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Die Zeit vom 14. Mai 2009

Das Mehr am Meer

Von Stephanie Flamm


Die Frauen, die der Magnum-Fotograf David Seymour 1954 am Strand von Tel Aviv aufgenommen hat, begrüßen das neue Jahr am Strand mit einem Gebet. Anschließend werden sie – entsprechend der orthodoxen Tradition – Steine und Brotkrumen ins Meer werfen, um sich von ihren Sünden reinzuwaschen. Ob die Gründungsväter der Stadt, die im Frühjahr 1909 hier den ersten Spatenstich taten, das gutgeheißen hätten? Sie waren glühende Zionisten, Sozialisten und jüdische Nationalisten und wollten Tel Aviv zu einem Modell des Fortschritts machen – und das ist ihnen auch gelungen. Den 100. Geburtstag der Stadt feiert das Jüdische Museum in Berlin nun mit der Ausstellung »Tel Aviv. Durch die Linse von Magnum Fotografen«: als Ort der Laizisten, Hedonisten, Karrieristen und Religiösen. Kopftücher und Schläfenlocken sind hier genauso selbstverständlich wie leicht gewandete Disco-Mädchen und elegante Dandys. Dass in der Jubiläumsschau der ikonografischen Bilder von Staatsgründung (Robert Capa), Jom-Kippur-Krieg (Leonard Freed) und Rabin-Attentat (Attar Abas) nicht fehlen, versteht sich von selbst. Doch die meisten der über 50 Fotos zeigen die von außen betrachtet oft surreal anmutende Leichtlebigkeit der modernsten und tolerantesten Stadt, die es im Nahen Osten je gegeben hat.

Kontakt

Katharina Schmidt-Narischkin
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 (0)30 259 93 419
Fax: +49 (0)30 259 93 400
k.schmidt-narischkin[at]jmberlin.de

Bis 30. August. Geöffnet Mo 10-22 Uhr, Di-So 10-20 Uhr, Eintritt mit Museumsticket 5 Euro, Jüdisches Museum, Erdgeschoss, Lindenstraß 9-14, 10969, Tel. 030/25 99 33 00, www.jmberlin.de

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