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Presseinformation vom 30. Oktober 2012

Sonderausstellung und Kulturprogramm des Jüdischen Museums Berlin im November 2012


Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit laden wir Sie zu den Veranstaltungen des Jüdischen Museums Berlin im November ein. Besonders würden wir uns freuen, Sie zum Programm anlässlich der Eröffnung der Akademie des Jüdischen Museums Berlin vom 18. bis 24. November begrüßen zu können. Die ausgesuchten Veranstaltungen geben einen Einblick in die neuen Themenschwerpunkte der künftigen Akademie des Jüdischen Museums Berlin. Hervorheben möchten wir das ganztätige Colloquium »Höre die Wahrheit, wer sie auch spricht« – Eine Einführung in die Welt des jüdischen Gelehrten Moses Maimonides und die Veranstaltung mit Staatssekretär André Schmitz »Be Berlin – be diverse«.

Sonderausstellung
21. September 2012 bis 27. Januar 2013
»R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen«

Seit dem 21. September zeigt das Jüdische Museum Berlin die erste umfassende Retrospektive seit dem Tod des amerikanischen Künstlers R.B. Kitaj. Er gehörte in den 1960er Jahren zu den Wegbereitern einer neuen figurativen Malerei. Gemeinsam mit seinen Künstlerfreunden David Hockney, Lucian Freund und anderen läutete er den Ausbruch der Kunst aus der Abstraktion ein. Kitajs Werke gelten als verrätselt, vielschichtig und provokant. Das Jüdische Museum Berlin zeigt 130 Arbeiten Kitajs aus allen Perioden seines Werks und versammelt Leihgaben bedeutender Museen und Privatsammlungen aus aller Welt. Die Ausstellung gibt erstmals Einblick in Kitajs umfangreiches privates Text- und Bildarchiv, das Inspirationsquelle für seine Arbeiten war. Das Lebenswerk des Künstlers wird in 13 Kapiteln vorgestellt.
Eine Ausstellung der Stiftung Jüdisches Museum Berlin in Zusammenarbeit mit der Kulturprojekte Berlin GmbH.
Ort: Altbau, 1. OG
Eintritt: 4 Euro, erm. 2 Euro
www.jmberlin.de/kitaj

Mit seinem figurativen Stil fand der Künstler R.B. Kitaj schon seit den 1960er Jahren die Aufmerksamkeit und Anerkennung der Londoner und der internationalen Kunstszene. Begleitend zur Sonderausstellung »R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen« findet ein zweitägiges Symposium statt.

Der erste Tagungstag unter dem Titel »R.B. Kitaj und die Helden der Moderne« ist Kitajs innovativem künstlerischem Beitrag als Zeichner, Maler und Interpret seiner Kunst gewidmet. »Diasporische Kunst – in Augenhöhe mit Freud und Kafka« ist der Titel des zweiten Tagungstages. Ihm gilt die Reflexion der Identität in der Moderne, die zum großen Leitthema von Leben und Werk Kitajs wurde. In der Auseinandersetzung mit der eigenen »Jüdischkeit« leitete er Idee und Konzept für eine »jüdische« Kunst aus der Erfahrung der diasporischen Existenz ab.

Referenten:
Yael Bartana (Künstlerin), Isolde Charim (Philosophin und Publizistin), Michael S. Cullen (Historiker, Journalist, Publizist), Anne Vira Figenschou (Kunsthistorikerin), Eckhart Gillen (Kunsthistoriker und Kurator), Robert Kudielka (Kunstwissenschaftler und Publizist), Antony Lerman (Historiker und Publizist), David N. Myers (Historiker für Jüdische Studien).
Festredner am Abend des 25. Oktober: David N. Myers
In Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin und der Humboldt Universität zu Berlin.
Donnerstag, 25. Oktober, 15 - ca. 20.30 Uhr
Freitag, 26. Oktober, 10 - 16 Uhr
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal
Eintritt frei.
Anmeldung unter www.jmberlin.de/symposion-kitaj

Montagskino zur Sonderausstellung »R.B. Kitaj (1932-2007) Obsessionen«

5. November
The Third Man (Der dritte Mann). Spielfilm von Carl Reed (UK 1949, 104 Min., engl. OV)
In Carl Reeds klassischem Film noir reist ein junger Schriftsteller nach Wien, wo er den mysteriösen Todesumständen eines Freundes nachgeht und dabei eine dunkle geheimnisvolle Welt betritt.
»The Third Man«, geschrieben von Graham Green und mit Joseph Cotten, Orson Welles und Alida Vali in der Besetzung, wird auch heute noch für seine expressionistische Kameraführung und Musik sowie die Darstellung des schattenhaften Wiens der Nachkriegszeit hoch geschätzt.
Nach Aussage Kitajs beeinflusste ihn der Film bei seiner Entscheidung, Amerika zu verlassen und ein Kunststudium in Europa aufzunehmen.
Ort: Altbau EG, Auditorium, 19:30 Uhr

Eintritt frei. Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich).
Kartenreservierung (für Nicht-Journalisten) unter Tel. +49 (0)30 259 93 488 oder reservierung[at]jmberlin.de

Eröffnungsprogramm der Akademie vom 18. bis 24 November
Sonntag, 18. November
Colloquium »Höre die Wahrheit, wer sie auch spricht«
Eine Einführung in die Welt von Moses Maimonides und die Kultur der Toleranz im arabischen Spanien

Das Zitat des Philosophen, Rechtsgelehrten und Arztes Moses Maimonides wird die Arbeit der Akademie inspirieren und leiten. In Kurzvorträgen geben internationale Wissenschaflter einen Einblick in die Kultur der Toleranz zwischen Juden, Muslimen und Christen im mittelalterlichen Spanien, die jüdische und arabische Philosophie der Zeit sowie die Interaktion zwischen beiden Philosophien. Gegenstand des Colloquiums wird schließlich das Erbe Moses Maimonides für die Gegenwart sein.
Mit einem Eröffnungsvortrag von Daniel Libeskind und Beiträgen von Sari Nusseibeh, Sarah Stroumsa, Maria Rosa Menocal (angefragt), George Y. Kohler, Yitzhak Melamed, Lukas Muehlethaler und Claudia Roden.
Moderation: Peter Adamson
In Kooperation mit dem Research Unit Intellectual History of the Islamicate World der Freien Universität Berlin und Studio Daniel Libeskind, mit Unterstützung des Center for International Cooperation der Freien Universität Berlin.
Ort: Altbau 2 .OG, Großer Saal, 10:30 - 18 Uhr
Tagungsbeitrag: 10 Euro, erm. 8 Euro
Anmeldung unter www.jmberlin.de/colloquium-maimonides

Montag, 19. November
Michael Brenner (Hrsg.): Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart
Podiumsgespräch zur Neuerscheinung des Buches

Michael Brenner hat mit dem Buch »Geschichte der Juden in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart« eine Studie vorgelegt, die das Thema erstmals auf der Grundlage intensiver Archivarbeiten behandelt. Das Podiumsgespräch mit dem Herausgeber, Micha Brumlik, Atina Grossmann, Julius H. Schoeps und Lala Süsskind, moderiert von Stefanie Schüler-Springorum, stellt diesen Band mit seinem breiten Themenspektrum vor.
Mit einer Begrüßung von Michael W. Blumenthal und Michael Meyer sowie einer Einführung von Rachel Salamander.
In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung, dem C. H. Beck Verlag und den Freunden und Förderern des Leo Baeck Instituts.
Ort: Glashof EG,, 20 Uhr:
Eintritt frei
Kartenreservierung unter Tel. +49 (0)30 259 93 488 oder reservierung[at]jmberlin.de

Dienstag, 20. November und Samstag, 24. November
Architekt(o)uren
Führung durch die neue Akademie im Eric F. Ross Bau

Zur Eröffnung der Akademie gibt eine Architekturführung Einblicke in die neu gestaltete Halle des ehemaligen Blumengroßmarkts. Den Besuchern eröffnet sich vor Ort das Haus-im-Haus-Konzept des Architekten Daniel Libeskind: In der Halle befinden sich zum einen drei Kuben – ein Eingangskubus, ein Bibliothekskubus und ein Veranstaltungskubus – und zum anderen funktionale, zurückhaltend gestaltete Räume inmitten des weitläufigen Gebäudes. Die Nutzung der Akademie sowie die Neugestaltung des davor liegenden Stadtplatzes werden ebenfalls Teil der Führung sein.
Dienstag, 20. November, 15:30 Uhr und 17 Uhr und
Samstag, 24. November, 12:30 Uhr und 14 Uhr
Dauer: 1 Stunde
Treffpunkt: Altbau EG, »Meeting Point« im Foyer
Eintritt: 7 Euro, erm. 5 Euro
Anmeldung unter Tel. +49 (0)30 259 93 305 oder fuehrungen[at]jmberlin.de

Mittwoch, 21. November
Meine Liebe zu Deutschland
Gespräch im Rahmen der Reihe »Visionen der Zugehörigkeit«

»Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht« – so schrieb Heinrich Heine 1843 im Pariser Exil über sein Vaterland, schwankend zwischen ironischer Distanz und Sehnsucht. Heine, der in der deutschen Gesellschaft zeitlebens Ausgrenzung erfuhr, zählt heute zu den am meisten übersetzten Dichtern deutscher Sprache und prägte das Deutschlandbild im In- und Ausland. Was für ein Deutschlandbild haben deutsche Kulturschaffende heute? Was bewerten sie positiv? Welche Werke deutscher Kultur eröffnen ihnen – und ihrem Publikum – Räume für Identifikationen? Was für neue deutsche Narrative entstehen heute, in denen sich auch transkulturelle Einflüsse spiegeln?
Darüber reden: Philippa Ebéné (angefragt), Shermin Langhoff, Dani Levy, Nicol Ljubic und Zafer Şenocak, moderiert von Isabel Schayani
Mit der Beratung von DeutschPlus e.V.
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19:30 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung unter Tel. +49 (0)30 259 93 488 oder reservierung[at]jmberlin.de

Donnerstag, 22. November
Orchestra of Exiles
Filmpremiere in englischer Originalfassung

Seit seinem ersten Auftritt in Palästina 1929 arbeitete der Geiger Bronislaw Huberman an seiner Vision, ein Palestine Symphony Orchestra ins Leben zu rufen. Nach der Machtübernahme Hitlers bot sein Orchester vielen jüdischen Musikern und ihren Familien die Möglichkeit, dem Nationalsozialismus zu entkommen. Unter dem Dirigenten Arturo Toscanini kämpfte das Orchester von Exilanten auf seinen Konzertreisen mit seiner einzigen Waffe gegen das Nazi-Regime – der Musik. Bis heute gehört das Israel Philhamonic Orchestra zu den großen Orchestern der Welt.
Der Oscar-nominierte Autor und Regisseur Josh Aronson präsentiert die Europa-Premiere seines Films.
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal, 19:30 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung unter Tel. +49 (0)30 259 93 488 oder reservierung[at]jmberlin.de

Freitag, 23. November
Be Berlin – be diverse: Vielfalt in Berliner Museen

Die Herausforderungen an eine zeitgemäße Kulturpolitik in Berlin als Hauptstadt der kulturellen Vielfalt sind Thema der Veranstaltungsreihe »Be Berlin – be diverse«. Zur Eröffnung der Akademie laden Staatsekretär André Schmitz und das Jüdische Museum Berlin Museumsexperten ein zu diskutieren, welche Erwartungen Menschen mit Migrationshintergrund an die Kultureinrichtungen haben, wie der Diversität in Berliner Museen Rechnung getragen wird und was Museen unternehmen bzw. unternehmen können, um speziell Jugendliche mit Migrationshintergrund zu erreichen.
Teilnehmer:
Farhad Dilmaghani, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin
Dr. Udo Gößwald, Leiter des Museums Neukölln (angefragt)
Prof. Dr. Bernhard Graf, Leiter des Instituts für Museumsforschung, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Petra Zwaka, Leiterin der Museen Tempelhof-Schöneberg
Moderation: André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten
In Kooperation mit der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
Ort: Glashof EG, 19:30 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung unter Tel. +49 (0)30 259 93 488 oder reservierung[at]jmberlin.de

Weiteres Kulturprogramm
8. November
Yfaat Weiss: Verdrängte Nachbarn
Die Autorin im Gespräch mit dem Journalisten Joseph Croitoru

In Haifa kam es 1959 zu Gewalttaten zwischen jüdischen Einwanderern aus Marokko und den israelischen Behörden, die als »Wadi Salib Unruhen« in die Geschichte eingegangen sind. Hinter diesem in Israel sehr bekannten Ereignis verbirgt sich ein vergessenes Kapitel der Stadt­geschichte: In Wadi Salib befand sich bis 1948 ein intaktes arabisches Wohnviertel, aus dem die Bewohner im Zuge des Krieges zwischen Arabern und Juden flüchteten und vertrieben wurden. Yfaat Weiss, diesjährige Preisträgerin des Hannah-Arendt-Preises, legt die verborgenen Schichten dieses Stadtviertels offen, die durch den Israel-Palästina-Konflikt zugeschüttet und verdrängt wurden.
Moderation: Marianne Zepp
In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung und der Hamburger Edition, dem Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Ort: Altbau EG, Auditorium, 19:30 Uhr
Eintritt frei

13. November
Zeugen der Shoah
Gespräch mit Eugen Herman-Friede und Hellmut Stern

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
www.jmberlin.de
www.facebook.com/jmberlin

Eugen Herman-Friede beteiligt sich ab 1943 in Luckenwalde aus dem Versteck heraus am Widerstand gegen das NS-Regime und lebt heute in der Nähe von Frankfurt a. M. Hellmut Stern emigriert 1938 als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Harbin in der Mandschurei. Der weltbekannte Violinist lebt seit 1961 wieder in Berlin. Im Jüdischen Museum Berlin sprechen beide über ihre Erinnerungen. Sie sind zwei von zwölf Überlebenden, deren Interviews im Zentrum der neuen an der Freien Universität Berlin entwickelten Lernsoftware für Schulen stehen.
In Zusammenarbeit mit dem Center für Digitale Systeme (CeDiS) und der Freien Universität Berlin
Ort: Glashof EG, 19.30 Uhr
Eintritt frei

Pressefotos zu den Veranstaltungen im Oktober, November und Dezember finden Sie zum Download auf unserer Website unter www.jmberlin.de/fotodownload > Veranstaltungen.

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