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Chanukka-Leuchter
von George Wilhelm Marggraff


George Wilhelm Marggraff (1740-1804): Chanukka-Leuchter, Berlin ca. 1776
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

An acht Abenden im November/Dezember tut ein sichtbar platzierter Leuchter im Wohnzimmerfenster oder Hauseingang kund, dass Chanukka gefeiert wird. Das Fest ruft historische Ereignisse in Erinnerung und erzählt von dem erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die syrisch-griechische Fremdherrschaft im zweiten vorchristlichen Jahrhundert und von der Wiedereinweihung des von den Besatzern geschändeten Tempels.

Diese sorgfältig gearbeitete Rokoko-Chanukkia wurde von dem Silberschmied George Wilhelm Marggraff gefertigt – vermutlich für einen wohlhabenden Auftraggeber. Sie wirft viele Fragen auf – etwa die nach der Frauenfigur in einer klassischen Toga auf dem Sockel, deren linker Arm nach oben zeigt, während sie in der anderen Hand einen Rosenzweig trägt. Was hat sie mit Chanukka zu tun?

Bei unserer Rosenträgerin handelt es sich vermutlich um Chloris, die griechische Göttin der blühenden Natur, eine Figur also, die die verabscheuten hellenistischen Werte symbolisiert. Dass es sich dabei um eine ironische Anspielung handelt, ist unwahrscheinlich; vielmehr haben wir sie wohl der Laune eines nicht-jüdischen Silberschmieds mit einem Hang zum Klassizismus zu verdanken.

Am Fuße der Lampe entzündet ein Mann in traditioneller europäischer Kleidung einen siebenarmigen Leuchter, der für den Tempel steht. Daneben ist die apokryphe Episode von Judith dargestellt, die den Kopf von Holofernes abschlägt, eine Geschichte, die mit Chanukka in Verbindung gebracht wird. Der Silberschmied wollte wohl sichergehen, dass seine Arbeit als Chanukka-Leuchter erkannt wird.

Objektdaten:
George Wilhelm Marggraff
Chanukka-Leuchter
Berlin, ca. 1776
Silber
66 x 49 x 21,5 cm

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