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Frieda Neuber:
Gescheiterte Emigration


Schreiben des amerikanischen Konsulats an Frieda Neuber mit der Wartenummer für die Einwanderung in die USA, Berlin 12. Mai 1939
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Das Ledermäppchen ist eine Schenkung von Gerda Maison an das Jüdische Museum Berlin. Ihre Tante Frieda Neuber hatte es ihr vor 65 Jahren kurz vor deren Deportation nach Theresienstadt übergeben. Das Mäppchen enthält Briefentwürfe von Frieda sowie an sie gerichtete Briefe und Telegramme aus einem Zeitraum von knapp drei Jahren. Im Kern handelt es sich um die Korrespondenz zwischen ihr und Bob Kunzig, einem jungen amerikanischen Jurastudenten. Beide kannten sich seit einem dreijährigen Aufenthalt Frieda Neubers in Philadelphia. Bob versuchte, seiner »Tante Frieda« mit dem großmütterlichen Erbe die Einwanderung in die USA zu ermöglichen. Der Versuch scheiterte: Frieda Neuber wurde am 6. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und kam dort ums Leben.

Friederike Maison und ihre drei Geschwister Clara, Hermann und Robert wurden am 12. Oktober 1882 in der Berliner St. Jacobi-Kirche evangelisch getauft. Über 50 Jahre später galten die vier Geschwister nach den »Nürnberger Gesetzen« als »Volljuden«. Da ihre nichtjüdischen Ehepartner - bis auf die Frau von Robert Maison, dem Vater der Stifterin - nicht mehr lebten, waren sie den Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten schutzlos ausgesetzt. Frieda Neuber beschreibt in ihren Briefen den bedrohlichen Alltag in Berlin - schwankend zwischen Hoffnung und tiefer Niedergeschlagenheit. Nicht wenige Familiensammlungen im Archiv des Jüdischen Museums enthalten Briefe oder Nachrichten der in Deutschland Zurückgebliebenen an ihre emigrierten Verwandten. Jedoch nur selten, wie in diesem Fall, sind die Briefe beider Korrespondenzpartner erhalten geblieben. Bob Kunzig setzte alles daran, um Frieda aus Deutschland herauszuholen: Er besorgte ein Affidavit, eine Schiffspassage und beschwor sie, persönlich beim amerikanischen Konsul vorzusprechen. Sie und zwei ihrer Geschwister wurden nach Theresienstadt deportiert. Einzig der jüngste Bruder, Robert Maison, überlebte den Krieg in Berlin.

In einem Interview vom 30. Oktober 2007 berichtet seine Tochter, die heute 88jährige Gerda Maison über die Geschehnisse, die sie als junge Frau miterleben musste. Auszüge daraus sind in den folgenden Audios zu hören.

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Gerda Maison über die Briefe von Frieda Neuber

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Gerda Maison über den Versuch ihrer Mutter, die Deportation der jüdischen Verwandten abzuwenden

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Gerda Maison über die Begleitumstände der Deportation


Objektdaten:
Ledermäppchen von Frieda Neuber mit Briefen aus den Jahren 1939-1942
Berlin, Philadelphia
Leder, Papier, Tinte, Bleistift

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