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BZ vom 23. Juli 2011

Masel tov! 10 Jahre Ecken und Kanten
Das Jüdische Museum feiert Geburtstag. Mit 1000 VIPs und guten Ideen. Direktor Blumenthal gibt einen Ausblick


Von Martina Kaden

Die Publikums-Eröffnung vor zehn Jahren stand unter keinem guten Stern. Sie sollte direkt auf den 11. September 2001 fallen. Doch nach der Tragödie der Anschläge in den USA machte das Jüdische Museum zu, anstatt zu öffnen. Heute, zehn Jahre und 7,2 Millionen Besucher später, gilt der Zick-Zack-Bau von Libeskind als strahlendste Visitenkarte Berlins. Direktor W. Michael Blumenthal: »Wo immer ich Menschen treffe, frage ich, ob sie das Jüdische Museum in Berlin kennen. Die Hälfte kennt es, war schon da oder will noch hin.« Und: Das Haus und seine Akzeptanz in Deutschland hat zu einem Umdenken in der Welt geführt. Blumenthal: »Früher sagten amerikanische Juden oft: 'Deutschland betrete ich nicht.' Heute sind diese  Vorurteile zum größten Teil verschwunden, und dieses Museum hat dazu beigetragen. Das macht stolz. Und dankbar. Dankbar auch für die Unterstützung, die das Haus durch die Bundesregierung erfahren hat.«

Mit Blumenthals Antritt 1997 war klar, dass das Haus vom Bund gefördert wird. Von den 17 Millionen Euro Jahresetat kommen 12,1 vom Staat (der Rest stammt aus privaten Quellen). Auch deshalb bekommt Kanzlerin Angela Merkel bei der großen Geburtstagsparty am 24. Oktober den Museums-Preis für Verständigung und Toleranz. Die Party, zu der 800-1000 VIPs aus Politik, Wirtschaft und Kultur geladen sind (u. a. US-Senatoren und Altkanzler Schmidt), wird im neuen Erweiterungsbau im ehemaligen Blumengroßmarkt gegenüber gefeiert. Das Haus, in dem die Museums-Akademie mit Archiv, Bibliothek und Museumspädagogik untergebracht wird, ist zwar noch im Bau (Kosten: 11 Millionen Euro) und wird erst 2012 eröffnet. Doch für das Fest wird »alles schön dekoriert«. So viel Erfolg - aber auf den Lorbeeren will man sich nicht ausruhen. Blumenthal: »Mit unseren Erfahrungen aus der deutsch-jüdischen Geschichte möchten wir einen Beitrag leisten zur Integration anderer Minderheiten.« Ein jüdisch-islamisches Forum will sich aktuellen Fragen widmen. »Moslemische Fragen, jüdische Antworten«, fasst Programmdirektorin Cilly Kugelmann das Vorhaben zusammen. Bleibt die Frage, warum das Jubiläum im Oktober gefeiert wird und nicht im September. Will man wegrücken von den Anschlägen des September 2001? Blumenthal: »Nein, das hat pragmatische Gründe. Daniel Barenboim soll wieder ein Festkonzert geben in der Philharmonie, und er konnte vorher nicht.«

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