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Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18. Dezember 1999

Noch gibt es nichts zu sehen, aber die Besucher kommen schon in Scharen. Die große Leere lässt Filme im Kopf ablaufen

Von Heike Schmidt


Es ist nicht leicht, einen Zugang zu finden. Keine Türen, keine Fenster, nur verglaste Schlitze hat der amerikanische Architekt Daniel Libeskind dem Jüdischen Museum in Berlin zugestanden. Schlitze, die wie jeder Riss in einem intakten Gegenstand kindliche Neugier provozieren auf das, was dahinter stecken könnte. Auf den ersten Blick scheint das nicht viel zu sein. Noch steht das künftige Jüdische Museum leer. Erst im Jahr 2001 wird es eröffnet. Dennoch zieht der Bau schon jetzt massenhaft Menschen an.


Übergangsmahnmal

Während das Kuratorium der Stiftung Holocaust-Denkmal am Donnerstag den Spatenstich für das Holocaust-Mahnmal auf den 27. Januar festlegte, hat gestern der 100 000. Besucher in diesem Jahr das Jüdische Museum besucht. Der Libeskind-Bau ist leer stehend zum Übergangsmahnmal der Stadt geworden. Er konnte dazu werden, weil kaum jemand unbefangen in dieses Gebäude geht, und er funktioniert nur in der Wechselwirkung mit der Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus, der in deutschen Köpfen häufig mit »Jüdischer Geschichte« gleichgesetzt wird.

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