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Berliner Morgenpost vom 2. Juni 2006

Ausstellung erinnert an jüdische Sportbewegung

Von Sabine Flatau


Lorbeerkranz und Davidstern, Boxhandschuh und Silberpokal, alte Fotos und ein abgegriffener Gymnastikball: Dies und mehr zeigt die Ausstellung zur Jüdischen Sportbewegung von 1898 bis 1938 im Jüdischen Museum, Lindenstraße 9-14. Sie erinnert an den ersten jüdischen Turnverein »Bar Kochba« in Berlin und an das Sportfest »Makkabiah«, das Pendant zu den Olympischen Spielen. Bei der gestrigen Ausstellungseröffnung sprachen Zeitzeugen. »Nach 1938 bin ich heimlich zum Sport gegangen«, erzählt Manfred Joachim (81). »Wir haben uns einen Platz auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee gesucht, wo wir unbeobachtet waren, und dort 100-Meter-Lauf und Weitsprung trainiert.« Der junge Sportler überstand Zwangsarbeit und das Sammellager Rosenstraße, sein Vater starb im KZ Sachsenhausen. Der Sohn entdeckte den Boxsport für sich, trainierte und schlug einen Hitlerjungen, der ihn anpöbelte, in die Flucht. Danach riß er sich den Judenstern ab. Er überlebte die Nazizeit in Berlin. »Der jüdische Sport war für uns mehr als Wettkampf und Sieg«, sagte Kurt Seifmann, der 1932 als Handball-Torwart internationalen Erfolg hatte. »In einer Zeit, als unsere Freiheit stückweise abgeschnitten wurde, hat er uns ein Gefühl von Heimat und Gemeinschaft gegeben.«

Bis 26. November, Mo. 10-22 Uhr, Di.-So., 10-20 Uhr, Eintritt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Tel.: 259 93 300

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 (0)30 259 93 419
Fax: +49 (0)30 259 93 400
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de

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