobene Geschichte zweier arabischer Israelis, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Teil des jüdischen Israels zu sein. Mit aller Macht versuchen sie, ihre Fremdheit gegenüber der Mehrheitskultur, aber auch gegenüber der in ihren Augen rückständigen arabischen Kultur, durch eine neue Identität zu überwinden. Sie suchen ihr Heil in den Versprechungen der Popkultur und des westlichen Individualismus, wo alles möglich scheint. Der Schauspieler Burghart Klaußner liest den deutschen Text und führt im Anschluss ein Gespräch mit dem Autor.
Wo: Altbau 2. OG, Großer Saal

17:30 – 19 Uhr
Panel 3: Visionen der Zugehörigkeit: Juden und Muslime in Europa und den USA

Die Frage nach der Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft wird immer wieder mit unterschiedlicher Intensität erörtert. Die geforderte und empfundene Bringschuld an die Normen und Werte Deutschlands haben die Juden im 19. Jahrhundert erbracht, ein Prozess, der durch den Nationalsozialismus brutal zerstört wurde. Weit mehr als hundert Jahre, zwei Weltkriege, Völkermorde und totalitäre Regime später stellen sich die Probleme nach der Beziehung von Religion, Staat und Zugehörigkeit neu. Die Frage, welche Rolle Juden und Moslems in einer säkular-christlichen, multikulturellen und diversen Gesellschaft in Deutschland und den USA spielen können und sollen wird dieses Panel diskutieren.
Moderation: Susan Neiman

Teilnehmer: Micha Brumlik (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), Susannah Heschel (Dartmouth College), Riem Spielhaus (Universität Kopenhagen)

Kurzbiographien der Referenten

20 – 22 Uhr
Ausklang des Symposions:
Konzert mit Daniel Kahn & Psoy Korolenko: The Painted Bird & The Unternationale

Zum Ausklang des Jubiläumssymposions spielen der aus Detroit stammende Musikkünstler Daniel Kahn & der Moskauer Avantgarde-Sänger Psoy Korolenko. In ihrem »Verfremdungsklezmer« mischen sie Klezmer, Punk und Folklore – auf Englisch, Jiddisch und Russisch.

Wann

28. Oktober 2011, 20 Uhr und
29. Oktober 2011, 10-22 Uhr

Wo

Glashof EG

Preis

28. Oktober (Auftaktveranstaltung):
7 Euro, erm. 5 Euro
29. Oktober (Tagesprogramm):
13 Euro, erm. 9 Euro (inklusive Auftaktveranstaltung am 28.10. und Sonderausstellung »Heimatkunde«)
Eintritt zum Konzert: 5 Euro (Abendkasse)

Kontakt

Gesa Struve
Tel: +49 (0)30 259 93 517
Fax: +49 (0)30 259 93 330
g.struve[at]jmberlin.de

Daniel Kahn & The Painted Bird vereinen in ihrer Musik die besten Traditionen amerikanischer Folksongs in der Tradition von Woody Guthrie oder Pete Seeger, mit jiddischen Protestsongs. Gleichzeitig ist Kahn ein Interpret von Brecht/Eisler-Songs, wie ihn Deutschland seit den Tagen von Ernst Busch nicht mehr gesehen hat.

Das Jubiläumssymposion ist eine Kooperation mit dem Einstein Forum und der Initiative DeutschPlus.
Medienpartner: taz.die tageszeitung


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