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Presseeinladung vom 27. September 2012


Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit laden wir Sie zu den Veranstaltungen des Jüdischen Museums Berlin im Oktober ein. Wir möchten Sie besonders hinweisen auf das umfangreiche Begleitprogramm zur neuen Sonderausstellung »R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen«, vor allem auf das Programm am 29. Oktober, dem 80. Geburtstag des Künstlers.

Sonderausstellung

21. September 2012 bis 27. Januar 2013
»R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen«
Seit dem 21. September zeigt das Jüdische Museum Berlin die erste umfassende Retrospektive seit dem Tod des amerikanischen Künstlers R.B. Kitaj. Er gehörte in den 1960er Jahren zu den Wegbereitern einer neuen figurativen Malerei. Gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden David Hockney, Lucian Freund und anderen läutete er den Ausbruch der Kunst aus der Abstraktion ein. Kitajs Werke gelten als verrätselt, vielschichtig und provokant. Das Jüdische Museum Berlin zeigt 130 Arbeiten Kitajs aus allen Perioden seines Werks und versammelt Leihgaben bedeutender Museen und Privatsammlungen aus aller Welt. Die Ausstellung gibt erstmals Einblick in Kitajs umfangreiches privates Text- und Bildarchiv, das Inspirationsquelle für seine Arbeiten war. Das Lebenswerk des Künstlers wird in 13 Kapiteln vorgestellt.
Eine Ausstellung der Stiftung Jüdisches Museum Berlin in Zusammenarbeit mit der Kulturprojekte Berlin GmbH.

Ort: Altbau, 1. OG
Eintritt: 4 Euro, erm. 2 Euro
www.jmberlin.de/kitaj

Begleitprogramm zur Sonderausstellung »R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen«

25.-26. Oktober
Symposium: »R.B. Kitaj: Künstler einer fragmentierten Welt«
Mit seinem figurativen Stil fand der Künstler R.B. Kitaj schon seit den 1960er Jahren die Aufmerksamkeit und Anerkennung der Londoner und der internationalen Kunstszene. Begleitend zur Sonderausstellung »R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen« findet ein zweitägiges Symposium statt.
Der erste Tagungstag unter dem Titel »R.B. Kitaj und die Helden der Moderne« ist Kitajs innovativem künstlerischem Beitrag als Zeichner, Maler und Interpret seiner Kunst gewidmet. »Diasporische Kunst – in Augenhöhe mit Freud und Kafka« ist der Titel des zweiten Tagungstages. Ihm gilt die Reflexion der Identität in der Moderne, die zum großen Leitthema von Leben und Werk Kitajs wurde. In der Auseinandersetzung mit der eigenen »Jüdischkeit« leitete er Idee und Konzept für eine »jüdische« Kunst aus der Erfahrung der diasporischen Existenz ab.
Referenten:
Yael Bartana (Künstlerin), Isolde Charim (Philosophin und Publizistin), Michael S. Cullen (Historiker, Journalist, Publizist), Anne Vira Figenschou (Kunsthistorikerin), Eckhart Gillen (Kunsthistoriker und Kurator), Robert Kudielka (Kunstwissenschaftler und Publizist), Antony Lerman (Historiker und Publizist), David N. Myers (Historiker für Jüdische Studien).
Festredner am Abend des 25. Oktober: David N. Myers
In Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin und der Humboldt Universität zu Berlin.

Donnerstag, 25. Oktober, 15.00 bis ca. 20.30 Uhr
Freitag, 26. Oktober, 10.00 bis 16.00 Uhr
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal
Eintritt frei.
Anmeldung unter www.jmberlin.de/symposion-kitaj

29. Oktober
Kitajs 80. Geburtstag
»Kitaj for free« am 80. Geburtstag des Künstlers: Von 10.00 bis 22.00 Uhr ist der Eintritt frei in die Sonderausstellung und in den Dokumentarfilm Kitaj… In the Picture von Jake Auerbach (UK 1994, 40 Min., engl. OV). Als 62-Jähriger und nach langem Zögern ließ sich R.B. Kitaj von Jake Auerbach filmen, dem Sohn von Frank Auerbach, seinem langjährigen Freund und Weggefährten der Londoner Jahre. Entstanden ist daraus ein einzigartiger Blick auf Kitajs Leben und Werk, und seine Entwicklung zu einem der gefeiertsten Maler seiner Zeit.

Ort: ALtbau, 1. OG 10-22 Uhr. Eintritt frei in die Sonderausstellung
18.00 Uhr, Altbau EG, Auditorium: Dokumentarfilm »Kitaj… In the Picture« von Jake Auerbach

Themenführungen:
4. Oktober:
Eckhart Gillen: Die Obsessionen von R.B. Kitaj

Der Kurator spricht über Kitajs Leidenschaften: Für das Collagieren von Fundstücken aus dem ›Leidschatz der Menschheit‹, für die Kunstgeschichte von Giotto über Cézanne und Matisse bis zu seinen Freunden aus der ›School of London‹ (Bacon, Hockney, Lucian Freud) und die Leidenschaft für den Diasporismus – eine künstlerische Spurensuche nach den Bedingungen der modernen Existenz jenseits eines Rückhalts in Nationen, Religionen und Ideologien.

Ort: Altbau EG, Auditorium und Ausstellung um 19.30 Uhr
Dauer: jeweils 1 Stunde
Eintritt: 7 Euro, erm. 5 Euro
Anmeldung unter Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

18. Oktober:
Inka Bertz: R.B. Kitajs Manifeste des Diasporismus
»Werde ich der Herzl (oder Achad Haam) einer neuen Jüdischen Kunst sein???«, notierte Kitaj kurz vor seinem Tod. Wie viele andere jüdische Künstler und Intellektuelle seit der Jahrhundertwende setzte sich Kitaj mit der Frage einer jüdischen Kunst auseinander. Doch er war der erste Autor, der mit seinen beiden 1988/89 und 2007 entstandenen »Manifesten des Diasporismus« einen neuen »-Ismus« proklamierte, und der dafür die Form des Manifests wählte. Die Führung zeichnet die Entstehung von Kitajs Idee des Diasporischen nach und vergleicht sie mit anderen Konzepten des Jüdischen in der bildenden Kunst.

Ort: Altbau EG, Auditorium und Ausstellung um 19.30 Uhr
Dauer: jeweils 1 Stunde
Eintritt: 7 Euro, erm. 5 Euro
Anmeldung unter Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

Montagskino:
1. Oktober:
Kitaj… In the Picture. Dokumentarfilm von Jake Auerbach (UK 1994, 40 Min., engl. OV).
Trotz der produktiven Offenheit, die R.B. Kitaj bei der Schaffung seiner Gemälde walten ließ, trat er Zeit seines Lebens nur ungern vor die Kamera. »Ich bin der am wenigsten spontane Mensch, den man sich vorstellen kann«, erklärte er in Anlehnung an Degas. 1994 gab er schließlich nach und ließ sich von Jake Auerbach filmen, dem Sohn von Frank Auerbach, seines langjährigen Freundes und Weggefährten der Londoner Jahre. Entstanden ist daraus ein einzigartiger Blick auf Kitajs Leben, sein Werk und seine Entwicklung zu einem der gefeiertsten Maler seiner Zeit.

Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19:30 Uhr

8. Oktober:
The Red Shoes. Spielfilm von Michael Powell (UK 1948, 133 Min., engl. OV)
Basierend auf dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen zeigt der Film eine junge Tänzerin (gespielt von Moira Shearer), die zerrissen ist zwischen ihrem Wunsch, Primaballerina zu werden, und ihrer Liebe zu Julian, einem jungen Komponisten. »The Red Shoes« erzählt vom Kampf zwischen Kunst und Liebe, was Kitaj nach eigenem Bekunden »anregte darüber zu phantasieren, wie es wäre, ein Künstlerleben zu führen«. Michael Powell, der Regisseur des Films, sollte 1973, von R.B. Kitaj porträtiert werden.

Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19:30 Uhr

22. Oktober:
The Long Voyage Home. Spielfilm von John Ford (USA 1940, 105 Min., engl. OV)
»John Ford hat über die Einsamkeit des Seefahrens einen großartigen Film namens ›The Long Voyage Home‹ gemacht, der mich noch heute zum Weinen bringt, wo ich schon bald 70 werde«, schrieb Kitaj.
Basierend auf vier Bühnenstücken von Eugene O’Neill und mit John Wayne in der Hauptrolle, verfolgt »The Long Voyage Home« die Besatzung an Bord des britischen Frachtschiffes SS Glencaim auf dem Weg von den Westindischen Inseln nach Baltimore während des Zweiten Weltkrieges.
Kitaj selbst heuerte als Siebzehnjähriger auf einem norwegischen Frachter an und bezog sich in der Folge gern auf Fords Film, um seine Erlebnisse zu thematisieren.

Ort: Altbau EG, Auditorium, 19:30 Uhr

Weiteres Kulturprogramm

11. Oktober:
Innerlich beschnittene Juden. Zu Eduard Fuchs’ »Die Juden in der Karikatur«
Buchpräsentation
Eduard Fuchs war ein von Walter Benjamin hochgeschätzter Kulturhistoriker. Neben einer umfangreichen, sechsbändigen Sittengeschichte publizierte er »Die Frau in der Karikatur« und vor allem die reich illustrierte Studie »Die Juden in der Karikatur«. Diese Sammlung ist bis heute für eine Geschichte des Antisemitismus unersetzlich. Indes: An Eduard Fuchs, der sich selbst als Marxist verstand, zeigen sich beispielhaft die Fallstricke und tragischen Fehler, denen marxistische Kritiken der Judenfeindschaft unterliegen können. Im konkret-Verlag erscheint im September Micha Brumliks Studie zu Fuchs‘ »Die Juden in der Karikatur« – eine streitbare Analyse, die zugleich eine Vielzahl von Fuchs’ gesammelter Karikaturen wieder zugänglich macht.
Micha Brumlik und der Verleger Hermann Gremliza stellen das Buch vor.

Ort: Altbau EG, Auditorium, 19.30 Uhr
Eintritt frei

17. Oktober:
Dieter Graumann: Nachgeboren – vorbelastet? Die Zukunft des Judentums in Deutschland
Buchpräsentation mit dem Autor
Dieter Graumann ist der erste Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der den NS-Terror nicht unmittelbar erlebt hat. Er möchte die jüdische Identität nicht allein von Formeln wie »Schoa plus Antisemitismus« abgeleitet wissen. In seinem neuen Buch »Nachgeboren – vorbelastet?« gibt er Einblicke in sein Leben und plädiert leidenschaftlich für ein plurales und lebendiges Judentum in Deutschland: »Ich wünsche mir hier ein Judentum, das bestimmt niemals unsere Leidensgeschichte … vergessen wird, das aber von nun an die positiven Dimensionen des Judentums noch viel stärker pflegt und sich initiativ und kreativ an allen Debatten der Gesellschaft beteiligt.«
In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung.

Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19.30 Uhr
Eintritt: 9 Euro, erm. 7 Euro
Kartenreservierung bei der Literaturhandlung unter Tel. 030 – 8824 250

21. bis 23. Oktober:
Constantin Brunner im Kontext
Internationale und interdisziplinäre Tagung zum Werk des deutsch-jüdischen Philosophen und Gesellschaftskritikers
Constantin Brunner hat vor allem mit seinem 1908 erschienenen Hauptwerk »Die Lehre von den Geistigen und vom Volk« sowie seinen Schriften zur »Judenfrage« die Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen auf sich gezogen. Aus Anlass seines 150. Geburtstages und 75. Todestages sollen die heute fast vergessenen historischen und geistesgeschichtlichen Dimensionen seiner Persönlichkeit, seiner Kultur- und Gesellschaftskritik sowie seines philosophischen Anliegens ausgelotet werden.
Sonntag, 21. Oktober ab 15.00 Uhr
Montag, 22. Oktober, 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr
Dienstag, 23. Oktober, 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr
Im Rahmen der Tagung findet eine Lesung von Hanns Zischler aus Briefen Constantin Brunners statt, die im Herbst im Göttinger Wallstein-Verlag erscheinen.
Sonntag, 21. Oktober um 19.30 Uhr
Mit Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung.

Ort: Altbau EG, Auditorium
Eintritt frei
Anmeldung unter brunner.conference@gmail.com
Weitere Information unter www.brunner.uni-goettingen.de/Tagung.html

22./23. Oktober:
Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe
Konferenz
Museen, Archive und Bibliotheken sind die Hüter des kulturellen Erbes. Wie gestalten sie den Zugang zu diesem und wie lassen sich dabei die digitalen Möglichkeiten nutzen? Die Institutionen bewegen sich hier in einem Spannungsfeld von rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten, das unmittelbar ihr Selbstverständnis berührt. Die Rolle von Initiativen wie Wikipedia aber auch der Wirtschaft gewinnt immer größere Bedeutung. Die internationale Konferenz will die Gestaltungsmöglichkeiten und die damit in Zusammenhang stehenden Fragen öffentlich mit Fachleuten aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren.
Informationen zum Programm unter www.zugang-gestalten.de.
In Kooperation mit dem Internet & Gesellschaft Co:llaboratory, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, iRights Lab Kultur, der Open Knowledge Foundation, Wikimedia Deutschland.

Montag, 22. Oktober, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Dienstag, 23. Oktober, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Ort: Glashof EG
Eintritt frei
Anmeldung unter www.zugang-gestalten.de/anmelden-register.

29. Oktober:
Welche Religion gehört zu Deutschland?
Diskussion im Rahmen der Reihe »Visionen der Zugehörigkeit«
Die religiöse Landschaft in Deutschland hat sich verändert: In der christlich geprägten Gesellschaft nimmt die religiöse Vielfalt zu. Mehr als 70% der Deutschen sehen darin eine Ursache für Konflikte. Westeuropäische Nachbarn sind gegenüber dem Islam und anderen nichtchristlichen Religionen viel toleranter, so eine Umfrage der Universität Münster. Danach sprechen sich Deutsche deutlich öfter als Franzosen, Dänen, Niederländer oder Portugiesen gegen neue Moscheen und Minarette aus, und sie sind auch weniger bereit, anderen Religionen gleiche Rechte zuzugestehen. Mittlerweile gibt es sogar ein Urteil des Kölner Landgerichts, das die rituelle männliche Beschneidung strafbar macht und damit die Religionsfreiheit einschränkt. Wie soll das Verhältnis zwischen Religionsfreiheit und säkularem Staat gestaltet werden? Muss Deutschland seine religionspolitischen Strukturen öffnen?
Es diskutieren: Petra Bahr (Kulturbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland), Stephan Kramer (Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland), Detlef Pollack (Professor für Religionssoziologie an der Universität Münster) u. a.
Moderation: Isabel Schayani (Journalistin)
Mit der Beratung von DeutschPlus e.V.

Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19.30 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung unter Tel. 030 – 25993 488 oder reservierung@jmberlin.de
  

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
www.jmberlin.de
www.facebook.com/jmberlin

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Pressefotos zu den Veranstaltungen im Oktober finden Sie zum Download auf unserer Website unter www.jmberlin.de/fotodownload > Veranstaltungen.

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