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Presseinformation vom 19. Oktober 2012

R.B. Kitaj zum Achtzigsten


Am 29. Oktober hätte der Künstler R.B. Kitaj seinen 80. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass würdigt das Jüdische Museum Berlin R.B. Kitaj mit einem international besetzten Symposion in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Das zweitägige Symposion findet unter dem Titel »R.B. Kitaj: Künstler einer fragmentierten Welt« am 25. und 26. Oktober im Großen Saal des Museums statt. Am eigentlichen Geburtstag am Montag, dem 29.Oktober, ist von 10 bis 22 Uhr der Eintritt in die Sonderausstellung frei. Um 18 Uhr wird im Auditorium noch einmal der Dokumentarfilm »Kitaj… In the Picture« von Jake Auerbach gezeigt (UK 1994, 40 Min., engl. OV).

»R.B. Kitaj: Künstler einer fragmentierten Welt«

Der erste Tagungstag ist Kitajs innovativem Beitrag als Zeichner, Maler und Interpret seiner Kunst gewidmet. Robert Kudielka, bis vor kurzem Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Akademie der Künste, hatte Kitaj in den 60er Jahren in London kennengelernt und wird über die Arbeiten aus dieser Zeit sprechen, während Eckhart Gillen, der Kurator der Ausstellung, den Bogen von 1965 bis in die Spätzeit spannt. Michael Cullens Beitrag konzentriert sich auf die grafischen Arbeiten Kitajs, die in Berlin erstmals 1969 ausgestellt waren.

Der zweite Tagungstag widmet sich zwei ausgesuchten Themen, die Kitaj geprägt und beschäftigt haben: dem sogenannten Tate War 1994 und dem Konzept einer diasporischen Kunst, die Kitaj seit den 70er Jahren entwickelte. Die große Retrospektive des Künstlers in der Tate Gallery 1994 provozierte damals eine heftige Reaktion der britischen Presse. R.B. Kitaj reagierte auf die vernichtenden Kritiken mit einer Ausstellungsserie, die die norwegische Kunsthistorikerin Anne Vira Figenschou näher beleuchten wird. Der britische Historiker Antony Lerman, langjähriger Direktor des Institute for Jewish Research in London und Kenner der britischen Gesellschaft, wird über diese Reaktion der Presse und die britische Gesellschaft der 90er Jahre sprechen. Einen Ausblick auf gegenwärtige Ansätze einer diasporischen Kunst und Gesellschaft liefern die Philosophin und Publizistin Isolde Charim, die am Kreisky-Forum in Wien Veranstaltungen und Workshops zu aktuellen Fragen der Zeit verantwortet, und die israelische Künstlerin Yael Bartana, die mit ihrem dreiteiligen Video-Zyklus "And Europe will be stunned" auf der Biennale in Venedig vor einem Jahr das Thema der Diasporischen Kunst neue formulierte und heftige Diskussionen entfachte.

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
www.jmberlin.de
www.facebook.com/jmberlin

Den Festvortrag zu R.B. Kitaj hält David N. Myers, der als Professor für Jüdische Geschichte an der University of California, Los Angeles lehrt und ein Freund und Berater des Künstlers in jüdischen Fragen war. Er spricht über R.B. Kitaj und dessen außergewöhnlichen Entwurf eines jüdischen Lebens.

Die Vorträge werden teils in englischer, teils in deutscher Sprache gehalten und überwiegend simultan übersetzt.

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