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Glossar - M
Kurt Martin (1899-1975)

Kurt Martin (1899-1975)

Kurt Martin war Direktor der Kunsthalle Karlsruhe bis 1956 und als Generaldirektor der Oberrheinischen Museen 1940 bis 1945 auch für die Museen im besetzten Elsass zuständig. Seit 1965 war er Vorsitzender der Sachverständigenkommission, die über die Verteilung des Restbestandes aus dem Münchener Central Art Collecting Point entschied.


Siehe auch:

Möbel-Aktion

Unter dem Decknamen »Möbel-Aktion« oder auch »M-Aktion« plünderte der »Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg« seit Anfang 1942 in Frankreich, Belgien und den Niederlanden rund 70 000 Wohnungen deportierter oder geflohener Juden. Die Kunstgegenstände aus diesen Wohnungen wurden gesondert erfasst, fotografiert und nach Deutschland abtransportiert. Mit den beschlagnahmten Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen wollte Alfred Rosenberg - ab Juli 1941 auch »Reichsminister für die besetzten Ostgebiete« - deutsche Verwaltungsbehörden im Osten ausstatten. Tatsächlich profitierten vor allem ausgebombte Familien in Deutschland von den geraubten Möbeln.

Allein in Paris durchkämmte der »Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg« 38 000 Wohnungen. Ein Pariser Kaufhaus diente als Zwischendepot vor dem Weitertransport der geplünderten Möbel nach Deutschland.


Siehe auch:
Depot in der Schlosskirche Ellingen

Monuments, Fine Arts & Archives-Section (MFA&A)

Diese 1943 gegründete Kunstschutzeinheit der Alliierten wurde mit dem Aufspüren, Bergen und Sicherstellen der gestohlenen Kunstwerke beauftragt.
Kajetan Mühlmann (1898-?)

Kajetan Mühlmann (1898-?)

Der promovierte Kunsthistoriker Kajetan Mühlmann (auf dem Bild ganz rechts) wurde nach dem Überfall auf Polen von Göring zum »Sonderbeauftragten für die Sicherung der Kunstschätze« ernannt. In den besetzten Niederlanden übte die »Dienststelle Mühlmann« eine ähnliche Funktion aus. Durch seine Verbindung zu Mühlmann konnte sich Göring in vielen Fällen ein Vorgriffsrecht bei beschlagnahmten Kunstsammlungen verschaffen. Nach 1945 entzog sich Mühlemann der Verhaftung und lebte bis zu seinem Tod unerkannt in Süddeutschland.


Siehe auch:

Museen

Als staatliche Einrichtungen waren Museen und ihre Mitarbeiter - unabhängig von ihrem individuellen Verhalten - institutionell in die staatlich organisierte Enteignung von Juden eingebunden. Viele von ihnen nutzten die sich bietenden Spielräume, um ihre Sammlungen auf Kosten der jüdischen Eigentümer zu erweitern oder in den besetzten Nachbarländern Zugriff auf vermeintlich deutsches Kulturgut zu erhalten.

Nach dem Krieg stilisierten sich die Museen als Opfer: Verluste in den Sammlungen in Folge des Krieges oder durch die Beschlagnahmeaktion »Entartete Kunst« beförderten diese Haltung.

Die Devisenstellen überwachten die Auswanderung und damit den Transfer von Vermögenswerten. Bei der Auswanderung mussten Juden eine sogenannte »Ausfuhrabgabe« entrichten, die sich nach dem Wert des Umzugsguts richtete. Um die Höhe der »Abgabe« festzulegen, mussten die Kunstwerke im Umzugsgut geschätzt werden. Von Amts wegen wurden dazu die örtlichen Museumsdirektoren als Sachverständige benannt, die diese Aufgabe auch an Mitarbeiter delegieren konnten.