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Der Libeskind-Bau


Die Resonanz des Libeskind-Baus ist nachhaltig und kommt nicht von ungefähr. Wie Daniel Libeskind, der Sohn von Holocaust-Überlebenden, selbst sagte, habe er das Gebäude nicht erfinden, nicht erst recherchieren müssen. Vielleicht ist es ihm deshalb gelungen, der deutsch-jüdischen Geschichte eine erstaunlich beredte Form zu verleihen. Mit Leerräumen (Voids) und Übergängen, mit den drei Achsen der deutsch-jüdischen Erfahrung und einem verwirrenden Garten des Exils schuf Libeskind ein Bauwerk zum Holocaust, macht aber auch die Kontinuität und Hoffnung auf ein Miteinander sicht- und fassbar. Für die Besucher bedeutet allein die Begegnung mit seinem Werk eine sinnliche Erfahrung.

Architektonische Zeichnung

Grundplan des Libeskind-Baus
© Daniel Libeskind, Studio Daniel Libeskind

»Der offizielle Name des Projekts lautet ›Jüdisches Museum‹, aber ich habe es ›Between the Lines‹ (Zwischen den Linien) genannt, weil es sich für mich dabei um zwei Linien, zwei Strömungen des Denkens, der Organisation und Beziehungen handelt. Die eine Linie ist gerade, aber in viele Fragmente zersplittert, die andere windet sich, setzt sich jedoch unendlich fort«. (Daniel Libeskind, 1998)

Der Grundriss des Neubaus des Jüdischen Museums Berlin hat eine Form, die am ehesten einem Zickzack entspricht. Der Architekt Daniel Libeskind hat das seinem Gebäudeplan zugrunde liegende Gedankenmodell in zwei Linienverläufe umgesetzt. Die Kombination beider Linien formt den Baukörper.

Die erste Linie ist mehrfach geknickt, die zweite ist geradlinig und durchkreuzt immer wieder den gesamten Zickzack-Bau. Die Schnittstellen beider Linien bilden vertikale Leerräume, Voids, die das Gebäude vom Erdgeschoss bis unter das Dach gliedern. Beide Linien, so Libeskind, lassen sich imaginär im Berliner Stadtraum fortsetzen.

Leere (Voids)
Wege der jüdischen Deutschen – Die unterirdischen Achsen
Verwirrender Ausweg – der Garten des Exils
Ölweiden, die aus den Stelen wachsen

Garten des Exils des Jüdischen Museums Berlin
© Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Der Garten des Exils »steht für den Versuch, den Besucher vollständig zu desorientieren, für einen Schiffbruch der Geschichte«. (Daniel Libeskind, 1999)

Den Garten des Exils betritt der Besucher nach dem Verlassen der Achsen. 49 Betonstelen erheben sich auf einem quadratischen Grundriss. Die gesamte Anlage des Gartens ist um zwölf Grad geneigt und verwirrt die sinnliche Wahrnehmung des Besuchers. Diese räumliche Erfahrung soll auf die mangelnde Orientierung und das Gefühl von Haltlosigkeit verweisen, das Emigranten empfanden, die aus Deutschland vertrieben wurden. Aus den Stelen wachsen Ölweiden, die Hoffnung symbolisieren.

Links

Hier finden Sie den Internetauftritt von Daniel Libeskind:
www.daniel-libeskind.com

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