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Karteikarten des Postamts der Britischen Armee


Karteikarten mit Hanschrift in rot und schwarz

Tausende deutscher und österreichischer Emigranten – jüdische und nichtjüdische – kämpften während des Zweiten Weltkriegs unter neuem Namen in der Britischen Armee. 
Zu Ausbruch des Krieges von den Briten noch als »feindliche Ausländer« interniert, konnten sich staatenlose Flüchtlinge nach einiger Zeit als »freundliche feindliche Ausländer« bei der Armee zum Wehrdienst melden. Viele wollten persönlich dazu beitragen, Hitler zu besiegen.

Beim Antritt des Militärdienstes wurden sie aufgefordert – für den Fall einer Gefangennahme durch die Nazis –  ihre deutschen Namen abzulegen. Innerhalb weniger Minuten mussten sie sich für den künftigen, englischen Namen entscheiden. Aus Salo Carlebach wurde so Michael Charles Brook, und Werner Oppenheim hieß nun William Oakfield. Die Namensänderung bedeutete allerdings nicht, dass ihre Träger auch automatisch britische Staatsbürger wurden. Den meisten Emigranten wurde, soweit sie in Großbritannien blieben, erst Ende der 1940er Jahre die britische Staatsangehörigkeit verliehen. Ihre anglisierten Namen behielten sie jedoch bei.

Auf den Karteikarten des Postamts der Britischen Armee sind die Namensänderungen der Soldaten dokumentiert. Einen expliziten Hinweis auf ihre Herkunft und Religionszugehörigkeit gibt es nicht. Durch einen glücklichen Zufall wurden die Karten davor bewahrt, weggeworfen zu werden. Als ein ehemaliger betroffener Soldat dem Jüdischen Museum von ihnen berichtete, konnten wir sie für unsere Sammlung erwerben.

Objektdaten:
Großbritannien, 1940–1946
Papier, Tinte
Maße je Karte: 7,6 x 12,6 cm
Autorisierte Schenkung aus den Beständen des Army Post Office

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