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Presseeinladung vom 19. Juni 2013

Einladung zur Eröffnung am 27. Juni 2013


»Vor Gericht: Auschwitz/Majdanek«
Ein neues Kapitel in der Dauerausstellung nähert sich den beiden bedeutendsten deutschen NS-Prozessen

Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Mord an den europäischen Juden begann im Gerichtssaal. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965) und die Berichterstattung prägten die Wahrnehmung und die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Bundesrepublik Deutschland entscheidend. Die Schilderungen der KZ-Überlebenden erschütterten nicht nur die Anwesenden im überfüllten Gerichtssaal, sondern auch ein internationales Publikum. Die meisten der eingeleiteten NS-Strafverfahren kamen nie zur Anklage.

Verknüpfte Fritz Bauer als Initiator des Auschwitz-Prozesses damit noch die Hoffnung, die Justiz könnte zu einer Bewältigung der Vergangenheit beitragen, machte der Düsseldorfer Majdanek-Prozess (1975–1981) die Unzulänglichkeit der geltenden Rechtsprechung gegenüber den NS-Massenmorden deutlich. Das aufwändigste Gerichtsverfahren in der deutschen Geschichte endete mit Freisprüchen und überwiegend milden Urteilen.

Das neu gestaltete Ausstellungskapitel »Vor Gericht: Auschwitz/Majdanek« widmet sich ab dem 27. Juni 2013 diesen beiden größten deutschen NS-Gerichtsverfahren und seinen Akteuren.

Wir laden Sie hiermit zur Eröffnung des neuen Kapitels der Dauerausstellung »Vor Gericht: Auschwitz/Majdanek« ein:

Datum: Donnerstag, 27. Juni 2013
Akkreditierung: ab 10.30 Uhr
Beginn: 11.00 Uhr
Treffpunkt: Infocounter
Ort: Dauerausstellung (1. Obergeschoss), Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin

Die Kuratorin Monika Flores Martínez wird den neuen Bereich vorstellen.

Bitte planen Sie ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrollen am Einlass ein.

Der Düsseldorfer Majdanek-Prozess (1975 – 1981)

Bedeutsamer als die Strafen, die der Richter nach fast sechs Jahren Gerichtsverhandlung aussprach, war der Nachhall des Prozesses. Zwei Jahrzehnte nach Prozessbeginn schuf die Malerin Minka Hauschild die »Majdanek Prozessportraits«. Sie zeigen 44 Prozessbeteiligte. Inspiriert hatte sie der Dokumentarfilm »Der Prozess« (1984) von Eberhard Fechner. Innerhalb von zwei Jahren stellte Minka Hauschild 1996 die Gemäldeserie fertig. Sie ist im Jüdischen Museum Berlin zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit zu sehen. Die Präsentation dieser Portraits kommuniziert mit der Architektur Libeskinds und ihrem Konzept der Voids. Drei iPads bieten Texte an, die die Geschichten der Portraitierten erzählen und Schlaglichter auf das Prozessgeschehen werfen.

Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963 – 1965)

In einer raumgreifenden Medieninstallation werden historische Fernsehbeiträge aus der Bundesrepublik, den Niederlanden und Kanada gezeigt. Unterschiedlichste Zeitzeugen kommen zu Wort: der Initiator des Prozesses Fritz Bauer, der Staatsanwalt Joachim Kügler, Prozessbeobachter wie Hannah Arendt, der FAZ-Journalist Bernd Naumann, ein Auschwitz-Überlebender und etliche Stimmen aus der Bevölkerung. Ein spannender Wechsel aus Bild und Text vermittelt, wie der Prozess die Wahrnehmung der NS-Verbrechen initiierte und bis heute entscheidend prägt.

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)30 25 993 419
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de
 
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin
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Ausstellungsgestaltung: Holzer Kobler Architekturen GmbH, Berlin
Gestaltung und Produktion der Videoinstallation »Auschwitz-Prozess«: The Green Eyl, Berlin

Bildmaterial für die Berichterstattung unter Beachtung des Bildnachweises finden Sie ab dem 27. Juni unter www.jmberlin.de/fotodownload.

Für unsere Planung bitten wir Sie, uns über Ihr Kommen bis Mittwoch, 26. Juni per E-Mail zu informieren.

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