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Presseinformation vom 16. August 2012

Jüdisches Museum Berlin übernimmt erstmals eine Schulpatenschaft


Mit Beginn des neuen Schuljahres startet erstmals eine Schulpatenschaft des Jüdischen Museums Berlin (JMB). Die Vereinbarung zur Patenschaft mit der Integrierten Sekundarschule Skalitzer Strasse (8. ISS) in Berlin-Kreuzberg ist auf vier Jahre angelegt. Die Zusammenarbeit ist eng mit der Schulleitung abgestimmt. Ziel ist es, die historischen, kulturellen und kommunikativen Kompetenzen der Schüler zu fördern.

Das Jüdische Museum Berlin wollte gezielt in Kreuzberg eine Patenschaft mit einer Sekundarschule übernehmen, damit Jugendliche aus der direkten Nachbarschaft des Museums stärker von dem museumspädagogischen Angebot profitieren können. Für die 8. ISS sprach zudem das Leitbild der Schule, das eine Kultur der Wertschätzung und gegenseitigen Akzeptanz fördert. Auch die Zusammensetzung der Schülerschaft, von denen viele sozial benachteiligt sind, war für die Auswahl entscheidend. 340 Schüler aus 20 Nationen besuchen die 8. ISS. Der Großteil von ihnen hat einen muslimischen Hintergrund; 95 Prozent der Schüler haben Deutsch nicht als Muttersprache erlernt.

Insbesondere aber war die Begeisterung ausschlaggebend, mit der sich Schulleitung, Lehrer und Schüler auf die Patenschaft einlassen wollten. Einige Lehrer und Schulklassen besuchten schon Workshops und nahmen an Führungen im  JMB teil, thematisch stand dabei der Vergleich von Islam und Judentum im Vordergrund. Auch organisiert die Schule seit zwei Jahren einen Jugendaustausch mit Israel, an dem viele Schüler arabischer Herkunft teilnehmen. Eine Schülergruppe aus Israel reist in der kommenden Woche nach Berlin, auf dem Programm steht auch ein gemeinsamer Besuch des JMB.

Ein Kernstück der Patenschaft ist eine Geschichtswerkstatt, die gezielt Fragestellungen der Schüler aufnimmt. In kleinen Gruppen werden Schüler unterschiedliche Orte in Kreuzberg erforschen und sich aus unterschiedlichen Perspektiven den Themen Migration, Vielfalt und auch jüdisches Leben in Berlin annähern. Die Patenschaft bezieht auch die Lehrer und Eltern mit ein. Das Kollegium wird an Lehrerfortbildungen des Museums teilnehmen und seinerseits dem JMB die Themen und Probleme von Sekundarschulen noch näher bringen. Darüber hinaus erhalten die Schüler Sonderermäßigungen bei den Ausstellungen und können jederzeit  kostenfrei das Learning Center für Prüfungsvorbereitungen und zur Vertiefung von Schulprojekten nutzen.

Die Schulpatenschaft ist Teil des neuen Programms der Akademie des Jüdischen Museums Berlin im Eric F. Ross Bau, die im November eröffnet und sich stärker mit den Themen Migration und Diversität befassen wird. Die Museumspädagogik beschäftigt sich zunehmend mit den Besonderheiten der Bildungsarbeit in der Einwanderungsgesellschaft und stellt die Vermittlung interkultureller Kompetenzen an Schüler noch stärker in den Vordergrund, ebenso wie die Rolle des Museums als Ort der Begegnung und des Austauschs.

Seit Eröffnung des Museums im Jahr 2001 zählen 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu der größten Gruppe unter den Besuchern. Allein im Jahr 2011 kamen 4.598 Schulklassen in das Jüdische Museum Berlin.

Mehr Informationen zur 8. ISS: www.schule-skalitzer.de

Über die Akademie des Jüdischen Museums Berlin im Eric F. Ross Bau:

Das Jüdische Museum Berlin gehört seit einer Eröffnung 2001 zu den herausragenden Institutionen in der europäischen Museumslandschaft. Mit seinen Ausstellungen und der Sammlung auf über 3000 m², der pädagogischen Arbeit und dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm ist das Museum ein lebendiges Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur. Im November eröffnet die Akademie des Jüdischen Museums Berlin im Eric F. Ross Bau auf der gegenüberliegenden Seite des Museums. Sie vereint künftig Bibliothek, Archiv und Museumspädagogik unter einem Dach. Zudem erweitert das Museum mit der Akademie seine inhaltlichen Schwerpunkte: Migration, Integration und interkulturelle Bildung in einer heterogenen Gesellschaft rücken stärker in den Fokus. Das Jüdische Museum Berlin engagiert sich verstärkt in einem Bereich des gesellschaftlichen Lebens, indem Fragen nach den politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen für ein erfolgreiches Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen in Deutschland gestellt werden. Mit seinem pädagogischen Programm und seinen politischen Initiativen möchte das Jüdische Museum Berlin dazu beitragen, dass der Prozess der Integration gelingt.

Rückfragen und Fotowünsche

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Stiftung Jüdisches Museum Berlin
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