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Berliner Zeitung vom 28. Oktober 2005

Davidsterne am Chanukkabaum

Das Jüdische Museum zeigt, wie sich zur Weihnachtszeit die Bräuche vermischen

Von Marlies Emmerich


Das christliche Weihnachtsfest und das achttägige jüdische Tempelweihefest Chanukka haben theologisch nichts gemeinsam - beide Feste aber werden im Dezember gefeiert. Und im Laufe der Zeit ist es in Deutschland zu kuriosen Vermischungen der Bräuche gekommen. Juden wollten ihren Kindern Geschenke und Baum nicht verwehren und auch die Zugehörigkeit zur deutschen Kultur untermauern. Das Jüdische Museum in Berlin hat erstmals mit der am Donnerstag eröffneten Ausstellung »Weihnukka - Geschichten zwischen Weihnachten und Chanukka« diese Geschichte aus Kommerzialisierung und Säkularisierung scherzhaft aufgegriffen.

Das »Dezember-Dilemma« - wie es manche Juden nennen - zieht sich durch die Ausstellung mit 700 Objekten und Filmausschnitten. Zu sehen ist etwa die traditionelle Kippa im Weihnachtsmann-Look oder ein blauer Chanukka-Kranz, der verdächtig dem christlichen Adventskranz ähnelt. Natürlich gibt es Davidsterne als Backformen und ein Glockenhundehalsband. Gewissermaßen die Krönung des jiddischen Kitsches bildet ein Weihnachtsbaum (Chanukka-Baum), geschmückt mit Davidsternen und Kugeln. Museumsprogrammdirektorin Cilly Kugelmann verspricht noch weitere Höhepunkte während des umfangreichen Rahmenprogramms. Während des ersten Berliner Weihnukka-Marktes ab 27. November werden nach »ultimativem Rezept« die zu Chanukka üblichen Kartoffelpuffer serviert - die Latkes. Christen bekommen Lebkuchen.

Weihnukka, Jüdisches Museum, Lindenstr. 9-14, geöffnet bis 29. Januar täglich 10-20 Uhr, montags 10-22 Uhr.

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 (0)30 259 93 419
Fax: +49 (0)30 259 93 400
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de

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