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Presseeinladung vom 23. Oktober 2012

Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe
Internationale Konferenz am 22. und 23. Oktober 2012 in Berlin


Heute findet von 9 Uhr bis 18 Uhr der zweite Tag der internationalen Konferenz Zugang gestalten! im Jüdischen Museum Berlin statt. Zwei Tage lang diskutierten Fachleute aus Kultur, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik aktuelle Fragen des Zugangs zum kulturellen Erbe im Informationszeitalter. Das Programm reichte von der Bestandsaufnahme unterschiedlicher Initiativen, Projekte und Strategien bis hin zu Konzepten und Visionen der Zukunft. Die Konferenz wurde vom Jüdischen Museum Berlin, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Internet & Gesellschaft Co:llaboratory, iRightsLab Kultur, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland getragen.

»Es ist unsere Aufgabe, die Inhalte öffentlicher Kultureinrichtungen möglichst niedrigschwellig zur Verfügung zu stellen, sowohl analog also auch digital. Deshalb freuen wir uns, Gastgeber einer internationalen Konferenz zu sein, auf der das Thema in seiner ganzen Bandbreite diskutiert wird,« sagt Börries von Notz, geschäftsführender Direktor des Jüdischen Museums Berlin.

Mit dem Internet sind oft Erwartungen auf schnellen und auch kostenlosen Zugang zum kulturellen Erbe verbunden. Dies bringt die Gedächtnisinstitutionen unter Zugzwang. Zwar ist für sie ein freier Zugang meist Teil ihres Selbstverständnisses – nicht zuletzt aufgrund ihres öffentlichen Auftrags. Aber heißt freier Zugang auch automatisch kostenloser Zugang? Welche Bedingungen gelten für die Nutzung von Abbildungen, Kopien oder Fotos? Welche Gebühren werden erhoben? Welche rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten haben Gedächtnisinstitutionen überhaupt, wenn es um die Nutzung und Präsentation von Kulturgütern im Internet geht?

Dr. Paul Klimpel, Leiter der Konferenz, betont: »Es ist der Zugang, der entscheidet, welche Zukunft das kulturelle Erbe haben wird.« Wie dieser Zugang gestaltet wird, betrifft Wege der Digitalisierung des kulturellen Erbes, Schätze in Archiven, Museen und Bibliotheken, oder auch Kooperationen zwischen traditionellen Gedächtnisinstitutionen und neuen Akteuren, seien es zivilgesellschaftliche Initiativen wie Wikipedia, mittelständische Unternehmen oder internationale Konzerne wie Google. Die Institutionen befinden sich dabei in einem Spannungsfeld. Einerseits wird von ihnen gefordert, ihre Arbeit auch durch die Verwertung der von ihnen verwahrten Kulturgüter zu finanzieren. Auf der anderen Seite erwartet man, dass sie ihrem Bildungsauftrag nachkommen und einen möglichst unbeschränkten Zugang gewähren.

Häufig unterscheiden Museen und Archive, ob Bestände für wissenschaftliche bzw. private Zwecke genutzt werden oder ob eine kommerzielle Verwertung angestrebt wird. Doch wo beginnt eine »kommerzielle Nutzung«? Welche Businessmodelle wurden und werden mit der Nutzung des kulturellen Erbes verbunden? Warum genügt eine Lizenz, die nur nicht-kommerzielle Nutzung zulässt, für eine Aufnahme von Inhalten in die Wikipedia nicht? Wie ist das Einstellen von »privaten« Fotos in soziale Netzwerke zu beurteilen? Wie verträgt sich die Einschränkung auf nicht-kommerzielle Nutzung überhaupt mit dem Grundsatz des Offenen Wissens?

Problemstellungen wie diesen wird sich die internationale Konferenz stellen und eine Plattform für spannende Diskussionen bieten.

Das Programm für Dienstag, 23. Oktober:

Ab 9 Uhr Kaffee

Zukunftsmodelle

10 Uhr Freies Wissen in der Zukunft
Pavel Richter
Vorstand von Wikimedia Deutschland e.V.

10:30 Uhr New business models
Harry Verwayen
Director Business Development at Europeana

11 Uhr The Cultural Institute and the Google Art Project
Amit Sood
Founder of the Google Art Project
Director at the Cultural Institute

11:30 Uhr Rahmenbedingungen für die Zukunft
Ralph Giebel
Head of business development and public affairs – Public Sector, EMC Deutschland GmbH

12 Uhr Mittagspause

13 Uhr Unlock the vaults! Reaching out with open data
Joseph Pugh
Education & Outreach, The National Archives (UK)

13:45 Uhr The future of cultural heritage
David Ferriero
10th Archivist of the United States

14:30 Uhr Kaffeeppause

Visionen und Tabus

15 Uhr Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Gabriele Beger
Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Dr. Verena Metze-Mangold
Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission
Dr. Till Kreutzer
Rechtsanwalt bei iRightsLaw, Redaktionsleiter iRights.info
Dr. Konstantin von Notz, MdB
Innenpolitischer Sprecher und Sprecher für Netzpolitik, Mitglied der Enquete »Internet und digitale Gesellschaft«
Pavel Richter
Vorstand von Wikimedia Deutschland e.V.
Moderation: Dr. Paul Klimpel

16:15 Uhr Statements

16:45 Uhr Publikumsdiskussion »Zugang und die Zukunft des kulturellen Erbes«
Moderation: Matthias Spielkamp
Projektleiter iRights.info

17:30 Uhr Ausklang

Für weitere Informationen, Fragen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:
Hanka Holzapfel
h.holzapfel[at]irights-lab.de
Tel. +49 (0)30 91 68 10 80
0170 280 33 79

Über das Jüdische Museum Berlin

Das Jüdische Museum Berlin gehört seit seiner Eröffnung 2001 zu den herausragenden Institutionen in der europäischen Museumslandschaft. Es steht mit seinen Ausstellungen und seiner Sammlung, seiner Forschung, den kulturellen Veranstaltungen und vielfältigen Bildungsprogrammen an der Schnittstelle von Museum und Gesellschaft. Es begreift sich als Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur und ist ein Forum für Diskussion und Gedankenaustausch.
Webseite: http://www.jmberlin.de

Über die Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Die Stiftung zählt zu den größten Kultureinrichtungen weltweit. Die Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), die Staatsbibliothek zu Berlin (SBB), das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK), das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) und das Staatliche Institut für Musikforschung (SIM), ursprünglich aus den Sammlungen und Archiven des preußischen Staates hervorgegangen, sind unter ihrem Dach zu einem dichten Netz der kulturellen Überlieferung verknüpft.
Webseite: http://hv.spk-berlin.de

Über iRightsLab

Das iRightsLab ist der unabhängige Think Tank zu Fragen der digitalen Welt, betrieben von der Kreutzer, Otto, Spielkamp PartG. Wir helfen Unternehmen, der öffentlichen Hand, Wissenschaft, Politik und Kreativen, die Herausforderungen der digitalen Welt zu meistern und deren großes Potenzial bestmöglich zu nutzen. Welches sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie sehen die technischen Möglichkeiten aus, wie werden sich politische Prozesse entwickeln, wie verhält man sich auf neuen Märkten, wie kommuniziert man über soziale Netzwerke? Wir entwickeln die Fragestellungen und erforschen die möglichen Antworten. Interdisziplinär, unabhängig, verständlich, ergebnisoffen.
Webseite: http://www.irights-lab.de

Über Internet & Gesellschaft Co:llaboratory

Das Internet & Gesellschaft Collaboratory ist eine offene Expertenplattform und netzpolitischer Think Tank, der den Diskurs über die Vernetzung unserer Gesellschaft konstruktiv, offen und unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven mit relevanten Stakeholdern ermöglichen will. Ziel ist es, den gesellschaftlichen Nutzen der digitalen Veränderungen herauszuarbeiten und die Potentiale ebenso wie die entstehenden Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und die Diskussion über optimale Rahmenbedingungen anzuregen.
Webseite: http://www.collaboratory.de

Über die Open Knowledge Foundation

Die Open Knowledge Foundation setzt sich für die Veröffentlichung, Nutzung und Wiederverwendung von offenem Wissen ein. Um diese Ziele voran zu treiben, arbeiten sie an Technologien, die eine größere Transparenz des öffentlichen Lebens ermöglichen und mehr Beteiligung von Bürgern gewährleisten.Der Zweck der OKF Deutschland ist die Förderung der offenen Zugänglichkeit aller Formen von Wissen, wobei Wissen so verstanden wird, dass auch Information, Daten und alle anderen, synonymen Begriffe umfasst werden.
Webseite: http://okfn.de

Über Wikimedia Deutschland

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
www.jmberlin.de
www.facebook.com/jmberlin

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